Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verkehrsidee: Auto ausleihen mit dem Fahrschein

30.01.2009
Öffentliches Fahrrad-Sharing in Großstädten als Vorbild

Gesündere Städte und neue Verkehrsroutinen verspricht die Idee des "öffentlichen Autos", die Verkehrsplaner der TU Berlin formuliert haben.

Darunter stellen sich die Forscher frei verfügbare Autos vor, die höchstens 300 Meter vom Benutzer entfernt stehen und unkompliziert per Handy aktiviert werden. Die Bezahlung erfolgt über einen speziellen Tarif des städtischen Verkehrsnetz-Tickets und erlaubt schnelles Wechseln zwischen Verkehrslinien und öffentlichem Auto, je nach Bedarf und Fahrtstrecke.

"Das Prinzip ähnelt dem der öffentlichen Fahrräder, die sich in den letzten Jahren bereits in vielen europäischen Großstädten durchgesetzt haben", sagt die Forschungsleiterin Christine Ahrend im pressetext-Interview. Erste Vorstöße für diese Idee gibt es heuer in Paris, wo 2.000 hybride Elektroautos vom Typ Cleanova II als sogenannte "Voiturelib" (freie Autos) zur Verfügung gestellt werden.

Ein öffentliches Auto würde zu weniger Fahrzeugen und zu besserer Luft in den Städten führen, erklärt Ahrend. "Sinnvoll wäre es, wenn die Autos emissionslos betrieben werden. Obwohl man die Quelle der Stromerzeugung diskutieren müsste, wäre es wenigstens in der unmittelbaren Umgebung ein Beitrag für eine gesündere Umwelt."

Als Vorteil des öffentlichen Autos sieht Ahrend auch die Anpassung an den jeweiligen Zweck. "Kleinere Autos wären im Umlauf, denn jeder kann sich das für das momentane Bedürfnis am besten geeignete Auto mieten und muss nicht das ganze Jahr mit dem Ferienauto fahren." Für den Kunden reduzieren sich dadurch die hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten. Die Idee bildet auch eine Antwort auf Untersuchungen, die gezeigt haben, dass Autos den Großteil ihrer Lebenszeit am Straßenrand, in Garagen oder auf Parkplätzen stehen.

Neue Verkehrskonzepte für die Stadt müssen kundenorientiert sein, fordert Ahrend. Das setze ein besseres Verstehen der starken Bindung der Menschen an ihr Auto voraus. "Der Individualverkehr wird geschätzt, da er bequem ist und Taktzeiten sowie Fahrtroute selbst gestalten lässt. Das hat zum Siegeszug des Autos in den Städten geführt." Die Vision des öffentlichen Autos wolle die Menschen in diesem Bedürfnis abholen und eine attraktive Alternative bieten. Denn sei das eigene Auto einmal gekauft, gelange der Besitzer schnell in schwer änderbare Routinen. "Man vergisst den Kaufpreis und rechnet nur noch die Benzinkosten, gegen die öffentlichen Verkehrsmittel nicht konkurrieren können."

Auch Bus, Straßenbahn, U- und S-Bahn sollten sich Ahrend zufolge mehr auf den Kunden einstellen. "Der öffentliche Verkehr passt sich zu wenig an moderne Lebensformen an. Trotz guter Struktur ist es etwa in Berlin spätabends schwierig, mit Straßenbahn oder Bus nach Hause zu kommen, außerdem werden oft die Taktzeiten nicht eingehalten", so Ahrend.

Die Möglichkeit, etwa bei der Busfahrt zu telefonieren, zu essen oder die Zeitung zu lesen, sollte stärker in den Vordergrund rücken. "Das sind Alleinstellungsmerkmale der öffentlichen Linien, die bei entsprechender Betonung zusätzliche Fahrkunden bringen könnten." Zuerst müssten solche Anforderungen und Ziele einmal formuliert werden, ehe man erst im nächsten Schritt die Kostenfrage klärt, schlägt die Verkehrsplanerin abschließend vor.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.verkehrsplanung.tu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen
26.06.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie