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Arbeitszeitmonitor zu Beschäftigungsstrukturen Unterschiede in Ost und West bleiben

23.03.2009
Auch fast 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung leben die Menschen in Ost und West in verschiedenen Arbeitswelten.

Zum einen wirkt sich die höhere Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern auf die Beschäftigungs- und Arbeitszeitstrukturen aus. Zum anderen gibt es bei den Frauen weiterhin deutliche Unterschiede: In Ostdeutschland sind sie nicht nur häufiger berufstätig, sie arbeiten auch mehr Stunden als die Frauen im Westen, stellt das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen fest.

Das belegt der Arbeitszeit-Monitor 2001-2006, für den die IAQ-Arbeitszeitforscher Dr. Steffen Lehndorff, Dr. Angelika Kümmerling und Andreas Jansen im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung Daten des Mikrozensus zu Beschäftigung und Arbeitszeiten in Ost- und Westdeutschland ausgewertet haben. Der Anteil der Vollzeiterwerbstätigen sank von 2001 bis 2006 sowohl in Ost wie in West kontinuierlich. Trotz einer insgesamt positiven Beschäftigungsbilanz gingen im Zeitraum zwischen 2001 und 2006 mehr als 1,6 Millionen Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse verloren.

Dabei ist der Rückgang in Ostdeutschland mit 13,3% bei den Frauen und 11,7% bei den Männern stärker ausgefallen als in Westdeutschland (7,1% Frauen; 5,4% Männer). Die geringfügige Beschäftigung hat zeitgleich stark zugenommen: 2006 arbeiteten bereits 13 Prozent der west- und 9,2 Prozent der ostdeutschen abhängig Beschäftigten ausschließlich in einem Minijob.

Mit 63,2 Prozent sind deutlich mehr ost- als westdeutsche Frauen (47,3 Prozent) in Vollzeit berufstätig. Während in Westdeutschland Frauen vor allem in "kurzer Teilzeit" mit 20 und weniger Wochenstunden arbeiten, liegt in Ostdeutschland die Spitze mit 30 Stunden im Bereich der "langen Teilzeit". Nur gut ein Zehntel der ostdeutschen Frauen ist geringfügig beschäftigt, dagegen jede fünfte Frau in den alten Bundesländern. Auch Frauen mit Kleinkindern unter drei Jahren sind in Ostdeutschland häufiger berufstätig: 2005 gingen insgesamt 41 Prozent der ostdeutschen Mütter mit einem Kind unter drei Jahren arbeiten, in Westdeutschland mit 30,6 Prozent deutlich weniger.

Den aktuellen IAQ-Report "Unterschiede in den Beschäftigungs- und Arbeitszeitstrukturen in Ost- und Westdeutschland" finden Sie unter http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2009/report2009-03.pdf

Weitere Informationen: Andreas Jansen, Tel. 0203/379-1391, andreas.jansen@uni-due.de, Dr. Angelika Kümmerling, Tel. 0203/379-2814 , angelika.kuemmerling@uni-due.de; Dr. Steffen Lehndorff, Tel.

0203/379-1815, steffen.lehndorff@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, presse-iaq@uni-due.de

Claudia Braczko | Universität Duisburg-Essen
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

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