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Die Vision vom unfallfreien Fahren

24.09.2009
Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor Freiherr zu Guttenberg hat dieser Tage die "Forschungsinitiative Kooperative Sensorik und kooperative Perzeption für die präventive Sicherheit im Straßenverkehr", kurz "Ko-Fas", gestartet.

Ziele des mit einem Finanzvolumen von 25 Millionen Euro ausgestatteten derzeit größten neuen Forschungsprojekts im Verkehrsbereich sind neue Technologien für eine "Unfallfreie Mobilität" und "Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und Fahrzeugklassen". Unter den 19 Partnern des Forschungsverbunds aus Industrie und Wissenschaft ist auch das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm.

"Wir konzentrieren uns dabei auf zwei Schwerpunkte", sagt dessen Direktor Professor Klaus Dietmayer, "zum einen auf die Verwendung kooperativer Sensornetzwerke zur Erfassung der Verkehrsumgebung, verdeckte Verkehrsteilnehmer inklusive, zum anderen auf die kontinuierliche Modellierung des Verkehrsgeschehens mit dem Ziel einer umfassenden Bewertung eventueller Kollisionsrisiken".

Wobei die so gewonnenen Informationen über Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikationsverbindungen ebenso ausgetauscht werden sollen wie über Verbindungen mit der örtlichen Infrastruktur. "An unübersichtlichen Kreuzungen zum Beispiel können dadurch die heran nahenden Fahrer auch vor nicht erkennbaren verdeckten Fahrzeugen gewarnt werden", erläutert Dietmayer. Mehr noch: Bei Bedarf sollen intelligente Systeme der beteiligten Fahrzeuge zudem neben Warnsignalen geeignete Maßnahmen auslösen, um mögliche Kollisionen zu verhindern.

"Im Grunde geht es um neue Technologien, Systeme und Komponenten, die den Verkehrsteilnehmern ein umfassenderes Bild der Verkehrsumgebung vermitteln, auf deren Basis sie kritische Situationen frühzeitig erkennen und mit vorbeugenden Maßnahmen Unfälle möglichst vermeiden oder zumindest Unfallfolgen wesentlich vermindern können", so der Wissenschaftler, der sich seit Übernahme des Ulmer Lehrstuhls im April 2000 mit der Fahrzeugumfelderfassung beschäftigt. Das sei denn auch der Auslöser für die Aufnahme seines Instituts in das Verbundprojekt gewesen, an dem neben führenden Autoherstellern und Zulieferern bundesweit zahlreiche Universitäten, Hochschulen und Institute von Forschungsgesellschaften beteiligt sind, verschiedene Fraunhofer Institute etwa, die TU München und die Universität Karlsruhe. In die Gesamtkosten des Projekts teilen sich übrigens das Bundesforschungsministerium mit einem Anteil von 14 Millionen Euro und die beteiligten Industriepartner, die elf Millionen beisteuern.

Rund 620 000 Euro werden Professor Dietmayer zufolge in den kommenden drei Jahren an die Universität Ulm fließen, vorgesehen unter anderem zur Finanzierung von drei zusätzlichen Doktorandenstellen für die gesamte Laufzeit des Projekts. "Wir können natürlich bei einigen Dingen auf vorhandene Erkenntnisse aus früheren Projekten zurückgreifen", so der Institutsleiter, aber weitgehend handle es sich um völlig neue Fragestellungen. Diese angehen will das Ulmer Forschungsteam mit dem gesamten Instrumentarium des Instituts von Software-Entwicklungen und Simulationen über Labortests bis zum Einsatz von Versuchsfahrzeugen. Eine Herausforderung allerdings für die Uni-Forscher: "In Aschaffenburg werden wir eine ganz normale Straßenkreuzung mit Überwachungssensorik ausstatten, um die Entwicklungen unter realen Bedingungen zu testen", kündigt Dietmayer an. Auch für ihn ein spannendes Unterfangen. Denn einen vergleichbaren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen untereinander, insbesondere in einer so komplexen Umgebung mit vielen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern habe es bisher nicht gegeben.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Klaus Dietmayer, Tel. 0731/50-26302

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

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