Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgelernte erhalten bei Arbeitgeberwechsel mehr

08.10.2009
4,5 Prozent höhere Löhne für Abiturienten mit abgeschlossener Lehre

Ausgelernte Fachkräfte, die nach der dualen Berufsausbildung den Lehrbetrieb verlassen und zu einem neuen Arbeitgeber wechseln, profitieren im Durchschnitt mit einem Lohnaufschlag von 0,6 Prozent.

Vor allem zahlt sich das in Österreich, Deutschland und der Schweiz gängige und parallel gestaltete Ausbildungskonzept in Betrieb und Berufsschule für Abiturienten mit Lehrabschluss aus. Einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nach können Abiturienten mit Lehrabschluss im Schnitt mit 4,5 Prozent höheren Lohnaufschlägen rechnen. Das ZEW hält jedoch fest, dass dies keine Garantie ist.

"Die Einschätzung der höheren Lohnaufschläge bei Ausgelernten, die den Betrieb wechseln, teile ich. Dennoch ist dies teils sehr stark vom Grad der Spezialisierung des Berufs abhängig und daher nicht zu verallgemeinern", erklärt Bildungsexperte Felix Rauner vom Institut für Technik und Bildung der Universität Bremen im Gespräch mit pressetext. Dem Insider nach können sehr spezialisierte Berufe bei einem Arbeitgeberwechsel auch schnell zu Lohnabschlägen führen. "Daher ist es wichtig, dass eher breitbrandige Berufe geschaffen werden. Das ist ein Vorteil für die Flexibilisierung des modernen Arbeitsmarkts."

Die Untersuchung bezieht sich auf Lohninformationen von 50.000 Fachkräften am Ende ihrer Ausbildung und zu Beginn ihrer ersten Beschäftigung als Fachkraft in Deutschland. Im Zuge der Auswertung der Daten kommen die Fachleute zu dem Ergebnis, dass die Produktivität der angehenden Fachkräfte auch in anderen Betrieben hoch ist. Der Unternehmenswechsel nach der Ausbildung bietet sich daher in vielen Fällen an. Junge Fachkräfte mit Abitur profitieren um so mehr davon. Dass vor allem viele Abiturienten mit abgeschlossener Berufsausbildung überdurchschnittlich verdienen können, führt das ZEW auf den hohen Wettbewerb zurück.

"Die meisten Abiturienten werden nach ihrer Ausbildung von den Unternehmen umworben. Denn ein anschließendes Studium stellt auch attraktive Alternativen dar", so ZEW-Forscher Thomas Zwick gegenüber pressetext. Die Betrachtung der einzelnen Berufsgruppen zeigt, dass sich insbesondere Ausgelernte in kaufmännischen Berufen sowie Handelsberufen durch einen Arbeitgeberwechsel finanziell besser stellen. Die erzielten Lohnaufschläge betragen in diesen Tätigkeitsbereichen im Schnitt 3,2 Prozent. In industriellen Berufen wirkt sich ein Wechsel nachteilig aus. Die Beschäftigten erhalten im Schnitt 2,4 Prozent weniger.

Die Wirtschaftsfachleute führen diesen Umstand darauf zurück, dass ein Wechsel nach der Lehre in Industrieberufen eher unüblich ist. Wechsler sind bis zu einem gewissen Grad stigmatisiert, wenn sie durch ihren Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden. Andererseits wird vermutet, dass die spezifischen, häufig stark auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittenen Ausbildungsinhalte den Lohnabschlag bewirken. Hierbei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Lohnaufschläge nach der Ausbildung recht hoch sind. Demnach sind Wechsler in dieser Berufsgruppe nur relativ benachteiligt, meint Zwick abschließend.

Die ZEW-Untersuchung "Good Occupation - Bad Occupation? The Quality of
Apprenticeship Training" steht als PDF unter ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/dp/dp09024.pdf zur Verfügung.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.zew.de
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht KMU suchen die finanzielle Unabhängigkeit
25.05.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics