Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studierende entwickeln Transportkonzept zur Versorgung von Windparks

17.06.2013
Studierende des Fachbereichs Seefahrt der Jade Hochschule entwickelten ein Transportkonzept zur Versorgung von Windparks in der Deutschen Bucht.

Analysen zu dem Wartungsaufwand der Offshore Windparks, zu einem geeigneten Hafenstandort und dem optimalen Einsatz von Schiffen und Helikoptern bildeten die Grundlage ihres Konzeptes. Positive Rückmeldungen aus der maritimen Branche.


Die Studierenden wählten einen Windpark-Tender mit zwei Kufen als Versorgungsschiff, um auch bei starkem Seegang ein stabiles Fahren kann und einen sicheren Überstieg vom Schiff auf die Windenergieanlagen zu ermöglichen. Foto: A&R

Studierende des Fachbereichs Seefahrt der Jade Hochschule entwickelten ein Transportkonzept zur Versorgung von Windparks in der Deutschen Bucht. Unter der Leitung der Dozenten Prof. Ralf Brauner und Christian Jauernig entwarfen sie ein fiktives Unternehmen, das den Transfer von Technikern zu Offshore Windparks in der Nordsee anbietet. Analysen zu dem Wartungsaufwand der Offshore Windparks, zu einem geeigneten Hafenstandort und dem optimalen Einsatz von Schiffen und Helikoptern bildeten die Grundlage ihres Konzeptes.

Positive Rückmeldung aus der Windenergie-Branche: „Hätten wir dieses Konzept vor drei Jahren schon gehabt, hätten wir wahrscheinlich anders kalkuliert“, sagt ein Vertreter eines Windkraftanlagen-Herstellers. Die Studierenden kooperierten bei der Konzeption mit Werften, Herstellern von Windkraftanlagen, Verbänden, Windparkbetreibern, Energiekonzernen und Reedereien.

In ihrer Analyse der Offshore Windenergie-Branche prognostizierten die 36 Studierenden der Bachelor-Studiengänge „Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft“ und „Internationales Transportmanagement“ ein enormes Wachstum von Windkraftanlagen auf hoher See: Während heute 2 Windfarmen mit 54 Offshore-Windanlagen in der deutschen Bucht in Betrieb sind, sollen es im Jahr 2020 schon 33 Windfarmen mit über 2000 Offshore-Anlagen sein. Bei ein bis zwei anzunehmenden Routine-Wartungen der Anlagen und bis zu neun außergewöhnlichen Störfällen jährlich bestünde ein großer Wartungsbedarf.

„Damit Offshore-Windenergie wirtschaftlich ist, ist eine hohe Auslastung und ein dauerhafter Betrieb der Anlagen notwendig“, sagt Jan Heukrodt, Projektleiter und Student der Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft im 6. Semester. Wenn eine Anlage einen Tag ausfallen würde, könnten dabei erhebliche Verluste entstehen. Um technische Störungen möglichst schnell zu beheben, sei ein gutes Konzept für den Transport von Servicepersonal zur Anlage besonders wichtig.

Das könnte folgendermaßen aussehen: Als Servicehafen wird unter anderem aufgrund der Nähe zu den zu versorgenden Windparks, der Tideunabhängigkeit und des Entwicklungspotentials Eemshaven in den Niederlanden favorisiert. Auf der Basis von Wetterdatenanalysen der letzten Jahre definierten die Studierenden die Anforderungen an die verschiedenen Transportmittel: Die Flotte soll ein „Mutterschiff“, auf dem die Techniker übernachten können, umfassen und ein Versorgungschiff, ein SWATH-Tender mit zwei Kufen, das auch bei hohen Wellen stabil fahren kann und einen sicheren Überstieg vom Schiff auf die Windenergieanlagen ermöglicht. Zudem soll bei zu starkem Wellengang ein Helikopter zum Einsatz kommen. Die Studierenden erstellten drei Modelle für eine unterschiedliche Anzahl von Windparks, berechneten die Kosten und die personelle Organisation des Betriebs.

„Die Vermischung von nautisch-technischen Kenntnissen und Betriebswirtschaftslehre war uns besonders wichtig“, sagt Brauner. Logistische Methoden, Reedereibetriebslehre, Verkehrspolitik, Projektmanagement und die Erfahrungen aus den absolvierten Praxissemestern seien in diesem Projekt verknüpft. Jauernig ergänzt: „Das Projekt war sozusagen das Gesellenstück für unsere Studierenden.“ 300 Arbeitsstunden hätte jeder Student und jede Studentin in den letzten dreieinhalb Monaten an dem Projekt gearbeitet, also zusammen 11.000 Arbeitsstunden seien in das Projekt geflossen.

„Das war zwar viel Arbeit, aber auch eine spannende Herausforderung und da haben wir uns dann eben total reingehängt“, sagt Anne Baumgarten, Studentin des Internationalen Transportmanagements. „Ich war parallel in drei Projekten – das zu organisieren, war schon Logistik pur“, ergänzt ihre Kommilitonin Veronika Arnold. „Wir haben eine Menge über Projektarbeit gelernt, allein schon das enge Arbeiten in Teams, die Aufgabenverteilung, mal ist man sehr motiviert, mal frustriert, regelmäßig mussten wir die Zwischenergebnisse präsentieren – ich glaube, diese Erfahrung ist sehr viel Wert und wir haben alle einen Reifeprozess erlebt, der fürs Berufsleben wichtig ist.“

Weitere Informationen:
Christian Jauernig, christian.jauernig@jade-hs.de, Tel.: 04404/9288-4311
Prof. Ralf Brauner, ralf.brauner@jade-hs.de, Tel.: 04404/9288-4308

Anke Westwood | idw
Weitere Informationen:
http://www.jade-hs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Oberleitungs-LKW: Option für einen umweltverträglichen Güterverkehr?
08.12.2016 | Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

nachricht Entlastung im Güterfernverkehr
08.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie