Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni Kassel begleitet ÖPNV-Projekt „Mobilfalt“

19.04.2013
In fünf nordhessischen Kommunen startet am 19. April 2013 die Testphase des Pilotprojektes „Mobilfalt“. Das Projekt des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) soll regelmäßig und dauerhaft Autofahrten in das vorhandene Angebot des öffentlichen Nahverkehrs integrieren. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt die Uni Kassel.

Ziel ist es, das ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum deutlich zu verbessern. Testgebiete sind der Zweckverband Sontra/Nentershausen/Herleshausen sowie Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis und Niedenstein im Schwalm-Eder-Kreis. Das Land Hessen unterstützt das Projekt finanziell mit einer Millionen Euro.

Die wissenschaftliche Begleitung vom Konzept bis zum Abschluss der Testphase übernimmt das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Universität Kassel unter der Leitung von Prof. Dr. Carsten Sommer.

Autofahrer in den Pilotkommunen können private Fahrten im Rahmen der „NVV-Mobilfalt“ anderen Menschen anbieten und erhalten dafür eine festgelegte Kostenerstattung von 30 Cent pro Kilometer. Vorhandene Linienfahrten des Nahverkehrs werden so durch Mobilfalt-Fahrten ergänzt. Damit entsteht ein neuer durchgehender Taktfahrplan mit Angeboten von montags bis sonntags, in der Regel jede Stunde von früh bis spät. Fahrgäste können an den Bushaltestellen oder zusätzlich eingerichteten Mobilfalt-Haltestellen ein- und aussteigen. Eine Mobilfalt-Fahrt innerhalb einer Gemeinde kostet einheitlich einen Euro.

Zur Teilnahme müssen sich Fahrtanbieter und Mitfahrer beim NVV registrieren. Nach der Registrierung erhalten sie die MobilfaltCard, mit deren Nummer dann Fahrten gebucht oder angeboten werden können. Wird eine Fahrt gebucht, erstellt das Buchungssystem eine Buchungsinfo an den Fahrgast und den Fahrer (SMS, E-Mail oder Fax) und informiert über Zeit, Treffpunkt und Identifikationsdaten. Zum Beispiel erfährt der Anbieter, dass ein Mitfahrer um 10.15 Uhr an der Haltestelle „Sontra-Berneburg“ wartet und zum Bahnhof fahren möchte. Der Fahrgast erhält eine Info zum Anbieter und dessen PKW-Kennzeichen. Die Abrechnung der Fahrt erfolgt über eine Direktabbuchung vom Bankkonto oder vom Mobilfalt-Konto des registrierten Teilnehmers.

Das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Universität Kassel ermittelt die wirtschaftlichen, verkehrlichen und sozialen Wirkungen, basierend auf empirischen Untersuchungen. Im Ergebnis soll die wissenschaftliche Begleitung dafür sorgen, dass Erfolgsfaktoren und Hemmnisse herausgearbeitet werden und somit eine Übertragbarkeit des Ansatzes auf andere ländliche Regionen möglich ist.

Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung haben vor allem im ländlichen Raum gravierende Konsequenzen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Systemvorteile des traditionellen Linienverkehrs – etwa die Beförderung großer Fahrgastströme - greift nicht mehr. Mit dem Projekt „Mobilfalt“ soll die Funktionsfähigkeit der Verkehrssysteme und der Mobilität der ländlichen Bevölkerung erhalten bleiben und verbessert werden. Sollte das System erfolgreich sein, könnte es künftig auch auf weitere Regionen übertragen werden.
Info
Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer
Universität Kassel
Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme
Tel. +49 561 804 3381
E-Mail: c.sommer@uni-kassel.de

Dr. Guido Rijkhoek | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung