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Commerzbank: Börsenbericht für die Woche vom 04.02. bis 08.02.2008

04.02.2008
Während die westlichen Aktienmärkte in der abgelaufenen Handelswoche wieder Boden gut machen und einen Teil ihrer erlittenen Verluste aufholen konnten, gaben asiatische Indices weiter ab.

Zu Beginn der Woche kamen am Markt Unsicherheiten auf, wonach die US-Notenbank Fed doch nicht wie erwartet den Leitzins um 50 BP senken würde. Nachdem es dann aber doch zu dem großen Zinsschritt kam, drehte die Stimmung ins Positive und Kursgewinne wurden mit ins Wochenende genommen.

Daran konnte auch die Nachricht, dass die Rating-Agentur S&P Wertpapiere im Volumen von 500 Mrd. Euro in Zusammenhang mit der Subprime-Krise abstufte, nichts nachhaltig ändern. Der deutsche Leitindex Dax verabschiedete sich mit einer positiven Wochenperformance von 2,2% aus dem Freitags-Handel. Der EuroStoxx50 legte im Wochenvergleich 2,4% zu und der marktbreite S&P 500 sogar um 4,9%.

Mit festeren Rentenkursen schlossen die internationalen Rentenmärkte die vergangene Woche ab. Während am deutschen Rentenmarkt über alle Laufzeiten leichte Kursgewinne zu verzeichnen waren, tendierten längerlaufende US-Anleihen quasi unverändert. Im kürzeren Laufzeitbereich waren jedoch auch am US-Rentenmarkt Kursgewinne zu verzeichnen. Der für den deutschen Rentenmarkt richtungweisende Bund Future stieg um 18 Basispunkte auf 116,76 Punkte. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen fiel um 7 Basispunkte auf 3,91%. 10-jährige US-Staatsanleihen rentierten zum Wochenschluss mit 3,55 % unverändert gegenüber Freitag der Vorwoche.

Die Rendite von 2-jährigen US-Staatsanleihen reduzierte sich um 15 Basispunkte auf 2,03%. Im Mittelpunkt des Marktinteresses stand die US-Zinsentscheidung. Erwartungsgemäß reduzierte die Fed den Leitzins um 50 Basispunkte auf nun 3% und ließ die Tür für weitere Zinssenkungen offen, was sich vor allem positiv auf kürzer laufende Titel auswirkte. Die Konjunkturdaten aus den USA fielen gemischt aus.
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Das Bruttoinlandsprodukt ist im 4. Quartal 0,6% (4,9% in Q3) gesunken, größtenteils geht dies jedoch auf den Lagerabbau zurück. Investitionen und Konsum wuchsen moderat. Einkommen und Ausgaben der privaten Haushalte fielen im Dezember etwas besser aus als erwartet.

Am Freitag führten dann der Arbeitsmarktbericht und der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe zu Kursbewegungen. Zunächst wurde der Rentenmarkt durch einen schwachen Arbeitsmarktbericht gestützt. Der kurze Zeit später veröffentlichte ISM-Index, der nach dem deutlichen Rückgang im Dezember im Januar wieder über die Marke von 50 Punkten stieg (Werte über 50 weisen auf eine Expansion, Werte unter 50 auf eine Kontraktion im Sektor hin), wirkte dann jedoch wieder belastend.

Die Daten aus dem Euroraum fanden relativ wenig Beachtung. Die Stimmungsindikatoren wiesen auf einen weiteren Dynamikverlust der Wirtschaft hin, der Einzelhandelsumsatz in Deutschland zeigte, dass die Konsumlaune noch immer gedämpft ist. Schließlich enttäuschten die vorläufigen Zahlen zu den Verbraucherpreisen, die eine Beschleunigung der Inflationsrate auf 3,2% zeigten.

Nachdem aufgrund der US-Datenfülle der letzten Woche die Geschehnisse im Euroraum in den Hintergrund gedrängt wurden, wird sich der Fokus in dieser Woche wieder auf Europa richten. Aus den USA stehen mit den Auftragseingängen in der Industrie, ISM-Index außerhalb des verarbeitenden Gewerbes, bevorstehenden Hausverkäufen und den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung nur Datenveröffentlichungen aus der zweiten Reihe an, die das aktuelle Konjunkturbild kaum verändern dürften.

Im Mittelpunkt des Marktinteresses werden die Zinsentscheidungen von Europäischer Zentralbank (EZB) und Bank of England (BoE) stehen.

Während die BoE den Leitzins um 25 Basispunkte senken dürfte, ist eine weiterhin abwartende Haltung der EZB zu erwarten. Auch wenn die EZB mehr Konjunktursorgen durchschimmern lassen dürfte, wird sie doch die Inflationsgefahren betonen (vor allem nachdem die Teuerung im Januar nach einer ersten Schätzung auf 3,2% gestiegen ist). Sie wird ihre Bereitschaft signalisieren, den Preisanstieg zu bekämpfen, um die bereits aufgekommenen Zinssenkungsspekulationen nicht weiter anzufachen. Die Einkaufsmanagerindizes für die Dienstleistungssektoren im Euroraum, Deutschland und Großbritannien dürften im Januar nur eine etwas schlechtere Stimmung als im Vormonat anzeigen und somit kaum Markteinfluss haben. Auch Exporte und Produktion im produzierenden Gewerbe in Deutschland werden die Kursentwicklung höchstens marginal beeinflussen können. Größeren Einfluss als die Konjunkturdaten könnte die Diskussion um die US-Kreditversicherungsinstitute haben, deren Ratings immer stärker unter Druck kommen. Eine Ratingabstufung würde die Flucht in sichere Staatsanleihen erneut aufflammen lassen. Nach der Rallye zu Jahresbeginn dürfte sich das Kurspotenzial im länger laufenden Bereich allerdings in Grenzen halten. Am kurzen Ende besteht jedoch noch etwas Potential, sodass die Zinsstrukturkurve steiler verlaufen sollte.

Nachdem die Berichtssaison in den USA bereits zur Hälfte vorüber ist, lässt sich ein erstes Zwischenfazit ziehen. Die Subprime-Krise hat im abgeschlossen 4. Quartal ihre Spuren in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen: 20% Gewinnrückgang gegenüber Vorjahr mussten die Unternehmen, die bereits berichtet haben, im Durchschnitt hinnehmen. In wie weit sich die Immobilienkrise auch auf die Erträge hiesiger Unternehmen ausgewirkt hat, darüber werden wir in dieser Woche weiter Aufschluss erlangen.

Trotz der positiven Entwicklung der vergangenen Woche und wieder aufkommender Übernahmefantasie ist derzeit noch Vorsicht an den Aktienmärkten geboten. In Europa fällt der Blick auf die Zinsentscheidung der EZB. Auch wenn sie dieses Mal noch keinen Zinsschritt vornehmen wird, hoffen Marktteilnehmer aus der Tonalität des Kommentars künftige Zinssenkungen heraushören zu können. Daneben wird mit dem Jahresergebnis der Deutschen Bank erneut der Finanzsektor in den Fokus geraten. Derzeit jubeln die Märkte noch aufgrund des Übernahmeangebots von Microsoft für Yahoo!, jedoch gehen wir davon aus, dass mit der Gewinnberichterstattung auch hierzulande eine Wachstumsabschwächung zu erkennen ist, was für Moll-Stimmung an den Märkten sorgen sollte. Nach wie vor halten wir Kurse zwischen 6.000 und 6.200 Punkten beim Dax für die untere Begrenzung dieser Korrektur. Langfristigen Investoren bieten sich schwächere Tage - vor dem Hintergrund einer moderaten Aktienmarktbewegung und mit Blick auf die 2. Jahreshälfte - wieder zum sukzessiven Positionsaufbau an.

Privatanlegern wird die Aktie von Roche zum Kauf empfohlen.

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