Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltfreundliche Fahrt zum Arbeitsplatz: Forschung zur Elektromobilität in Rhein-Main abgeschlossen

07.10.2011
„Sozialwissenschaftliche Begleitforschung zur Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main“ lautet der Titel eines Forschungsprojektes mit einem Beitrag der Fachgruppe Verkehrsplanung und Öffentlicher Verkehr der Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM).

Sie ermittelte die Akzeptanz von Elektromobilität, indem sie über 400 (zukünftige) Nutzer(innen) von Elektrofahrzeugen befragte und deren Mobilitätsverhalten in über 1.000 Fragebögen auswertete. Die Fachgruppe kam zu dem Ergebnis, dass für den täglichen Weg zur Arbeit 89 Prozent der Befragten im Rhein-Main-Gebiet bereits heute ein Elektrofahrzeug nutzen können.

Jedoch wäre nur rund ein Sechstel der Befragten bereit, die erhöhten Mehrkosten beim Kauf eines Elektrofahrzeugs im Vergleich zu einem herkömmlichen PKW auf sich zu nehmen. Der Forschungszeitraum umfasste Januar 2010 bis August 2011. Kooperationspartner waren die Goethe-Universität Frankfurt am Main und das Darmstädter Umweltberatungsunternehmen e-hoch-3.

Das Rhein-Main-Gebiet ist eine von acht Modellregionen für Elektromobilität in Deutschland, die an dem vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung geförderten Programm „Modellregionen Elektromobilität in Deutschland“ teilnimmt. Dazu sind von den Kooperationspartnern zahlreiche Projekte durchgeführt worden, in denen Elektrofahrzeuge intensiv getestet werden konnten.

Die Fachgruppe Verkehrsplanung und Öffentlicher Verkehr der FH stellte fest, dass ein durchschnittlicher Elektro-Pkw für den größten Teil der Berufspendler(innen) als Transportmittel zum Arbeitsplatz ausreiche, da seine Reichweite rund 100 Kilometer beträgt. Nur zwei Prozent der Befragten legen einen Weg von mehr als 100 Kilometern zum Arbeitsplatz zurück. Unter der Voraussetzung, dass sie entweder am Wohnort oder am Arbeitsort eine Möglichkeit haben, die Fahrzeugbatterie aufzuladen, könnten 89 Prozent der Befragten einen Elektro-Pkw für ihren Arbeitsweg nutzen. Zwei Fünftel der Befragten geben jedoch an, dass Elektrofahrzeuge Reichweiten von über 200 Kilometern abdecken müssten, um für sie in Betracht zu kommen.

„Die Kostenfrage stellt für viele unserer Befragten noch ein Problem dar. Es ist davon auszugehen, dass diese Mehrkosten zurzeit noch die Kaufbereitschaft vieler Kundinnen und Kunden hemmen“, sagt Prof. Dr. Petra K. Schäfer vom Fachbereich 1: Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik der FH FFM; sie ist Leiterin der Fachgruppe. Elektrofahrzeuge sind, bedingt durch die geringe Nachfrage sowie die verhältnismäßig teure Technologie, mit hohen Anschaffungskosten im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen verbunden. Nur rund ein Sechstel der Befragten sei zu Mehrkosten von 20 Prozent oder mehr im Vergleich zu einem Pkw mit Verbrennungsmotor bereit, erklärt sie weiter.

Neben Elektro-Pkws sind auch E-Bikes, sogenannte Pedelecs, eine gute Alternative zum herkömmlichen Pkw und zu Fahrrädern, wenn nur eine kurze Distanz bewältigt werden muss. „Das Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun, und gleichzeitig nicht verschwitzt zur Arbeit zu kommen, macht das Pedelec so attraktiv“, erklärt Schäfer. Mehr als die Hälfte der Befragten fahren nicht mehr als zehn Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz. „Eine Distanz, die mit Pedelecs bequem zu bewältigen ist“, so Schäfer. Die Reichweite der Batterie von Pedelecs liegt in der Regel bei rund 40 bis 50 Kilometern.

Die Forschungsergebnisse wurden im September 2011 bei einer Abschlussveranstaltung an der FH FFM den Projektpartnern sowie Vertretern des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH präsentiert. Die wichtigsten Forschungsergebnisse können unter http://www.fh-frankfurt.de/verkehr heruntergeladen werden.

Sarah Blaß | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-frankfurt.de/verkehr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht HyperloopTeam aus Oldenburg und Emden in die dritte Runde gestartet
27.03.2018 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics