Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Darmstadt baut mit Partnern neuartiges Verkehrs-Informationssystem für Hanoi auf

17.10.2012
Die TU Darmstadt wird gemeinsam mit deutschen und vietnamesischen Partnern ein umfassendes Echtzeit-Verkehrsinformationssystem für Hanoi aufbauen und Strategien für die weitere Verkehrsentwicklung der Stadt erarbeiten.
Damit sollen mittelfristig der Energieverbrauch sowie die Emission von Luftschadstoffen und Lärm reduziert werden. Für die Sammlung der Verkehrsdaten sollen sowohl GPS-Einheiten in Fahrzeugen als auch GPS-fähige Mobiltelefone der Motorradfahrer als Datenquellen dienen.

Hanoi ist mit rund 7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Vietnams, auf den Straßen der Metropole verursachen Motorräder, Fahrräder und Autos täglich endlose Staus. Gemeinsam mit deutschen und vietnamesischen Partnern wird die TU Darmstadt bis 2015 hier ein System etablieren, das eine umfassende Darstellung und Analyse der oft chaotisch anmutenden Verkehrsströme in Echtzeit erlaubt.

„Der einzelne Bürger kann mit diesen Informationen Staus sofort erkennen und umgehen, die städtischen Behörden erhalten eine hervorragende Planungsgrundlage für Verbesserungen des öffentlichen Nahverkehrs, für ihre Verkehrsplanung und für die Stadtentwicklung“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze, Leiter des Fachgebiets Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der TU Darmstadt.

Sein Fachgebiet wird in Kooperation mit dem unter seiner Leitung stehendem Verkehrsforschungszentrum an der Vietnamese-German University in Ho-Chi-Minh-Stadt auf der Grundlage der Daten verschiedene Verkehrsstrategien für Hanoi entwickeln und bewerten. „Wir können dank des neuen Systems in Hanoi weniger Staus, weniger Lärm und weniger Emissionen erreichen“, ist Boltze überzeugt.

Fahrzeuge und Mobiltelefone dienen als Sensoren

Grundlage des Systems ist eine möglichst hohe Dichte der ermittelten Daten. Dazu wollen die Projektpartner sowohl die Fahrzeuge als auch die Mobiltelefone der Verkehrsteilnehmer in der vietnamesischen Hauptstadt als mobile Datenquellen nutzen. Bis 2015 sollen für diesen Zweck zum Beispiel Busse oder Fahrzeuge von Taxiunternehmen mit GPS-Sendern sowie Motorradfahrer von Dienstleistungsunternehmen mit GPS-fähigen Mobilfunkgeräten ausgestattet werden. „Die Verbindung aus den ‚Floating Car Data‘ genannten Informationen aus den Fahrzeuggeräten mit den ‚Floating Phone Data‘ der Mobiltelefone wird uns ein Bild der aktuellen Verkehrsströme in Hanoi vermitteln, das deutlich genauer, aktueller und umfassender ist als herkömmliche Systeme der Verkehrsüberwachung, die in der Regel nur einzelne Orte einer Stadt wie Hanoi erfassen können“, so Boltze.

Am Forschungsprojekt REMON sind neben der TU Darmstadt insgesamt neun weitere deutsche und vietnamesische Universitäten und Forschungs-einrichtungen sowie Unternehmen beteiligt, darunter die Vietnamese-German University (VGU) mit ihrem Verkehrsforschungszentrum (VGTRC - Vietnamese-German Transport Research Center) in Ho-Chi-Minh-Stadt und die University of Transport and Communication in Hanoi, einer langjährigen Partneruniversität der TU Darmstadt. Finanziert wird das rund 2,5 Mio. Euro teure Projekt vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom vietnamesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie.

Das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der TU Darmstadt unterhält bereits seit Jahren vielfältige wissenschaftliche Kontakte zu Vietnam. Unter anderem hat sich Professor Boltze intensiv beim Aufbau des Verkehrsforschungszentrums VGTRC an der VGU engagiert, wo unter seiner Leitung inzwischen acht Doktoranden tätig sind. Seit September 2012 wird zudem der von der TU Darmstadt getragene Masterstudiengang „Traffic and Transport“ an der VGU angeboten.

Pressekontakt
Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze
Tel. +49 (0)6151/16-2025
fgvv@verkehr.tu-darmstadt.de

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Gemeinsam unterwegs: Straßeninfrastruktur für konventionelle und hochautomatisierte Fahrzeuge
07.08.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Effizient und intelligent: So können Drohnen die Zustellung von Gütern planen
12.07.2017 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie