Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vectron – die universale Lokomotive von Siemens für den europäischen Schienenverkehr

29.06.2010
InnoTrans 2010 – Messevorbericht

Siemens präsentiert mit dem Vectron eine neue Lokomotivengeneration, die für unterschiedlichste Traktionsaufgaben entwickelt wurde. Die Loks sind im Personen- und Güterverkehr national und grenzüberschreitend mit Höchstgeschwindigkeiten von 160 km/h oder 200 km/h einsetzbar.

Die verschiedenen Leistungsklassen und Spannungssysteme mit Wechselstrom- (AC), Gleichstrom- (DC) oder Multisystem-Ausprägung ermöglichen eine flexible und bedarfsgerechte Konfiguration. Länderspezifische Zugbeeinflussungssysteme können einfach ausgetauscht oder ergänzt werden. Eine weitere Besonderheit ist die strukturinterne Deformationszone, das so genannte Frontend. Dieses ist über Flansche mit dem Wagenkasten verbunden und kann im Havariefall leicht ausgewechselt werden. Die Anordnung der Komponenten im Maschinenraum nutzt den Platz optimal aus. Das durchgängig modulare Konzept eignet sich auch für Betreiber, die nur kleine Stückzahlen benötigen.

Der europäische Schienenverkehr verändert sich zunehmend: Die Logistik wird komplexer und Warenströme fließen schneller und über größere Distanzen. Die grenzüberschreitenden Verkehre in Mitteleuropa und auf dem Südost-Korridor sind bereits heute stark ausgeprägt und werden noch weiter zunehmen. Um diese Verkehrsadern und auch künftige Wachstumsregionen bedienen zu können, müssen moderne Lokomotiven interoperabel und vorgerüstet sein. Sie sollen rasch und flexibel länderspezifisch umrüstbar und mit intelligenten Zugsicherungskonzepten ausgestattet sein. Ein größeres Umweltbewusstsein und neue Logistikkonzepte fördern auch die Bedeutung der nationalen Transporte auf der Schiene.

Siemens bietet mit der Vectron-Lokomotive ein Fahrzeug in mehreren Varianten für verschiedene Traktionsaufgaben an. Der Vectron deckt sowohl die Leistungsklasse bis 6400 kW ab, als auch die mittlere Leistungsklasse bis 5200 kW für den regionalen Personenverkehr und leichteren Güterzugeinsatz. Mittelfristig ist auch eine diesel-elektrische Variante geplant. Der Wagenkasten wurde für Belastungen mit maximaler statischer Zugkraft von 1500 kN und maximaler statischer Druckkraft von 2000 kN ausgelegt.

Für den Antrieb wurde der bewährte teilabgefederte Ritzelhohlwellenantrieb für den erforderlichen Geschwindigkeitsbereich weiterentwickelt. Standardmäßig für eine Geschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt, kann der Vectron mit einem entsprechenden Vorrüstpaket auf eine schnelle Variante von 200 km/h aufgerüstet werden, ohne dass dazu ein Drehgestellwechsel notwendig ist. Die Drehgestelle können serienmäßig oder als Nachrüstung mit dem aktiven Drehdämpfer (ADD) ausgestattet werden. Der ADD erfüllt die Funktion eines konventionellen Drehdämpfers und ist zugleich Aktuator. Das reduziert die Führungskräfte im Gleisbogen und erhöht wegen des geringeren Verschleißes von Laufflächen und Spurkränzen die Radstandzeiten.

Die Maschinenraumanordnung mit Mittelgang stellt die optimale Raumausnutzung dar und ist besonders wartungsfreundlich. Die Einbauorte der Gerüste mit gleicher Funktion sind variantenübergreifend einheitlich festgelegt. Der Traktionsstromrichter konnte weiter verkürzt werden. Durch den gewonnenen Platz konnten die AC-Hauptstromkomponenten neben den DC-Komponenten im Maschinenraum anstatt auf dem Dach untergebracht werden. Bei eventuellen Oberleitungsschäden werden damit Reparaturen kostengünstiger und Ausfallzeiten wesentlich geringer.

Das Zugsicherungskonzept des Vectron ist besonders flexibel. Die Lok ist für den Betrieb in nahezu allen europäischen Ländern vorkonfiguriert. Für die Zugsicherungsschränke stehen im Maschinenraum feste Einbauplätze zur Verfügung. Diese selbst sind wiederum modular aufgebaut und lassen sich so leicht um- oder nachrüsten. Der Unterflurbereich und das Drehgestell sind ebenfalls für den Anbau von Antennen und Drehzahlgebern vorbereitet. Das Konzept der vordefinierten Einbauorte bewährt sich auch beim Führertisch, da für spätere Nachrüstungen keine Behelfsaufbauten nötig sind.

Bei der Sicherheit bietet der Vectron wesentliche Vorteile. Zum einen besitzt er eine definierte Deformationszone: Das so genannte Frontend ist über Flansche mit dem Wagenkasten verbunden. Zum anderen sorgt der gerade Mittelgang für einen schnellen Fluchtweg.

Parallel zur Entwicklung des Vectron wurde das neue Service-Konzept Railcover etabliert. Es bietet bei der Ersatzteilversorgung, in der Instandhaltung und Wartung frei kombinierbare Module an, die sich an die spezifischen Bedürfnisse des Kunden anpassen lassen: Vom mobilen Support vor Ort bis zum Full Service für die gesamte Fahrzeugflotte sind verschiedene Grade der Unterstützung möglich und gewährleisten größtmögliche Verfügbarkeit.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro.

Die Siemens-Division Mobility (Erlangen) ist der international führende Anbieter von Transport- und Logistik-Lösungen. Mit „Complete mobility“ verfolgt die Division das Ziel, unterschiedliche Verkehrssysteme miteinander zu vernetzen, um Menschen und Güter effizient und umweltfreundlich zu transportieren. „Complete mobility“ ist orientiert am Ziel der Nachhaltigkeit und vereint Kompetenzen bei Betriebsführungssystemen für Bahn- und Straßenverkehr, Lösungen für Flughafen- und Post-Logistik, Bahnelektrifizierung, Schienenfahrzeugen im Nah-, Regional- und Fernverkehr, schlüsselfertigen Systemen und zukunftsorientierten Servicekonzepten. Mit weltweit rund 25.000 Mitarbeitern erreichte Siemens Mobility im Geschäftsjahr 2009 (30. September) einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro.

Siemens AG
Corporate Communications and Government Affairs
Wittelsbacherplatz 2, 80333 München Deutschland
Informationsnummer: I MO 201006.031 d fp
Media Relations: Franz-Ferdinand Friese
Telefon: +49 9131 7-46032
E-Mail: franz.friese@siemens.com
Siemens AG
Industry Sector – Mobility Division
Werner-von-Siemens-Str. 67, 91052 Erlangen

Franz-Ferdinand Friese | Siemens Mobility Division
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/mobility/presse/pressemitteilungen
http://www.siemens.com/industry
http://www.siemens.com/mobility

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Verkehrsmanagement in Ballungsgebieten
08.12.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Projekt RadVerS – Welcher Radfahrtyp sind Sie?
24.11.2017 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wirkstoffe aus dem Baukasten: Design und biotechnologische Produktion neuer Peptid-Wirkstoffe

13.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing

13.12.2017 | Informationstechnologie