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Dienstleister der Informationsgesellschaft - Wirtschaftszweig ist bei wirtschaftlicher Lage und Geschäftserwartungen gespalten

14.01.2008
Bezüglich ihrer Geschäftserwartungen für das erste Quartal 2008 präsentieren sich die Dienstleister der Informationsgesellschaft gespalten.

Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Dienstleister, also Softwareunternehmen, IT-Dienste, der IKT-Handel und Telekommunikationsdienstleister, sind für den Start ins neue Geschäftsjahr deutlich optimistischer als die wissensintensiven Dienstleister, zu denen Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung und Werbung zählen.

Dies ist das Ergebnis einer Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im November und Dezember 2007 durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage siehe Ende der Pressemitteilung).

Der aus der Umfrage abgeleitete Teilindikator für die Geschäftserwartungen, der sich aus den Komponenten Umsatz- und Nachfrageerwartungen zusammensetzt, steht für die IKT-Dienstleister bei 65 Punkten, während er für die wissensintensiven Dienstleistern bei lediglich 60,4 Punkten liegt.

Auch bei der Einschätzung der konjunkturellen Lage gibt es zwischen den Dienstleistern der Informationsgesellschaft deutliche Unterschiede. So bewerten die wissensintensiven Dienstleister ihre Geschäftslage im vierten Quartal 2007 deutlich besser als die IKT-Dienstleister. Entsprechend liegt der Teilindikator, der die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage widerspiegelt und der sich aus den Komponenten Umsatz- und Nachfragelage zusammensetzt, bei den wissensintensiven Dienstleistern bei 65,1 Punkten, während er für die IKT-Dienstleister lediglich 58,6 Punkte beträgt.

Insgesamt ergibt sich für den gesamten Wirtschaftszweig der Dienstleister der Informationsgesellschaft ein positives Bild. Die konjunkturelle Situation der Unternehmen hat sich stabilisiert. Der ZEW-IDI, Stimmungsindikator für den gesamten Wirtschaftszweig ist im vierten Quartal 2007 im Vergleich zum dritten Quartal 2007 denn auch um 0,2 Punkte geringfügig gestiegen und liegt nun bei einem Wert von 61,6 Punkten. Der Teilindikator des ZEW-IDI, der die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage der Dienstleister der Informationsgesellschaft widerspiegelt, hat sich im Vergleich zum dritten Quartal 2007 um 1,7 Punkte erhöht und beträgt jetzt 62,4 Punkte. Der Teilindikator, der die Bewertung der Geschäftserwartungen präsentiert, ist hingegen um 1,1 Punkte gesunken und liegt im vierten Quartal 2007 bei 61 Punkten.

Die Situation beim Personalbestand stellt sich im vierten Quartal 2007 bei den wissensintensiven Dienstleistern besser dar als bei den IKT-Dienstleistern. Während bei den wissensintensiven Dienstleistern der Anteil der Unternehmen, die im vierten Quartal 2007 Personal eingestellt haben, den Anteil der Unternehmen, die Personal entlassen haben, um 32,7 Punkte überwiegt, ist dieser Saldo bei den IT-Dienstleistern negativ. Hierfür dürfte vor allem die negative Einschätzung des Personalbestands durch die Telekommunikationsdienstleister verantwortlich sein. Etwa drei Fünftel der Unternehmen dieser Branche geben an, dass im vierten Quartal 2007 ihr Personalbestand gesunken ist. Die Erwartungen der Telekommunikationsdienstleister hinsichtlich des Personalbestands für das erste Quartal 2008 sind ebenfalls pessimistisch. Auch in der Branche Software und IT-Dienste sowie bei den Architekten überwiegt der Anteil der Unternehmen, die im ersten Quartal 2008 von einem sinkenden Personalbestand ausgehen, den Anteil der Unternehmen, die erwarten, dass der Personalbestand steigen wird.

Deutlich negativ bewerten im vierten Quartal 2007 insbesondere die Architekten sowohl die aktuelle als auch die erwartete konjunkturelle Situation. Für die drei Indikatoren Umsatz, Ertrag und Nachfrage überwiegt in dieser Branche der Anteil der Unternehmen, die von einer Verschlechterung der Lage berichten und dies auch für das erste Quartal 2008 erwarten.

Auch die aktuelle Geschäftslage der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer hat sich den Angaben der Unternehmen zufolge im vierten Quartal 2007 verschlechtert. Besonders die Umsatzlage bewerten sie so schlecht wie schon seit Jahren nicht mehr. Während bei mehr als der Hälfte der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die Umsätze unverändert sind, berichtet lediglich etwa ein Drittel der Unternehmen von gestiegenen Umsätzen. Die Ertragslage hat sich im vierten Quartal 2007 im Vergleich zum dritten Quartal 2007 verschlechtert. Berichtete im Vorquartal noch knapp die Hälfte der Unternehmen von gestiegenen Erträgen, sind es im vierten Quartal 2007 weniger als ein Fünftel.

Der ZEW-IDI:
Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal. Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung des ZEW-IDI bietet die ZEW-Dokumentation Nr. 03-09 (im Internet: ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/docus/dokumentation0309.pdf ).
Die Konjunkturumfrage von ZEW und Creditreform:
An der vierteljährlichen Umfrage beteiligen sich jeweils rund 800 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung). Ein Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage ist im Internet unter http://www.zew.de/dienstleister abrufbar. Allgemeine methodische Hinweise finden Sie unter ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brep/asta.pdf. Eine Beschreibung des bei der ZEW/Creditreform angewendeten Hochrechnungsverfahrens findet sich unter ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brep/expans.pdf .
Anmerkung zur Hochrechnung:
Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".
Ansprechpartnerin:
Jenny Meyer, Telefon 0621/1235-166, Fax -333, E-Mail meyer@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de/dienstleister

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