Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn Koffer alleine verreisen: Forschung zum Entkoppeln von Personen- und Gepäckstransport

21.10.2015

Gepäcksstücke sind oft lästig und schwer und daher im Alltag ein häufiger Grund für das Nutzen des Autos statt umweltschonender und platzsparender Verkehrsmittel. Das Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten untersucht mit KooperationspartnerInnen in mehreren Forschungsprojekten, wie Gepäckstransport erleichtert oder im Idealfall vollständig vom Personenverkehr getrennt werden kann.

Wer hat sich nicht schon mal geärgert, wenn das einzig freie Schließfach am Bahnhof in der obersten Reihe nicht die passende Größe für die eigenen Gepäckstücke hatte? Nach Lösungen für solche Situationen sucht das Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten als Kooperationspartner in Forschungsprojekten.


Prototyp des Gepäckaufbewahrungssystems "Store & go"

FH St. Pölten / Karin Jungmeier

Unter dem Titel „store & go“ forscht ein interdisziplinäres Team an modernen Systemen zum Aufbewahren von Gepäck: Gepäckstücke sollen ebenerdig und barrierefrei aufgegeben und abgeholt werden können; die Behältertechnik im Hintergrund soll alles automatisch platzsparend verstauen – ohne lästiges Stopfen und Quetschen.

Das Gestalten von effektiven Verkehrsstationen ist für den öffentlichen Personenverkehr ein wichtiger Erfolgsfaktor, um die Attraktivität und Leistung der Verkehrssysteme zu erhöhen. „Konventionelle Schließfachanlagen sind durch ihre Struktur und Gestalt jedoch ineffizient in der Raumnutzung und nicht für alle Personengruppen problemlos zu handhaben. Die enorme Größenvielfalt der temporär zu lagernden Waren oder Gepäckstücke führt unmittelbar zu großvolumigen und unökonomischen Anlagen“, erklärt Frank Michelberger, Leiter des Carl Ritter von Ghega Instituts für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten.

In zwei aufeinanderfolgenden Projekten wurden Konzepte für Aufbewahrungssysteme untersucht und wurde ein Prototyp für ein barrierefreies und einfach zu handhabendes System entwickelt und getestet.

Ohne Gepäck unterwegs

Einen Schritt weiter geht das Projekt „GepäckLoS“: Nach dessen Vision sollen sich Menschen gar nicht mehr mit Taschen und Koffern abmühen. „Gepäck ist einer der Hauptgründe, weshalb bei Reisen und in der Alltagsmobilität vorrangig auf den Pkw zurückgegriffen wird. Um aktive und nachhaltige Mobilitätsformen zu fördern, ist es unumgänglich, Gepäcktransport und Personenverkehr zu entkoppeln“, sagt Michelberger. Das Projekt „GepäckLoS“ sucht nach Logistiksystemen, die das ermöglichen.

Ein mögliches intermodales Gepäckslogistiksystem, also eines, das alle Verkehrsmittel umfasst, funktioniert im Idealfall parallel und zeitgleich zum Personenverkehr. Im Projekt „GepäckLoS“ werden verschiedene Konzepte hinsichtlich Akzeptanz, Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit untersucht und die Bedürfnisse von potentiellen KundInnen erhoben.

„In unseren Projekten erforschen wir den Bedarf nach Verkehrslösungen der Zukunft und entwickeln dazu erste Prototypen. Ziel sind leichter zu benutzende Systeme, barrierefreie Zugänge und nachhaltigere Verkehrsformen“, sagt Michelberger.

Kleingut auf Reisen

Im Projekt „smartBOX“ arbeitet die FH St. Pölten an der Verbesserung eines Transportsystems für Kleingut (Stückgut, Gepäck und Pakete), das in Zukunft die Anwesenheit bei der Paktanlieferung hinfällig macht. Basis dafür sind Mehrwegbehälter (die „smartBOX“) sowie Abhol- und Aufgabeterminals. Die FH St. Pölten untersucht dabei schwerpunktmäßig die Auswirkungen dieses Systems auf die Umwelt.

Der Transport von Kleingut nimmt nicht zuletzt durch die steigende Nachfrage im Onlinehandel stark zu. Heutige Zustellservices sind hinsichtlich der KundInnenbedürfnisse jedoch relativ unflexibel (z. B. ist die persönliche Anwesenheit an der Zustelladresse oder eine persönliche Abholung in einer Filiale erforderlich). Andererseits sind sie durch häufig notwendige mehrere Zustellversuche ineffizient.

Durch ein integriertes System für autonome Kleinguttransporte soll es ermöglicht werden, das Gesamtverkehrsaufkommen bei steigendem Transportbedarf massiv zu reduzieren. Zum Beispiel können Personen Kleingüter verschiedenster Art befördern lassen, statt diese selbst per Pkw zu transportieren, wodurch eine Art öffentlicher Güterverkehr parallel zum öffentlichen Personenverkehr installiert wird. Das Forschungsprojekt „smartBOX“ konzipiert die Komponenten für ein solches System.

Links zu den Projekten:
Projekt store & go: https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/store-go-innovatives-und-barrieref...
Projekt store & go+: https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/store-go
Projekt GepäckLoS: https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/gepaecklos-gepaecklogistiksystem-z...
Projekt smartBOX: https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/smartbox-kleingutmobilitaet-2.0
Alle erwähnten Projekte werden vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) in der Programmlinie "Mobilität der Zukunft" gefördert und partnerschaftlich mit netwiss, dem LOGISTIKUM der FH Oberösterreich und anderen PartnerInnen umgesetzt.

Das Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten erforscht in interdisziplinären Projekten Verkehrssysteme der Zukunft: vom gepäcklosen Individualverkehr über Arbeitsplätze in Leitstellen bis zu einem Spiel, mit dem sich nachhaltige Mobilität erlernen lässt.
http://mobility.fhstp.ac.at/

Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den sechs Themengebieten Medien & Wirtschaft, Medien & Digitale Technologien, Informatik & Security, Bahntechnologien & Mobilität, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 17 Studiengängen werden rund 2.300 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt zu den oben genannten Themen sowie institutsübergreifend und interdisziplinär. Die Studiengänge stehen in stetigem Austausch mit den Instituten, die laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickeln und umsetzen.

Wissenschaftlicher Kontakt
FH-Prof. Dipl.-Ing.(FH) Dipl.-Ing. Frank Michelberger, EURAIL-Ing.
Institutsleiter Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung
T: +43 (2742) 313 228 – 664
E: frank.michelberger@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/michelberger-frank

Informationen und Rückfragen:
Mag. Mark Hammer
Marketing und Unternehmenskommunikation
T: +43 (2742) 313 228 – 269
M: +43 (676) 847 228 – 269
E: mark.hammer@fhstp.ac.at
I: www.fhstp.ac.at/de/presse
Pressetext und Fotos zum Download verfügbar unter: https://www.fhstp.ac.at/de/presse

Mark Hammer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Lasersystem zur Rettung bei schweren Unfällen
29.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Autonomer Stadtbus: Sicher und zuverlässig unterwegs im Nahverkehr
28.11.2016 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie