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3. Quartal 2008: KfW Bankengruppe setzt ihre hohe Finanzierungsaktivität trotz nachlassender Konjunktur fort

07.11.2008
  • Anstieg des Finanzierungsneugeschäfts um rd. 8 % auf fast 51 Milliarden EUR
  • Finanzierungen für den Mittelstand entgegen der konjunkturellen Abschwächung weiter sehr lebhaft
  • Rekordsteigerung (+ 57 %) in bundesverbilligten Programmen für energieeffizientes Bauen und Sanieren
  • KfW profitiert von der Suche nach liquiden Anleihen erstklassiger Emittenten

Die KfW Bankengruppe verzeichnet auch im 3. Quartal des Jahres 2008 ein anhaltend starkes Finanzierungsgeschäft. Obwohl die Finanzkrise die ohnehin nachlassende konjunkturelle Dynamik zusätzlich schwächt, ist der Umfang aller von der KfW zugesagten Finanzierungen um rund 8 % auf 50,9 Mrd. EUR gestiegen.

Dagegen sind die Verbriefungen erwartungsgemäß aufgrund der ausgetrockneten Märkte weiterhin von sehr geringer Aktivität geprägt (1,6 Mrd. EUR; Vorjahr: 10,0 Mrd. EUR). Dies ist der einzige Grund dafür, dass sich das Gesamtvolumen der KfW in den ersten drei Quartalen bei 52,5 Mrd. EUR (Vorjahr 57,2 Mrd. EUR) bewegte. Die KfW Förderbank und die KfW Mittelstandsbank hielten ihre Finanzierungstätigkeit auf dem Niveau des Rekordjahres 2007. Die KfW IPEX-Bank, die KfW Entwicklungsbank sowie die DEG verzeichneten deutliche Wachstumsraten.

Der Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe Dr. Ulrich Schröder erklärte: "Die KfW hat trotz der weiter verschlechterten Lage an den Kapitalmärkten und der verstärkten konjunkturelle Abschwächung ihre Förderaktivitäten auf hohem Niveau weitergeführt. Wir werden auch weiterhin als wichtiger Finanzierungspartner bereitstehen und gerade im Rahmen der Finanzkrise unseren Aufgaben als größte deutsche Förderbank nachkommen. So wollen wir mithelfen, möglichen negativen Auswirkungen z. B. bei der Kreditvergabe entgegenzuwirken."

Die KfW Mittelstandsbank konnte in den ersten drei Quartalen 2008 mit Finanzierungen von 10,2 Mrd. EUR das hohe Förderniveau des Jahres 2007 (10,7 Mrd. EUR) nahezu halten - entgegen der seit dem 2. Quartal 2008 zunehmenden konjunkturellen Abkühlung. Demgegenüber sind die Verbriefungen von Mittelstandskrediten aufgrund des weiterhin schwierigen Marktumfeldes von 5,4 Mrd. EUR auf 1,6 Mrd. zurückgegangen, so dass das Gesamtvolumen der KfW Mittstandsbank mit 11,8 Mrd. EUR den Wert des Vorjahres von 16,1 Mrd. EUR nicht erreichen konnte.

In den klassischen Förderkreditprogrammen für Gründer, Freiberufler sowie kleine und mittlere Unternehmen konnte die KfW Mittelstandsbank sogar zulegen. Im KfW-Unternehmerkredit dem Basisförderprogramm für den Mittelstand hat sie z. B. mit 7,1 Mrd. EUR etwa 3 % mehr als im Vorjahreszeitraum zugesagt.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2008 konnte die KfW Förderbank Finanzierungen mit einem Volumen von 23,9 Mrd. EUR aus den Bereichen Umwelt, Wohnen, Infrastruktur und Bildung ausreichen. Mit einem Plus von gut 1 % wurde damit das (Rekord-) Vorjahresniveau leicht übertroffen. Aufgrund des immer noch ausgetrockneten Verbriefungsmarktes ist das Gesamtfördervolumen der KfW Förderbank insgesamt allerdings geringer ausgefallen als im Vorjahreszeitraum (28,2 Mrd. EUR). Deutliche Wachstumszahlen verzeichnet der Umweltbereich, in dem das Volumen der neu zugesagten Finanzierungen im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 6 % auf 4,9 Mrd. EUR angestiegen ist, sowie die wohnwirtschaftlichen Förderprogramme. Hier ist das Finanzierungsneugeschäft um rund 4 % auf 12,1 Mrd. EUR angestiegen.

Bei den bundesverbilligten Programmen im Rahmen der Förderinitiative Wohnen, Umwelt, Wachstum wurden 3,3 Mrd. EUR für Maßnahmen zur Energieeinsparung und CO2-Minderung in bestehenden Wohnungen bereitgestellt. Dies bedeutet eine Steigerung um rund 57 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im Bildungsbereich hat die KfW Bankengruppe bis zum 30.9.2008 Finanzierungen in Höhe von über 0,8 Mrd. EUR bereitgestellt. Ein wesentliches Element war der KfW-Studienkredit. In den ersten drei Quartalen konnte die KfW 10.000 Zusagen erteilen, davon allein im 3. Quartal 2008 über 4.100 Darlehen. Der KfW-Studienkredit wird ausschließlich mit einer variablen Verzinsung angeboten. Dadurch ist es möglich, den Studierenden eine breite Palette selbst wählbarer, flexibler Gestaltungsmöglichkeiten bei Dauer und Höhe der Inanspruchnahme sowie Rückzahlung der Darlehen anzubieten und ihnen auch in Zukunft den Zugang zu einer günstigen, individuellen Studienfinanzierung zu ermöglichen. Im "Meister-Bafög" wurden im 3. Quartal 2008 über 9.000 Darlehen zur Förderung der Aufstiegsfortbildung und Weiterbildung von Fachkräften zugesagt. Seit Jahresbeginn sind insgesamt knapp 27.900 Darlehen zugesagt und damit rund 7 % mehr Förderkredite vergeben als im Vorjahreszeitraum.

Der Bildungskredit, der Schüler und Studierende am Ende ihrer Ausbildung fördert, wies in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 eine Steigerung der Kreditzusagen um rund 29 % auf rund 8.200 Kreditnehmer aus.

Die KfW Entwicklungsbank konnte ihre Aktivitäten in der Finanziellen Zusammenarbeit im Laufe des Jahres weiter steigern. Zum Ende des 3. Quartals 2008 beliefen sich die Zusagen auf 1,6 Mrd. EUR, was einem Anstieg von nahezu 26 % gegenüber dem Vorjahresstichtag entspricht. Der Anteil KfW-eigener, auf dem Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel daran betrug 57 %. Auf diese Weise ergänzt die KfW die bereitgestellten Haushaltsmittel und unterstützt die Bundesregierung wesentlich bei der Erfüllung ihrer internationalen Zusagen in der Entwicklungszusammenarbeit.

Die KfW IPEX-Bank hat bis zum 3. Quartal 2008 Neugeschäfte über 14,2 Mrd. EUR abgeschlossen und verzeichnet damit erneut ein starkes Wachstum (Vorjahr 10,9 Mrd. EUR). Bei einem insgesamt sehr angespannten weltwirtschaftlichem Umfeld und der aktuellen Verunsicherung auf den internationalen Finanzmärkten sieht die Bank darin einen sehr erfolgreichen Geschäftsverlauf und unterstützt so die deutsche und europäische Wirtschaft. Auf Finanzierungen in Deutschland entfielen 3,3 Mrd. EUR, auf den übrigen europäischen Raum 6,4 Mrd. EUR und somit 4,5 Mrd. EUR auf außereuropäische Regionen. Besonders hohe Einzelbeiträge leisteten - wie im bisherigen Jahresverlauf auch - Finanzierungen für die Schifffahrt, die Verarbeitende Industrie, die Grundstoffindustrie, den Schienen- und Straßenverkehr sowie für den Bereich Energie und Umwelt.

Mit diesem Ergebnis hat sich die KfW IPEX-Bank weiter als führende Adresse in der internationalen Projekt- und Exportfinanzierung etabliert und leistet einen maßgeblichen Beitrag zu den Förderaktivitäten der KfW Bankengruppe. Um sie auch für die kommenden Jahre mit einer stabilen Grundlage für ihren stetigen und nachhaltigen Marktauftritt auszustatten, beabsichtigt die KfW, Schritte zu einer weiteren Kapitalzuführung an die KfW IPEX-Bank einzuleiten. Solche Kapitalzuführungen sind im Rahmen des Geschäftsplans der KfW IPEX-Bank von Anfang an vorgesehen. Die KfW IPEX-Bank hatte zum Stichtag ihrer Selbständigkeit am 01.01.2008 nur einen Teil ihres seit 01.01.2004 abgeschlossenen Geschäftes in Höhe von rund 25 Mrd. EUR auf die eigene Bilanz genommen. Das Altportfolio von rund 40 Mrd. EUR hingegen ist auf der Bilanz der KfW verblieben und schmilzt im Laufe der kommenden Jahre langsam bis auf ein erwartetes Volumen von rund 10-15 Mrd. EUR ab. Im Zuge dieses Abschmelzens bei gleichzeitigem Aufbau des IPEX-Portfolios sinkt der Kapitalbedarf des KfW-Portfolios und wächst der Eigenkapitalbedarf der KfW IPEX-Bank bis zum Erreichen des Zielportfolios von rd. 50 - 55 Mrd. EUR. Aus Gründen des rentablen Eigenkapitaleinsatzes ist dieser Wachstumsprozess sukzessive mit zusätzlichem Eigenkapital zu unterlegen.

Zur Refinanzierung ihrer Förderaktivitäten hat die KfW in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 an den internationalen Kapitalmärkten längerfristige Mittel im Gegenwert von 61,8 Mrd. EUR aufgenommen. Das entspricht mehr als 82 % des für das Gesamtjahr geplanten Volumens von rund 75 Mrd. EUR. Hierbei kam ihr zugute, dass liquide Kapitalmarktanleihen erstklassiger Emittenten - wie der KfW mit ihrem AAA/Aaa/AAA-Rating - in den großen Kapitalmarktwährungen Euro und US-Dollar von Investoren besonders gesucht sind; dies galt im dritten Quartal für den Dollar sogar noch stärker als für den Euro. Insgesamt wurden seit Beginn des Jahres 313 Einzeltransaktionen abgeschlossen. Durch den stärkeren Fokus auf großvolumige Benchmark-Anleihen ist die Zahl der Einzeltransaktionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum (456 Transaktionen) gesunken, das Refinanzierungsvolumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum (53 Mrd. EUR) jedoch gestiegen.

Service:

Tabellarische Übersicht über die Zahlen des 3. Quartals der KfW Bankengruppe unter www.kfw.de im Bereich Presse/Materialien für die Presse/Präsentationen abrufbar.

| KfW Bankengruppe
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

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