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Forscher am Massachussetts Institute of Technology (MIT) haben eine Software entwickelt, die dank eines ausgeklügelten Berechnungsverfahrens erkennt, wenn ein Autofahrer eine rote Ampel missachten wird. In ersten Tests erwies sich die Erfindung bereits als sehr zuverlässig, sie könnte in Zukunft zahlreiche Leben retten.
Früherkennung gegen tödliche Crashes
2008 gab es laut MIT-Angaben US-weit 2,3 Mio. Autounfälle an Kreuzungen, die rund 7.000 Menschenleben forderten. Ein Zehntel der Todesfälle lässt sich auf Crashes zurückführen, die durch das Befahren der Kreuzung bei roter Ampelschaltung entstehen. Bei rund der Hälfte der Opfer handelt es sich nicht um den Verkehrssünder, sondern um andere Autofahrer und Passagiere, Fahrradlenker oder Fußgänger.
Der an der Universität entwickelte Algorithmus zielt darauf ab, Kreuzungen weniger gefährlich zu machen. Mit seiner Hilfe ist es möglich, Autolenker zu erkennen, die wahrscheinlich das Rotlicht ignorieren werden. Die dadurch gewonnene Zeit von einigen Sekunden reicht aus, um auf die Warnung zu reagieren und viele der gefährlichen Crashes zu verhindern.
Vehicle-to-Vehicle-Kommunikation als Voraussetzung
MIT-Aeronautiker Jonathan How, der auch zu den Autoren des Whitepapers zählt, hofft auf den Einsatz des Systems in den "Smart Cars" der Zukunft. "Wenn der Fahrer so etwas wie ein Head-Up-Display hätte, könnte auf diesem eine Warnung angezeigt werden. Das Programm könnte vorschlagen, sich bei eigenem Grünlicht vorerst nicht auf die Kreuzung zu wagen, da andere Fahrer sich vielleicht problematisch verhalten und man selbst das nicht registriert."
Um ein solches System effizient umzusetzen, müssten Autos jedoch miteinander kommunizieren können, erklärt der Wissenschaftler. Es wäre notwendig, dass die Vehikel untereinander kabellos Daten über Standort und Geschwindigkeit austauschen.
85-prozentige Erfolgsrate
In einem Testlauf mit Aufzeichnungen von über 15.000 auf Kreuzungen verkehrenden Autos bewies der Algorithmus eine 85-prozentige Genauigkeit bei der Früherkennung von Rotsündern. Damit schlägt er die Resultate ähnlich gearteter Entwicklungen um 15 bis 20 Prozent - auch die Fehlalarmquote liegt deutlich niedriger. Die Forscher entdeckten einen besonderen Zeitpunkt, etwa ein bis zwei Sekunden vor einem Crash, an welchem ihre Software besonders exakte Rückmeldung liefert und der Fahrer trotzdem noch genug Zeit zum Reagieren auf eine Warnmeldung hat.
Das Tool soll nun weiterentwickelt werden und Fahrern in Zukunft konkrete Handelsempfehlungen geben können. Es ist auch geplant, die Erfindung auf die Luftfahrt zu adaptieren.
Georg Pichler | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.mit.edu
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