Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verkehrsfluss: Gut eingefädelt

05.11.2008
Kölner Physikprofessor untersucht die Bedeutung des Reißverschlussverfahrens für den Verkehrsfluss

Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich der Kölner Physiker Andreas Schadschneider, Professor am Institut für Theoretische Physik und am Institut für Physik und ihre Didaktik, theoretisch mit Transportprozessen in der Physik und erforscht deren Zusammenhang mit unterschiedlichen Verkehrsproblemen.

Nachdem vor zwei Jahren in einem spektakulären Experiment bereits die Entstehung eines 'Staus aus dem Nichts' nachgewiesen werden konnte, wagte Schadschneider nun erneut den Schritt in den Praxis und hat eine seiner Theorien experimentell überprüft. In einer Reihe von Versuchen mit etwa 30 Testfahrern galt es zu klären, ob das sog. Reißverschlussverfahren beim Einfädeln an Engstellen tatsächlich zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses führt.

Die Versuche auf der Autobahn 445 bei Werl konnten zeigen, dass dieses Verfahren in den meisten Fällen nicht funktioniert. Zwar gibt die Straßenverkehrsordnung vor, dass bei einer Verengung einer mehrspurigen Fahrbahn bis zum Ende der endenden Fahrspur gefahren werden soll, um dann - wie bei einem Reißverschluss - auf die weiterführende Spur zu wechseln. Tatsächlich wechseln jedoch viele bereits früher, was zur Folge hat, dass sich die Fahrer auf der weiterführenden Spur benachteiligt fühlen.

"Wer lange vor dem Ende einer Fahrspur anderen Autofahrern Platz gemacht hat, reagiert oftmals aggressiv und verhindert einen eigentlich korrekten späten Spurwechsel, indem er 'Lücken zufährt'", beschreibt der Physiker Schadschneider seine Beobachtungen, die auch eine psychologische Dimension haben. In den Experimenten konnte deutlich gemacht werden, dass dieses Verhalten nicht nur die Unfallgefahr, sondern auch die Gefahr der Staubildung erhöht. Daher der wissenschaftliche Rat an die Autofahrer: So spät wie möglich einfädeln!

Bei Rückfragen: Prof. Dr. Andreas Schadschneider, Institut für Theoretische Physik der Universität zu Köln, Tel.: 0221/470-4312, E-Mail: as@thp.uni-koeln.de

Veranstaltung: Der Stau ist überall - Die Physik des Straßenverkehrs. Vorlesung von Prof. Andreas Schadschneider im Rahmen der JuniorUniversität am 26.11.2008 von 17:45 bis 19:00 Uhr in Hörsaal II, Hauptgebäude der Universität zu Köln

Verantwortlich: Dr. Meike Hauser

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.thp.uni-koeln.de/~as/as.html
http://www.koost.uni-koeln.de/2063.html#c5805

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie