Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2007: Stärkerer Anstieg als im Vorjahr

09.01.2008
644 € brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2007 durchschnittlich in Westdeutschland. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich im Durchschnitt um 2,4 % und damit stärker als 2006 mit 1,0 %.

In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2007 um 2,8 % auf durchschnittlich 551 € im Monat - was ebenfalls eine stärkere Zunahme als im Jahr zuvor bedeutet (1,3 %). Dabei hat sich der Abstand zum westlichen Tarifniveau leicht vermindert: 2007 wurden im Osten 86 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht, während es in den Jahren davor - seit 2001 - jeweils 85 % waren. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2007 bei 628 € pro Monat und damit um 2,5 % über dem Vorjahreswert (613 €). Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in seiner Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen 2007.

Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 185 Berufe in West- und 151 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 88 % der Auszubildenden in West und Ost ausgebildet. Dabei wurden die in etwa 5 % der Tarifverträge vereinbarten erhöhten Beträge für Auszubildende ab 18 Jahren mit berücksichtigt.

Zwischen den Ausbildungsberufen gab es erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe (siehe Schaubild 2). Die mit Abstand höchsten Ausbildungsvergütungen wurden in West und Ost im Beruf Binnenschiffer/ Binnenschifferin mit jeweils 925 € pro Monat erzielt. Sehr hohe Vergütungen sind seit langem auch in den Berufen des Bauhauptgewerbes (zum Beispiel Maurer/Maurerin) tariflich vereinbart. Sie betrugen 2007 im Westen durchschnittlich 859 € und im Osten 679 € pro Monat. Ebenfalls hoch waren die Vergütungen in West- und Ostdeutschland mit durchschnittlich jeweils 817 € im Beruf Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen.

Eher niedrige Ausbildungsvergütungen wurden zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (West: 399 €, Ost: 373 €), Friseur/Friseurin (West: 419 €, Ost: 266 €), Florist/Floristin (West: 424 €, Ost: 312 €) und Bäcker/Bäckerin (West: 457 €, Ost: 351 €) gezahlt.

Bei den ermittelten berufsspezifischen Durchschnittswerten ist zu beachten, dass häufig auch im gleichen Beruf die tariflichen Ausbildungsvergütungen je nach Region und Wirtschaftszweig erheblich voneinander abweichen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die tariflichen Ausbildungsvergütungen nur in der betrieblichen Ausbildung gelten. In der aus öffentlichen Mitteln finanzierten außerbetrieblichen Ausbildung erhalten die Auszubildenden in der Regel erheblich niedrigere Vergütungen, die hier nicht einbezogen sind.

Insgesamt verteilten sich die Ausbildungsvergütungen in den untersuchten Berufen im Jahr 2007 wie folgt: In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 62 % der Auszubildenden zwischen 500 € und 749 €. Weniger als 500 € erhielten 10 % der Auszubildenden, wobei Vergütungen unter 400 € selten waren. 750 € und mehr gingen an 28 % der Auszubildenden. In Ostdeutschland waren für 42 % der Auszubildenden Vergütungen von 500 € bis 749 € zu verzeichnen. Unter 500 € lagen die Vergütungen für 46 % der Auszubildenden, für 13 % sogar unter 400 €. 12 % der Auszubildenden erreichten 750 € und mehr.

Das BIBB errechnete auch die Vergütungsdurchschnitte für die weiblichen und männlichen Auszubildenden: Danach kamen im Westen männliche Auszubildende auf durchschnittlich 659 €, weibliche auf 620 €. Im Osten betrug der Durchschnitt für männliche Auszubildende 564 € und für weibliche 527 €. Diese abweichenden Vergütungsdurchschnitte resultieren aus der unterschiedlichen Verteilung von männlichen und weiblichen Auszubildenden auf die Berufe, d.h. junge Frauen sind häufiger in Berufen mit einer niedrigeren Ausbildungsvergütung anzutreffen als junge Männer.

Zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden 2007 in West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede (siehe Schaubild 3): Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 714 €, Ost: 616 €) und im Öffentlichen Dienst (West: 671 €, Ost: 649 €) erreicht.

Unter dem jeweiligen Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass insbesondere in den Bereichen Industrie und Handel sowie Handwerk die Vergütungen der einzelnen Berufe sehr stark differieren.

Bei allen genannten Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütungen während der gesamten Ausbildungszeit.

Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergaben sich 2007 folgende Werte:

o In Westdeutschland betrugen die Vergütungen im 1. Lehrjahr durchschnittlich 573 €, im 2. Jahr 638 € und im 3. Jahr 713 € pro Monat.

o In Ostdeutschland beliefen sie sich im 1. Ausbildungsjahr auf durchschnittlich 489 €, im 2. Jahr auf 554 € und im 3. Jahr auf 609 € pro Monat.

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/783.htm
http://www.bibb.de/de/31361.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie

Europaweite Studie zu „Smart Engineering“

30.03.2017 | Studien Analysen