Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

770.000 Haushalte erhalten Wohngeld

22.07.2013
Besonders Rentner und einkommensschwache Familien mit Kindern profitieren – Anteil der Wohngeldbewilligungen in Ostdeutschland am höchsten

Im Jahr 2011 erhielten 770.000 Haushalte in Deutschland Wohngeld. Der durchschnittliche Mietzuschuss betrug 2011 112 Euro im Monat, womit knapp ein Drittel der Bruttokaltmiete abgedeckt wurde. Den weitaus größten Anteil der Wohngeldempfänger stellen Einpersonenhaushalte.


Wohngeld in den Kreisen und kreisfreien Städten 2011


Wohngeld für Rentner und Grundsicherung im Alter 2011

Je nach Region unterscheiden sich die Höhe des Wohngeldes, die Anzahl der Wohngeldempfänger und die Struktur der Haushalte zum Teil deutlich. Das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor.

Mit dem Wohngeld erhalten einkommensschwächere Haushalte von Bund und Ländern einen Zuschuss zu ihren Wohnkosten. Rentnerhaushalte stellen den Wohnungsmarktexperten zufolge fast die Hälfte der Wohngeldempfänger. In mehr als 90 Prozent dieser Rentnerhaushalte lebt nur eine Person. Über 90.000 Rentner mit Wohngeldbezug leben zudem in einem Alten- oder Pflegeheim.

"Neben der Grundsicherung im Alter ist das Wohngeld ein wichtiges wohnungspolitisches Instrument, um geringe Alterseinkünfte abzufedern und Rentnerinnen und Rentner vor Altersarmut zu schützen", sagte Harald Herrmann, Direktor des BBSR, bei der Vorstellung der Studie.

Mietzuschuss für vierköpfige Familien betrug im Durchschnitt 155 Euro

Neben Rentnern profitieren vor allem Familien von Geringverdienern. Elternhaushalte mit Kindern stellen ein Viertel der Wohngeldempfänger. Eine vierköpfige Familie mit Wohngeldbezug erhielt 2011 in den Großstädten einen monatlichen Mietzuschuss in Höhe von 166 Euro und in kleineren Gemeinden von 144 Euro. Ein Fünftel aller Wohngeld beziehenden Paare mit Kindern lebt zudem im selbstgenutzten Wohneigentum. Aber auch viele Studierende erhalten einen Zuschuss. Fünf Prozent aller Wohngeldhaushalte waren 2011 Haushalte von Studierenden.

Die meisten Wohngeldbewilligungen wurden 2011 in Ostdeutschland erteilt. Dort erhielten 2011 2,8 Prozent der Haushalte Wohngeld. In Bayern und Baden-Württemberg lag der Anteil bei 1,4 Prozent. Nicht nur in den Großstädten, sondern auch in ländlich geprägten und dünn besiedelten Regionen liegt der Anteil der Wohngeldempfänger über dem Durchschnitt. Wie viele Haushalte in einer Stadt oder Gemeinde Wohngeld erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel dem Haushaltseinkommen oder der Haushaltsgröße. Auch die Wohnkosten, das örtliche Mietenniveau und die regionale Wirtschaftslage spiegeln sich in der Anzahl und im Anteil der Empfänger wider.

"Das Wohngeld ist sozialpolitisch treffsicher und marktkonform, da es sich nach dem individuellen Bedarf der Haushalte richtet, aber auch die regional unterschiedlichen Miethöhen berücksichtigt", so BBSR-Direktor Herrmann.

Die Studie ist in der Reihe BBSR-Analysen KOMPAKT erschienen. Das Heft kann per E-Mail an forschung.wohnen@bbr.bund.de kostenfrei angefordert werden, eine PDF-Version ist unter http://www.bbsr.bund.de in der Rubrik "Veröffentlichungen" verfügbar.

Zur Datengrundlage:
Auf Basis der Wohngeldstatistik der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben die Wohnungsmarktexperten die 770.000 "reinen Wohngeldhaushalte" betrachtet, in denen ausschließlich Wohngeldempfänger leben. Daneben gibt es weitere 133.000 wohngeldrechtliche "Mischhaushalte", in denen Wohngeldempfänger in einem Haushalt gemeinsam mit Personen wohnen, die Leistungen der Grundsicherung (z.B. Arbeitslosengeld II) beziehen.
Kontakt:
Christian Schlag
Stab Direktor
Telefon +49 228 99401-1484
christian.schlag@bbr.bund.de
Ansprechpartnerin im Fachreferat:
Nina Oettgen
Referat II 12 - Wohnen und Gesellschaft
Telefon +49 228 99401-1243
nina.oettgen@bbr.bund.de
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.
Weitere Informationen:
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/AnalysenKompakt/2013/
DL_10_2013.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Download der Studie
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Aktuell/Medieninfos/2013/Ablage_Medieninfos
/PM_Wohngeld.html#anker
Wohngelddaten für die Kreise und kreisfreien Städte

Christian Schlag | idw
Weitere Informationen:
http://www.bbr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik