Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bankenkrise dauert noch drei Jahre an

30.10.2008
Finanzbranche überwindet Folgen später als erwartet

Die Krise an den Finanzmärkten wird länger anhalten als bislang weitgehend angenommen. Dabei sind es die Banken und andere Finanzdienstleister selbst, die in den kommenden drei Jahren von weiteren Turbulenzen ausgehen.

Während bisherige Einschätzungen von einer Überwindung der Krise bereits Ende des kommenden Jahres ausgingen, können die weitreichenden Folgen auf die Finanzbranche bis zu drei Jahre andauern, folgt man einer Erhebung des Centers for Financial Studies (CFS) an der Goethe-Universität Frankfurt.

Dass Prognosen häufig ein verfrühtes Ende der Konsequenzen aus dem US-Subprime-Dilemma vorhersehen, zeigt auch die Erfahrung aus den vergangenen eineinhalb Jahren. So hätte die Kreditkrise bereits Ende des Vorjahres beendet sein müssen, erreichte jedoch erst im Herbst 2008 ihren vorläufigen Höhepunkt und dauert weiterhin an.

"Wir haben 500 Führungskräfte der Finanzindustrie befragt, die zuletzt noch von einer Krisendauer von sechs bis zwölf Monaten ausgingen. Dies zeigt, dass speziell die Kreditinstitute deutlich pessimistischer wurden und von den Folgen der Kreditkrise überrascht waren", erklärt Christian Knoll, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim CFS, im Gespräch mit pressetext. Rund zwei Drittel der Befragten gehen von einer Dauer der Krise zwischen ein und drei Jahren aus. Weitere 17 Prozent nehmen sogar an, dass mehr als drei Jahre mit Folgen der Kreditkrise zu rechnen ist. "Dies betrifft sowohl die finanz- als auch die realwirtschaftlichen Auswirkungen der Krise", so Knoll.

Ein massiver Stellenabbau bei den Kreditinstituten sei derzeit zwar noch nicht zu beobachten. "Es zeichnet sich aber ein leichter Abwärtstrend ab", meint der Experte gegenüber pressetext. Die Stimmung am Finanzplatz Deutschland hat sich in den vergangenen drei Monaten deutlich verschlechtert, wie der CFS-Finanzplatzindex anzeigt. Der Indikator liegt derzeit bei 99 Punkten und ist damit erstmals unter die Marke von 100 Zählern gerutscht. Zwar sei das internationale Ansehen des Standorts gestiegen, es sei jedoch zu erwarten, dass sich die negativen Geschäftszahlen aus dem dritten auch im vierten Quartal fortsetzen. Der Vertrauensgewinn in den deutschen Finanzplatz ist dennoch als "Folge der als hoch eingeschätzten Stabilität des Bankensystems" anzusehen, meint CFS-Direktor Jan Pieter Krahnen.

Das europäische Universalbankenmodell gilt in der Finanzbranche gegenüber den amerikanischen Investmentbanken als Krisengewinner. Dennoch sei eine stärkere Regulierung der Institute erforderlich. "Die staatliche Unterstützung durch das Bankenrettungspaket wird von einer ganz deutlichen Mehrheit als gerechtfertigt angesehen. Eine gleichzeitige Regulierung wie etwa im Fall eines Selbstbehalts bei Kreditverbriefungen wird ebenso begrüßt", so Knoll.

Der vonseiten der EU veranschlagte Selbstbehalt des Emittenten in Höhe von fünf Prozent wird von der Mehrheit sogar als zu niedrig angesehen. Eine verstärkte Regulierung von Ratingagenturen und Vergütungssystemen werde zudem überraschend als wünschenswert eingestuft.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ifk-cfs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften