Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zu spät, zu teuer: Ergebnisse von Tests bei online-Lebensmittelangeboten

01.10.2010
Fraunhofer IML deckt logistischen Optimierungsbedarf bei online-Lebensmittel-Angeboten auf

Lebensmittel bequem von zu Haus im Internet bestellen, die dann bundesweit an die Haustür geliefert werden. Das ist ein Wunsch des Kunden, den inzwischen immer mehr online-Anbieter erfüllen.

Waren in der Vergangenheit nur Teilsortimente zu bestellen, so bieten inzwischen sogar mehrere Shops ein vollständiges Lebensmittelsortiment inklusive frischer und tiefgekühlter Ware an. Das Ergebnis einer Lebensmittelbestellung im Internet entspricht jedoch oft nicht den gewünschten Vorstellungen, wie das Fraunhofer IML in Dortmund durch stichprobenartige Testbestellungen feststellen konnte.

Die Testbestellungen des Fraunhofer IML bei bundesweit arbeitenden online Lebensmittelshops umfassten jeweils 17 Produkte mit dem Ziel, einen typischen Einkauf zu simulieren. Der bestellte Warenkorb wurde bewusst so ausgewählt, dass die Einhaltung zu Vorgaben und Richtlinien z.B. in Bezug auf Kühlung geprüft werden konnte. Außerdem wurden bewusst empfindliche Produkte wie z.B. frische Eier bestellt, bei denen es leicht zu Transportschäden kommen kann. In der Bewertung fanden relevante Kategorien von der Gestaltung der Homepage über die Kundenfreundlichkeit der Bestellung und der Zahlungsmethoden bis zum Preis und natürlich der Qualität der Lieferung Beachtung.

Die Ergebnisse der Test-Bestellungen wiesen in der Qualität der Ausführung ein unterschiedlich hohes Niveau auf: Keine der Lieferungen erfüllte alle Ansprüche vollständig. Frische und tiefgekühlte Ware wurde nicht immer ausreichend gekühlt. Zum Teil erreichten Lieferungen den Empfänger mit beim Transport beschädigten Produkten. Als unkompliziert konnte Lebensmittel-Bestellung im Internet auch nicht durchweg bewertet werden: Sowohl die Möglichkeiten der Bezahlung als auch die Lieferzeit wiesen unterschiedlich kundenfreundliche Dimensionen auf. Und das insgesamt zu höheren Preisen als im stationären Lebensmittelhandel.

Die Konzepte aller getesteten online-Anbieter sind in jeweils unterschiedlichen Kategorien verbesserungswürdig. Die Lieferungen erfolgten größtenteils verspätet in einem zeitlichen Rahmen von 1-5 Werktagen. Ferner ist die Einhaltung der notwendigen Temperaturen für frische Lebensmittel besser zu beachten. Hier bietet sich den Online-Lebensmittelshops noch deutliches Entwicklungspotenzial, um den sorgenfreien Lebensmitteleinkauf über das Internet tatsächlich zu realisieren. Darüber hinaus sollten Verpackungskonzepte weiterentwickelt und eine Rücknahme von Verpackungsmaterial angeboten werden, um Transportschäden zu vermeiden und um den Kunden mit der Entsorgung des bisweilen sperrigen Verpackungsmaterials allein zu lassen.

Das Marktpotenzial für online-Lebensmittel-Bestellungen ist jedoch unbestritten vorhanden, diejenigen Anbieter, die ihre Logistik noch besser auf die Kundenwünsche abstimmen, können sich im Markt klare Wettbewerbsvorteile ausbilden.(rfn)

Ansprechpartner:
Dr. Volker Lange
volker.lange@iml.fraunhofer.de
Dipl.-Betrw. Christiane Auffermann MBA christiane.auffermann@iml.fraunhofer.de
Tel.: +49 (0) 23 1 97 43 - 235

Stefan Schmidt | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iml.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften