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Asien ist Exportweltmacht Europa auf den Fersen

29.10.2008
Wirtschaftswandel stellt EU vor neue Herausforderungen

Exportweltmeister Europa hat seine Vormachtstellung in der Weltwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren zwar weitgehend verteidigen können. Angesichts des schnellen Wirtschaftswandels, der Finanzkrise und des bevorstehenden globalen Abschwungs steht die Europäische Union jedoch vor neuen Herausforderungen. Wie ein EU-Kommissionsbericht über die "Stärken des europäischen Handels in einer sich wandelnden Weltwirtschaft" aufzeigt, haben die Mitgliedsstaaten der Union schon in den vergangenen Jahren etwa bei Hochtechnologieerzeugnissen massiv an Vorsprung eingebüßt. Aufgrund der zu erwartenden Rezession würden bei EU-Exporten nun besonders gegenüber Asien und speziell im Vergleich zu China weitere Abstriche drohen.

Das schwache Ergebnis im traditionell starken Hochtechnologiebereich steht im Widerspruch zu dem hohen Entwicklungsstand in Europa. Bisher konnte die EU etwa gegenüber den USA oder Japan hauptsächlich aufgrund qualitativ hochwertiger Produkte und Innovationsstärke punkten. Dem EU-Bericht zufolge hätte Europa in diesem Bereich jedoch zu besseren Leistungen fähig sein müssen. "Es stellt sich daher die Frage, ob die EU zukünftig in der Lage sein wird, ihre führende Position in Bezug auf Qualität und Innovation zu halten", schreibt die Kommission. Zwar bleibt die EU derzeit noch der weltweit größte Exporteur von Fertigerzeugnissen und hochwertigen Produkten. Im Hochtechnologiesektor seien jedoch Investitionen erforderlich. Zudem müsse die EU ihren Marktanteil an den rasch wachsenden Volkswirtschaften Asiens erhöhen.

Auf einigen asiatischen Märkten habe die EU bedeutend an Marktanteilen verloren. "Langfristig könnte durch die unzureichende Leistung auf den zukunftsträchtigen Märkten die Position der EU im internationalen Handel insgesamt geschwächt werden", so die Kommission. Durch Investitionen in den entsprechenden Regionen sowie die Förderung des Freihandels sei dieser Tendenz entgegenzuwirken.

Mit einem Anteil von 19,5 Prozent am globalen Warenhandel liegt die EU derzeit noch an der Spitze vor China, den USA und Japan. Gleichzeitig machen jedoch Vorleistungen für das Verarbeitende Gewerbe zwei Drittel der EU-Importe aus, was die starke Abhängigkeit der Industrie von offenen Märkten zeigt. Eine Schwäche der Zuliefermärkte könnte auch die EU-Produktion beeinflussen. Nur der Zugang zu Einfuhren sowie die hohe Qualität der Produkte, Markenimage und hochwertige Serviceleistungen könnten jedoch die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Exporte in der globalen Wirtschaft gewährleisten.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/index_de.htm

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