Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Baukonjunktur im Frühjahr 2010: Bauindustrie hofft auf "Baufrühling" - Beschäftigung stabil

19.05.2010
Die deutsche Bauindustrie hofft nach dem harten Winter auf einen Baufrühling im 2. Quartal 2010.

Wie der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Dipl.-Ing. Herberg Bodner im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz in Berlin mitteilte, seien zwar die Umsätze nach Schätzungen des Hauptverbandes im 1. Quartal 2010 um 17 % eingebrochen, dafür seien aber die Auftragseingänge - für viele überraschend - um nominal etwa 7 % gestiegen.

Trotzdem bleibt die deutsche Bauindustrie skeptisch, ob die baukonjunkturelle Talsohle bereits 2010 erreicht wird. Zwar würden die Umsätze im Wirtschaftsbau dank der leichten gesamtwirtschaftlichen Belebung nicht ganz so stark zurückgehen wie zunächst befürchtet, prognostizierte Bodner, die positiven Impulse aus dem Wohnungsbau und dem Öffentlichen Bau reichten jedoch noch nicht aus, um das Minus im Wirtschaftsbau auszugleichen. Der Hauptverband erwartet deshalb bis 2010 einen weiteren, wenn auch verlangsamten Rückgang der Gesamtumsätze im Bauhauptgewerbe von nominal 1 %.

Die Sorgen der Bauindustrie richten sich derzeit aber vor allem auf das Jahr 2011. Zum einen scheine es unrealistisch, schon im nächsten Jahr mit einem Aufschwung im Wirtschaftsbau zu rechnen, erläuterte Bodner, zum anderen sei es aber schon jetzt klar, dass die auslaufenden Konjunkturprogramme und die beginnende Konsolidierung der öffentlichen Haushalte die Perspektiven für den Öffentlichen Bau eintrüben würden. Es sei zu befürchten, dass sich der Abwärtstrend im kommenden Jahr wieder beschleunigen werde. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe werden nach den Schätzungen des Hauptverbandes im kommenden Jahr um 2 % zurückgehen.

Der Bauarbeitsmarkt habe sich trotz allgemeiner Wirtschaftskrise erstaunlich robust entwickelt, stellte Bodner fest. Die Befürchtung, dass die Unternehmen im Jahre 2009 zumindest die Stellen unbesetzt lassen würden, die durch natürliche Fluktuation frei würden, habe sich - erfreulicherweise - nicht bestätigt. Das Beschäftigungsniveau im deutschen Bauhauptgewerbe habe sich bei etwa 700.000 Mitarbeitern stabilisiert. Für 2011 sei mit einem ähnlichen Beschäftigungsniveau zu rechnen.

Viele Unternehmen hätten damit auch in der allgemeinen Wirtschaftskrise Weitblick bewiesen, lobte Bodner. Vielen sei inzwischen bewusst, dass die Branche in den nächsten Jahren allein aus demographischen Gründen Leistungsträger verlieren werde. Im gewerblichen Bereich sei damit zu rechnen, dass etwa 18.000 Mitarbeiter Jahr für Jahr "in den Ruhestand" gingen - ein Aderlass, dem derzeit jährlich nur etwa 11.000 neue Lehrlinge gegenüber stünden. Bauingenieure seien schon jetzt knapp: Im April 2010 seien bereits 11.000 offene Stellen auf nur noch 3.800 arbeitslose Bauingenieure gekommen.

Die deutsche Bauindustrie müsse deshalb alles tun, um einer drohenden Beschäftigungslücke vorzubeugen, forderte Bodner. Dies umfasse die Erhöhung der Wertschätzung technischer Themen in unseren Schulen ebenso wie die weitere Steigerung der Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und die Weiterqualifizierung der Belegschaften.

Dr. Heiko Stiepelmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bauindustrie.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie