Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ist Deutschland als Exportweltmeister noch zu retten?

25.01.2008
"China wird Exportweltmeister" - die Jahreszahl wann genau variierte - aber diese These wurde in den letzten Jahren häufiger vermeldet. Noch ist es nicht soweit und Deutschland nennt diesen Titel sein eigen.

Fakt ist: Exporte von klassischen Industriegütern stellen das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft dar. Trotz der bisherigen Erfolge besteht aber die Gefahr, dass Deutschland den Titel "Exportweltmeister" im Jahr 2008 an China verliert. Deshalb müssen neue Chancen für die deutsche Exportwirtschaft genutzt werden.

Diese liegen im Dienstleistungsbereich, dem größten und dynamischsten Sektor, welcher einen zentralen Wachstumstreiber darstellt. In diesem existieren schon diverse theoretische Ansätze sowie praktisch umgesetzte innovative Konzepte zum Export deutscher Dienstleistungen durch Netzwerke in den Bereichen Luftfahrt sowie Information und Kommunikation. Die sollte man sich unbedingt anschauen, denn sie haben Vorbildcharakter - und können so dazu beitragen, dass Deutschland Exportweltmeister bleibt.

Aus diesem Anlass präsentiert das siebte Innovationsforum der Veranstaltungsreihe "Innovative Dienstleistungen auf dem Weg zur Weltspitze" unter dem Titel "Sehnsucht nach Ferne und Entdeckung: Exportweltmeister Deutschland durch Internationalisierung von Dienstleistungen" am 8. Februar 2008 in Hamburg, welche Ansätze es in diesem Bereich gibt und zeigt auch anhand von Praxisbeispielen, was es in diesem Bereich schon für herausragende Beispiele gibt. Teilnehmen werden geladene Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

... mehr zu:
»Wettbewerbsvorteil

Welche Strategie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verfolgt, damit Deutschland Exportweltmeister bleibt, wird Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, in seinem Grußwort vorstellen. Das BMBF stellt sich den Herausforderungen mit der "Hightech-Strategie". Die Hightech-Strategie zielt darauf ab, Deutschland zu einem der innovationsfreudigsten und erfolgreichsten Länder zu machen. Hierzu wird erstmals eine Innovationspolitik aus einem Guss verfolgt, die an allen Gliedern der Innovationskette ansetzt, um Ideen schneller in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen umzusetzen und Deutschland an die Weltspitze der wichtigsten Zukunftsmärkte zu führen.

In seinem Vortrag "Management weltweiter Dienstleistungsnetzwerke" erläutert Prof. Dr. Dirk Holtbrügge von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg den wichtigen theoretischen Background zum Thema. Er erklärt dabei, dass Dienstleistungsunternehmungen, die mit Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern tätig sind, nicht nur spezifische Strategien für die einzelnen Auslandsmärkte entwickeln, sondern ihre in- und ausländischen Engagements auch in eine globale Unternehmensstrategie integrieren müssen, um dadurch länderübergreifende Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Der Ausschöpfung von Wettbewerbsvorteilen dienen vor allem drei Instrumente: Die länderübergreifende Konfiguration von Wertaktivitäten bildet die Entscheidungsgrundlage, wie ein Dienstleister seine Aktivitäten grenzüberschreitend auf verschiedene Standorte verteilen soll. Den Wettbewerbsvorteilen einer an den spezifischen Bedingungen der einzelnen Länder ausgerichteten länderübergreifenden Konfiguration von Wertaktivitäten steht jedoch eine hohe Komplexität gegenüber, die einen erhöhten grenzüberschreitenden Koordinationsbedarf bedingt. Die Kundenintegration als drittes Instrument stellt auf das spezifizierende Merkmal der Dienstleistungserstellung, nämlich den Direktkontakt zwischen Dienstleistungsanbieter und Dienstleistungsobjekt ab.

Wie Internationalisierung von Dienstleistungen in der Praxis aussieht, berichtet dann Marcus Puffer. Er ist Director Network and Membership Development bei der Star Alliance Services GmbH. Die Mitgliedsgesellschaften der Star Alliance bieten ihren Kunden unter anderem Flüge zu 897 Destinationen in 160 Ländern und Zugang zu über 897 Flughafenlounges weltweit. In seiner Präsentation "Die Star Alliance als weltweites Netzwerk internationaler Fluggesellschaften" stellt er die Vision des Allianzverbundes und das Netzwerkpotential für die Mitgliedsfluggesellschaften sowie den Wertschöpfungsprozess der Allianz vor.

Professor Dr. Florian von Wangenheim von der Technischen Universität München zeigt dann in seinem Vortrag "Remote Services als Exportstrategie entdecken" auf, dass dieses Verfahren (über das technische Dienstleistungen mit Hilfe von Telekommunikationsnetzwerken an einem entfernten Ort erbracht werden) neue Formen der Internationalisierung von Dienstleistungen bietet, die durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien heute immer mehr Unternehmen in die Lage versetzt, ihre Dienstleistungen nicht wie klassisch üblich im direkten Kontakt, sondern aus der Distanz zu erbringen.

Zudem ist noch ein weiterer Praxisvertreter zu Gast: Martin Köpke, Leiter der Business Unit Information von der Materna GmbH, einem Dienstleister der Informations- und Kommunikationstechnologie. Er stellt die Internationalisierungsstrategie seiner Unit dar, indem er neben der Vision einer wachsenden Unternehmung, die Möglichkeiten der Internationalisierung sowie deren Herausforderungen beschreibt. Diese sind ganz unterschiedlich und haben auf den ersten Blick wenig mit den angebotenen Artikeln und Lösungen zu tun. Es müssen Aspekte wie Entfernungen, die jeweilige Landessprache, die Kultur, lokale Netzwerke sowie Geschäftsgepflogenheiten beachtet werden. Außerdem muss auch in Bezug auf die interne Unternehmensstruktur das Engagement im Ausland sichtbar sein. Das heißt die Unternehmensorganisation und ihre verwendete Informationstechnologie müssen internationalen Standards entsprechen. Genauso wie die Bereiche Marketing und Human Resources. Zum Beispiel bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen oder aber auch bezogen auf die Präsentation im Internet. Natürlich muss auch das Geschäftsmodell für die jeweiligen Länder geeignet sein. Materna hat sich diesen Herausforderungen gestellt und eine Strategie entwickelt, Dienstleistungen zu strukturieren, zusammenzufügen und als standardisierte Produkte international anzubieten.

Über einen weiteren wichtigen Aspekt berichtet Prof. Dr. Hartmut Holzmüller von der Technischen Universität Dortmund. Unter dem Titel "In der Ferne so anders - Interkulturelle Intelligenz als Voraussetzung für die Internationalisierung von Dienstleistungen" zeigt er auf, welche Punkte in diesem Bereich wichtig sind.

Alles in allem wird bei dieser Veranstaltung mit Sicherheit deutlich, dass es in Deutschland eine Menge Potential gibt, welches dazu beitragen kann, dass Deutschland Exportweltmeister bleibt.

Mehr Informationen und ein Akkreditierungsformular erhält man unter dem angegebenen Kontakt.

Kontakt:
Antje Sauerland
Public Relations
Tel.: 0341/98 51 664
E-Mail: antje.sauerland@hhl.de

Volker Stößel | idw
Weitere Informationen:
http://innofor.clicresearch.de/
http://www.hhl.de

Weitere Berichte zu: Wettbewerbsvorteil

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Online-Quickcheck »Frugal Innovation Index« macht Unternehmen fit für Entry-Level Produkte
19.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Innovationskraft stärken – IAT untersuchte öffentliche und private Innovationsaktivitäten in NRW
12.04.2017 | Institut Arbeit und Technik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten