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Bedeutung der Immobilienwirtschaft weit größer als 266 Mrd. Euro

19.10.2012
Bundesregierung unterstreicht die Bedeutung der Immobilienwirtschaft für die Volkswirtschaft, unterschlägt dabei aber mit dem Bereich der Facility Services eine Bruttowertschöpfung von 112 Mrd. Euro.

Am 17. Oktober 2012 hat Herr Bundesminister Dr. Peter Ramsauer den zweiten Bericht über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland im Bundeskabinett vorgelegt. Ein Schwerpunkt der Analysen war die volkswirtschaftliche Bedeutung der Immobilienwirtschaft. Der Bereich sei eine der am stärksten wachsenden Branchen in Deutschland und erbringe dabei eine Bruttowertschöpfung von 266 Mrd. Euro.

Dabei beziehe sich der vorliegende Bericht bei der Betrachtung des entsprechenden Wirtschaftszweiges ausschließlich auf die Bewirtschaftung von Immobilien und verwende damit eine breite Definition der Immobilienwirtschaft. "Mitnichten!", bemerkt Prof. Dr. Markus Thomzik, Forschungsprofessor des Instituts für angewandte Innovationsforschung e.V. an der Ruhr-Universität Bochum und Professor für Betriebswirtschaftslehre / Facility Management an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.

"Trotz der im Grundsatz sehr begrüßenswerten Aussage zur Bedeutung der Immobilienwirtschaft, wurde mit dem Bereich des Facility Managements leider ein wesentlicher Teil unterschlagen!" Das IAI hat bereits im Jahre 2010 gezeigt, dass allein mit der Bewirtschaftung des gewerblichen Immobilienvermögens in Höhe von ca. 3.343 Mrd. Euro eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von mindestens 112 Mrd. Euro zu erfassen wäre.

Hier "verstecken" sich zudem ein Anteil von weiteren 5,03 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und über 4 Millionen Erwerbstätige. Es handelt sich um den wohl noch immer unterschätzten Wertschöpfungsbereich des Facility Managements. Dieser "112-Millarden-Lapsus" der namenlosen Autoren aus dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) verwundert umso mehr, da ihr Minister Dr. Peter Ramsauer bereits auf der Mitgliederversammlung des Branchenverbandes German Facility Management Association (GEFMA) im November 2010 in Berlin die Bedeutung des Facility Managements in den o.g. Dimensionen hervorgehoben hat.

Falls die Studie also in Wahrheit nicht "nur" auf das mehrheitlich private "Wohnungswesen" abzielt, empfehlen wir zur ergänzenden Lektüre Thomzik, M.; Striewe, F.; Knickmeier, A.: Facility Management-Branchenreport 2010 – Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Facility Management-Branche, Bochum 2010, mit einem Vorwort von Prof. Dr. h.c. Lothar Spät.

Für Rückfragen steht Ihnen Prof. Dr. Markus Thomzik unter Markus.Thomzik@iai-bochum.de oder unter Tel.: 0234/97117-0 zur Verfügung.

Prof. Dr. Markus Thomzik | idw
Weitere Informationen:
http://bit.ly/QnC6sZ
http://www.iai-bochum.de/aktuelles/news/350-bedeutung-der-immobilienwirtschaft-weit-groesser-als-266-mrd-euro.html

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