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ZEW-Energiemarktbarometer: Energiepreise steigen weiter - Kurzfristige Entspannung beim Ölpreis

13.02.2008
In den vergangenen Monaten stellte der Ölpreis fast wöchentlich neue Rekorde auf. Im nächsten halben Jahr wird sich die Situation beim Erdöl allerdings entspannen, während beim Erdgas mit einem weiteren Preisanstieg zu rechnen ist.

Dieser Ansicht ist eine Mehrheit der 200 Energiemarktexperten, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, halbjährlich zum Geschehen an den Energiemärkten im Rahmen des ZEW-Energiemarktbarometers befragt. Auf Sicht von fünf Jahren gehen die Teilnehmer an der ZEW-Umfage von weiter steigenden Preisen vor allem bei Erdgas und Strom, aber auch bei Kohle und Öl aus.

Etwa 42 Prozent der vom ZEW befragten Experten erwarten, dass sich der Ölpreis in den kommenden sechs Monaten auf dem derzeitigen Niveau stabilisieren wird. Immerhin 15 Prozent von ihnen gehen von sinkenden Ölpreisen aus, während 43 Prozent der Befragungsteilnehmer mit weiter steigenden Rohölpreisen rechnen. Obwohl der Höhenflug des Ölpreises nach Ansicht der Mehrheit der Experten zunächst gebremst scheint, bleibt die künftige Preisentwicklung auch weiterhin ein kontrovers diskutiertes Thema.

Deutlich einiger als beim Ölpreis sind sich die Befragungsteilnehmer bei ihrer Einschätzung der kurzfristigen Entwicklung des Gaspreises. Etwa 75 Prozent von ihnen erwarten in den nächsten sechs Monaten Preiserhöhungen beim Gas. Rund 24 Prozent rechnen mit gleich bleibenden Preisen, und nur knapp ein Prozent geht von einem Gaspreis aus, der in sechs Monaten unterhalb des heutigen Niveaus liegen wird. Eine solch deutliche Mehrheit bezüglich eines erwarteten Anstiegs des Gaspreises auf Sicht von sechs Monaten hat es seit Bestehen des ZEW-Energiemarktbarometers noch nicht gegeben.

Für das kommende halbe Jahr geht nur noch eine knappe Mehrheit von rund 53 Prozent der befragten Experten von stagnierenden Kohlepreisen aus. Immerhin rund 43 Prozent rechnen mit einem kurzfristigen Preisanstieg. Etwas mehr als 4 Prozent erwarten sinkende Kohlepreise. Damit gehen im Vergleich zu den vergangenen Erhebungsrunden des ZEW-Energiemarktbarometers deutlich mehr Experten von kurzfristig steigenden Preisen bei Kohle aus. Auch Strom wird nach Meinung der Experten in den nächsten sechs Monaten zumindest nicht billiger. Etwa 59 Prozent von ihnen erwarten steigende Strompreise, rund 40 Prozent sehen die Preise auf heutigem Niveau, und nur etwa ein Prozent rechnet mit einem Preisrückgang.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren erwartet eine deutliche Mehrheit von mehr als 70 Prozent der Befragten höhere Preise für Energieträger. Dabei gehen rund 73 Prozent von steigenden Kohlepreisen aus (21 Prozent rechnen mit stagnierenden und etwa 6 Prozent mit sinkenden Kohlepreisen), 75 Prozent erwarten steigende Preise für Rohöl (15 Prozent gehen von stagnierenden und etwa 10 Prozent von sinkenden Preisen aus), und rund 81 Prozent der Befragten erwarten weiter steigende Erdgaspreise (12 Prozent rechnen mit stagnierenden und lediglich 7 Prozent mit sinkenden Gaspreisen).

Entsprechend verteuert sich nach Meinung der Experten auch Strom. Mit rund 86 Prozent geht die überwältigende Mehrheit der Befragungsteilnehmer von steigenden Strompreisen aus. Lediglich rund 10 Prozent erwarten die Preise in fünf Jahren auf heutigem Niveau, und nur 4 Prozent rechnen mit niedrigeren Preisen.

Das ZEW-Energiemarktbarometer:
Das ZEW-Energiemarktbarometer ist eine halbjährliche Befragung von mehr als 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis (Energieversorgungs-, -handels- und -dienstleistungsunternehmen), die zu ihren Erwartungen hinsichtlich der kurz- und langfristigen Erwartungen auf den nationalen und internationalen Energiemärkten befragt werden (kurze Frist: sechs Monate, lange Frist: fünf Jahre).
Ansprechpartner:
Dr. Ulf Moslener, Telefon: 0621/1235-209, Fax: -226, E-Mail: moslener@zew.de
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/zn/schwerpunkte/energiemarkt/Energiemarkt0108.pdf - das aktuelle ZEW-Energiemarktbarometer

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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