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Transformator der Superlative verlässt Siemens-Werk

24.11.2010
Mit einem Transportgewicht von 495 Tonnen verliess der schwerste Transformator, den Siemens je gefertigt hat, im November das Werk in Nürnberg. Dass der Trafo zu einem solchen Schwergewicht wurde, ist den speziellen Anforderungen des Kraftwerksbetreibers geschuldet.

Gefragt waren unter anderem eine sehr niedrige Kerninduktivität und eine besonders niedrige Kurzschlussspannung – was nur mit einem erhöhten Materialeinsatz zu realisieren war.

Der 932-MVA-Maschinentransformator (420 kV), der für das im Bau befindliche Steinkohlekraftwerk von GDF Suez in Wilhelmshaven vorgesehen ist, wiegt betriebsbereit mit eingefülltem Isolieröl 693 Tonnen – so viel wie 530 VW Golf.

Der Koloss hat das Werk am 12. November 2010 mit der weltweit grössten Seitenträgerbrücke als Schwertransportfahrzeug verlassen und wird seinen Bestimmungsort in Wilhelmshaven rund zwei Wochen später erreichen.

Der Maschinentransformator für das 800-Megawatt-Steinkohlekraftwerk Wilhelmshaven des Energieversorgers GDF Suez hatte vielfältige spezielle Anforderungen zu erfüllen: Er sollte eine sehr niedrige Kerninduktivität haben, eine besonders niedrige Kurzschlussspannung besitzen, um für die nötige Netzstabilität im Kurzschlussfall zu sorgen, eine grosse Übererregung, um eine hohe Betriebsicherheit zu ermöglichen und nur geringe Verluste bei Leerlauf und unter Last aufweisen.

Um all diese Anforderungen erfüllen zu können, war ein aussergewöhnlich grosser Materialeinsatz bei der Fertigung des Transformators nötig. Eine besonders aufwendige Kühlungstechnik mit Radiatoren trieb das Gewicht zusätzlich in die Höhe. Am Ende hatte der Trafo ein Transportgewicht von 495 Tonnen – ohne Isolieröl im Kessel und ohne Aufbauten wie Ausgleichsbehälter und Durchführungen.

Für den Transport zum Nürnberger Binnenhafen kam ein spezielles Schwertransportmittel zum Einsatz, eine so genannte Seitenträgerbrücke in einer besonderen, auf das Schwergewicht zugeschnittenen Auslegung. Dabei hängt der Transformator zwischen zwei Fahrzeugen, nur wenige Zentimeter über der Strasse. Denn der Transformator ist nicht nur schwer, sondern mit 5,30 Meter auch aussergewöhnlich hoch. Um aus dem Werk heraustransportiert und rangiert werden zu können, musste ein Drittel des Mitarbeiterparkplatzes dafür freigehalten werden – 114 von 388 Stellplätzen. Dieser Platz war nötig, denn die Seitenträgerbrücke des Spezialfahrzeugherstellers Scheuerle ist die weltgrösste ihrer Art.

Der Schwerlasttransport der Superlative ging vom Werk zum Nürnberger Binnenhafen, wo der Trafo auf einen Roll-on-Roll-off-Ponton (RoRo) verladen wurde. Der Ponton bringt das Schwergewicht über den Rhein-Main-Donaukanal, über Main und Rhein nach Dordrecht und Delfzijl in Holland. Von dort geht es über die Nordsee bis nach Wilhelmshaven. In Wilhelmshaven verlässt das Schwerlastfahrzeug mit dem Transformator den Ponton und bringt den Transformator zu seinem Einbauort auf der Baustelle des Steinkohlekraftwerks. Auf ähnliche Weise soll Ende des Jahres ein baugleicher Maschinentransformator vom Nürnberger Werk nach Rotterdam zu einem anderen neu errichteten Steinkohlekraftwerks desselben Betreibers transportiert werden.

| Siemens Schweiz AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.ch/

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