Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UK testet unbemannte Flieger für zivile Luftfahrt

28.11.2012
Beinahe 77 Mio. Euro teures Projekt startet Testphase im Dezember

Ein von der britischen Regierung vorangetriebenes Projekt beginnt kommenden Monat vor der schottischen Küste mit Testflügen für zivile Flugzeuge, die ohne Piloten auskommen.


Flugzeug: Briten testen unbemannt (Foto: pixelio.de, Didi01)

Die Versuche sollen zeigen, ob ein ferngesteuerter Jetstream Commuter einen Flug auch dann sicher fortsetzen kann, wenn der Kontakt zum Boden abreißt. So soll herausgefunden werden, ob ein selbständig fliegendes Flugzeug in der Lage ist, sich regelkonform durch die Luft zu bewegen, auch wenn andere Flugobjekte die Flugbahn kreuzen, wie der Economist berichtet.

Militärische Technologie

An dem Projekt sind unter anderem die Firmen BAE und Rolls-Royce beteiligt. Die zu erprobende Technologie soll in Zukunft in einigen Bereichen der Luftfahrt Kosteneinsparungen ermöglichen und Piloten von gefährlichen Aufgaben entbinden. Komplett selbstfliegende Flieger sind vorerst nicht das Ziel der Experimente.

Es geht eher um eine Sicherheitsleine für Flüge, die von Piloten am Boden ferngesteuert werden. Für Fracht- oder Postflüge könnte die Technologie eines Tages tatsächlich einsatzbereit sein. Für Passagierflüge eignet sich der Ansatz wohl nicht.

"Passagiere würden wohl nicht in ein Flugzeug ohne Pilot einsteigen. Derzeit ist zudem noch überhaupt nicht geklärt, ob die Sicherheit des Flugverkehrs mit autonomen Fliegern überhaupt gewährleistet werden kann", sagt Peter Pletschacher, Präsident des Deutschen Luftfahrt Presseclubs http://www.luftfahrt-presse-club.de , gegenüber pressetext. Die benötigte Rechenleistung sei schon unter perfekten Bedingungen enorm.

"Bei schlechtem Wetter und überfülltem Luftraum in der Nähe von Flughäfen ist es noch schwerer, vor allem wenn Privatflugzeuge und Segler unterwegs sind, die keine Transponder mitführen, die ihre Position verraten. Ich bezweifle deshalb, dass diese Technologie in den kommenden 20 Jahren zum Einsatz kommen wird. Selbst das Militär setzt unbemannte Drohnen derzeit nur in Krisengebieten ein, wo der Luftverkehr überschaubar ist", so Pletschacher.

Kameras an Bord

Moderne Flugzeuge sind bereits heute in der Lage, Flüge ohne Intervention der Piloten zu absolvieren. Allerdings sind der Kapitän und seine Mannschaft immer anwesend, um bei unerwarteten Ereignissen einzugreifen. Bei den Tests vor Schottland soll ein unbemanntes System beweisen, dass es mit solchen Situationen allein umgehen kann. Durch eine Kamera und Bilderkennungssoftware kann das System auch kleine Flugobjekte in seiner Nähe, die keinen Sender mitführen, erkennen.

Bisherige Tests sollen laut dem ausführenden Konsortium ergeben haben, dass das unbemannte Flugzeug Objekte in seiner Nähe ebenso gut erkennen und ihnen im Notfall ausweichen kann, wie menschliche Piloten. Vorerst ist die Technologie für Aufgaben wie das Erstellen von Luftaufnahmen oder die Überwachung von Verkehr oder Grenzen gedacht. Die weit billigeren Fluggeräte könnten hier Kosten sparen. Im Fracht- oder gar Passagierbereich ist die langfristige Hoffnung, die Crew im Cockpit vielleicht auf einen Piloten reduzieren zu können.

"Hier ist das Einsparungspotenzial nicht so groß, da die Kosten für die Besatzung gerade bei großen Flugzeugen prozentual relativ gering sind", so Pletschacher.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.luftfahrt-presse-club.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Zurück im Depot: AERO-TRAM schließt Messungen ab
13.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie