Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufschwung erreicht Kreditmarkt

24.06.2011
  • Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen wächst um fast 4 %
  • Erster Anstieg seit zwei Jahren
  • Eskalation der Schuldenkrise in der Europeripherie bleibt größtes Risiko für den inländischen Kreditmarkt

Der Aufschwung der Konjunktur erreicht den Kreditmarkt. Das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen hat im 1. Quartal 2011 erstmals seit zwei Jahren wieder zugenommen. Im Vorjahresvergleich ist die Kreditvergabe zwischen Januar und März um knapp 4 % angestiegen.

Vernachlässigt man die durch Kriseneffekte verzerrten Jahre zwischen 2007 und 2010, ist dies der erste signifikante Anstieg des Kreditneugeschäfts seit einer knappen Dekade. Über die kommenden beiden Quartale dürfte sich die positive Tendenz fortsetzen. Dies zeigt der neue, für das Handelsblatt erstellte Kreditmarktausblick der KfW Bankengruppe.

Damit reagiert der Kreditmarkt mit zeitlicher Verzögerung auf den
2010 einsetzenden Aufschwung. Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Industrie lag über weite Teile des vergangenen Jahres noch deutlich unter ihrem langjährigen Durchschnitt. Trotz eines Wachstums von 7,5 % im zurückliegenden Jahr konnten die Unternehmensinvestitionen ihr Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreichen. Kreditfinanzierte Erweiterungsinvestitionen spielten daher noch keine größere Rolle. Erst im laufenden Jahr werden die Unternehmensinvestitionen in Deutschland aufgrund der guten Auftragslage und der bereits überdurchschnittlich ausgelasteten Kapazitäten ihren Einbruch vollständig überwunden haben und damit für eine vermehrte Kreditnachfrage sorgen.

Auf der Angebotsseite sind die Kreditrestriktionen der Banken und Sparkassen aktuell weiterhin sehr niedrig. Dies zeigt u. a. die Einschätzung der im Rahmen der ifo-Kredithürde befragten Unternehmen. Auf Seiten der Kreditinstitute wird dieses Bild durch die Ergebnisse des Bank Lending Survey mit einer weiteren Lockerung der Standards für Unternehmenskredite im ersten Quartal 2011 bestätigt. Zudem ist das Zinsniveau im 1. Quartal mit rund 4,1 % für Kredite mit mittel- und langfristiger Zinsbindung im historischen Vergleich noch immer als moderat zu bezeichnen.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe: "Sieht man von den Krisenjahren 2007 bis 2010 mit ihren Sondereffekten ab, haben wir im 1. Quartal 2011 den ersten signifikanten Anstieg des Kreditneugeschäfts seit knapp 10 Jahren. Die exzellente konjunkturelle Entwicklung in Deutschland erreicht jetzt zu Beginn der Spätphase des Aufschwungs auch den inländischen Unternehmenskreditmarkt. Wir erwarten für 2011 ein Wachstum des BIP von 3,5 % und der Unternehmensinvestitionen von 11,5 %. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass sich die erfreuliche Entwicklung am Kreditmarkt fortsetzen wird. Das bei Weitem größte Risiko dieser Prognose liegt im Wiederaufflammen und Ausbreiten der Schuldenkrise der Euro-Peripherieländer. Aber auch ein unerwartet starkes Nachlassen der globalen Wachstumskräfte darf als mögliche Risikoquelle nicht außer Acht gelassen werden."

Die neue Ausgabe des Kreditmarktausblicks ist unter http://www.kfw.de in der Kategorie "Research" abrufbar.

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM)
Tel. 069 7431-4400, Fax: 069 7431-3266,
E-Mail: presse@kfw.de

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise