Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Private Equity: Wettbewerb um kleinere Deals verschärft sich

19.02.2008
KPMG: Strategische Investoren gewinnen an Bedeutung

Der Wettbewerb von Private Equity-Häusern um attraktive Übernahmeziele bei mittleren Transaktionsgrößen dürfte sich in den kommenden 18 Monaten in Deutschland verschärfen.

Das legen die Ergebnisse einer KPMG-Umfrage unter den maßgeblichen Private Equity-Häusern, Banken und Mezzanine-Anbietern nahe. Die Umfrage wird heute im Vorfeld der Private Equity-Konferenz SuperReturn (25. Februar bis 28. Februar 2008 in München) veröffentlicht.

Demnach werden hierzulande Transaktionen in einer Größenordnung von bis zu 400 Millionen Euro an Bedeutung zunehmen. Über die Hälfte der Befragten meint, dass die Anzahl mittelgroßer Transaktionen stabil bleiben wird. Mittelfristig dürften hierbei auch jene PE-Häuser mit bieten, die zuletzt auf „Large Caps“ gesetzt haben, so dass der Wettbewerb zunimmt.

... mehr zu:
»Equity-Haus

Denn die Zeit der großen Private Equity-Transaktionen ist nach Ansicht der Experten erst einmal vorbei: Über 70 Prozent gehen davon aus, dass die Zahl der Mega-Deals in den kommenden 18 Monaten sinken wird.

Rückkehr der strategischen Investoren?

Private Equity-Häuser wenden sich verstärkt mittelgroßen Deals zu, weil sich institutionellen Investoren als Finanzierungspartner für große Transaktionen vorerst aus dem Markt verabschiedet haben. Welche Folgen der Trend hin zu MidCap-Deals haben wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab und ist nur schwer vorherzusagen.

KPMG-Partner Christian Specht: „Klar ist, dass auf Private Equity-Seite aufgrund der vorhandenen hohen Liquidität weiterhin Anlagedruck besteht. Das müsste theoretisch trotz eines veränderten Finanzierungsumfeldes die Preise für Übernahmeziele weiterhin auf hohem Niveau halten. Da die Banken aber für Übernahmen weniger Fremdkapital bereitstellen, müssen die PE-Häuser mehr Eigenkapital in die Hand nehmen. Deshalb dürften diese kein Interesse haben, die Kaufpreise nach oben zu treiben. Zumal angesichts eines nachlassenden Wirtschaftswachstums die Renditeaussichten unsicherer geworden sind. Strategische Investoren, die meist über gut gefüllte Kassen verfügen, werden daher an Bedeutung in Bieterwettbewerben gewinnen.“

„Deal-Sourcing“ verschiebt sich

Im Vergleich zu 2006/2007 werden Secondary Buy Outs in den kommenden 18 Monaten an Bedeutung verlieren. Nach Ansicht der befragten Branchenexperten werden Transaktionen sich verstärkt auf Unternehmen konzentrieren, die hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurückgeblieben sind oder sich in einer Turnaround-Situation befinden.

Finanzierungssicherheit bleibt im Umfeld der Liquiditätskrise zentrales Thema

Mit Beginn des „Credit Crunchs“ hat sich das Finanzierungsverhalten der Banken im Vergleich zu den expansiven Vergabepraktiken in 2006, die im 1. Halbjahr 2007 ihren Höhepunkt erreichten, deutlich verändert. Dies spiegelt sich unter anderem darin, dass die Banken eine deutlich selektivere Haltung bei der Auswahl von Transaktionen einnehmen sowie in der Bereitschaft ein Finanzierungspaket in voller Höhe alleine anzubieten („underwriting“).

Darüber hinaus haben sich in der Vergangenheit durchaus aggressiv aufgetretene Marktteilnehmer dazu entschlossen, sich aus dem Segment der Übernahmefinanzierung zu verabschieden. Das weniger aggressive Finanzierungsverhalten zeigt sich insbesondere in einem niedrigeren angebotenen Verschuldungsgrad („Leverage“) und einer stärker risikoangepassten Verzinsung. Außerdem in der Ausgestaltung der Berichts- und Informationspflichten (Covenants), in wieder konservativeren Tilgungsstrukturen und in den Kreditnehmern beziehungsweise Investoren vertraglich eingeräumten Freiräumen und Mitspracherechten. Hier zeigt die Studie zum Teil noch deutliche Unterschiede in der Erwartungshaltung zwischen Banken und Private Equity-Häusern.

Roland Gottwald, Leiter Finanzierungsberatung bei KPMG: „Die zuletzt sehr aggressiven Strukturen sind de facto verschwunden. Banken sind aktuell nur sehr zurückhaltend bereit, 100 Prozent des für eine Transaktion erforderlichen Finanzierungspakets jeweils alleine zur Verfügung zu stellen und damit in einem größeren Umfang ein Syndizierungsrisiko zu übernehmen. Zu beobachten ist der Trend zu so genannten ‚50 Prozent-Underwritings’ oder mit einer limitierten Anzahl von Banken eingegangene ‚Club Deals’. Durch die rückläufige Risikobereitschaft der Banken gewinnen ferner klassische Mezzaninefonds wieder an Bedeutung.“

Staatsfonds verschärfen den Wettbewerb

Interessant ist die Frage, ob und in welchem Umfang Staatfonds künftig eine verstärkte Rolle im Buy Out-Markt übernehmen werden. John Evans, Head of Private Equity bei KPMG: “Investoren aus Asien und dem Nahen Osten scheinen sich zunehmend im Markt zu etablieren und gegenüber den etablierten international tätigen Private Equity-Firmen an Bedeutung zu gewinnen. Die Staatsfonds könnten sich somit zu einer ernsten Konkurrenz für die großen Private Equity-Gesellschaften entwickeln. Etablierte Fonds werden ihren Blick zunehmend auf neue Märkte richten, zum Beispiel nach Osteuropa oder Asien.“

Pressekontakt:
KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Marita Reuter/Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18, Fax: (0 30) 20 68-11 48
eMail: mreuter@kpmg.com / tblees@kpmg.com

Thomas Blees | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: Equity-Haus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert
22.08.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie