Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schweizer bauen längsten Tunnel der Welt

18.06.2009
57 Kilometer Röhre verkürzt Reise von Zürich nach Mailand

2.000 Arbeiter sind rund um die Uhr an 365 Tagen im Einsatz, um den weltlängsten Tunnel - den AlpTransit Gotthard - unter den Schweizer Alpen zu errichten. Ende 2017 soll der 57 Kilometer lange Bahntunnel fertig werden.

Nun ist nach nur 18 Monaten Bau eine weitere 7,2 Kilometer lange Strecke der Oströhre zwischen Erstfeld und Amsteg durchschlagen worden. Dieser Abschnitt konnte um ein halbes Jahr früher beendet werden, als ursprünglich geplant.

"Bei seiner Fertigstellung wird der Tunnel mit seinen zwei Röhren, die konstant auf einer Seehöhe von 500 Metern verlaufen, die Reisezeit zwischen Zürich und Mailand von derzeit vier auf nur zweieinhalb Stunden verkürzen", so Ambros Zgraggen, Leiter der Pressestelle von NEAT im pressetext-Gespräch. "Für den Basistunnel müssen wir insgesamt 150 Kilometer Stollen ausheben. 87 Prozent sind bis jetzt ausgebrochen", so Zgraggen.

Der Hauptdurchschlag soll Ende 2010, Anfang 2011 erfolgen. "Jenes Stück über dem sich die großen Berge befinden - das sind rund fünf bis sechs Kilometer - soll in den kommenden zwei Jahren durchschlagen werden", erklärt der Pressesprecher. Im Herbst 2009 rechnen die Experten mit dem Durchschlag der Weströhre.

Geschwindigkeiten bis zu 240 km/h werden in den beiden Tunnelröhren möglich sein. Die Errichtung von unterirdischen Bahnhöfen sei derzeit nicht geplant, so Zgraggen. Allerdings werde es zwei so genannte Multifunktionsstellen im Tunnel geben. "In Sedrun und in Faido wird eine Nothaltestelle errichtet. Außerdem wird hier ein Spurwechsel von einer Tunnelröhre in die andere möglich sein."

Wichtiger als der Personenverkehr wird allerdings der Gütertransport werden, denn seit den 1990er Jahren hat die Menge an Gütern, die über die Passstraßen der Alpen transportiert wurden massiv zugenommen. Waren es 1990 noch rund 40 Mio. Tonnen, stieg die Menge auf 90 Mio. Tonnen im Jahr 2001. Die schrecklichen Unfälle im Schweizer St. Gotthard-Autotunnel und im französischen Montblanc-Tunnel waren zusätzliche Argumente zur Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene.

Der Arbeitsaufwand für die Errichtung des Tunnels ist massiv, denn neben den beiden Tunnelröhren müssen weitere Zugänge zur Versorgung und für Geräte errichtet werden. Bei Bau des Tunnels kommen die größten Tunnelbohrgeräte mit einem Durchmesser von zehn Metern zum Einsatz. Bis zu 40 Meter Gestein können diese Bohrer am Tag bewältigen. Kein Wunder, dass auch die zuerst veranschlagten Gesamtkosten von rund acht Mrd. Dollar auf 15 Mrd. Dollar gestiegen sind, wie BBC berichtet. Doch die Schweizer scheinen alle hinter dem ehrgeizigen Projekt zu stehen. Ganz weg scheint auch die Hoffnung der Sedruner Bevölkerung über die Errichtung eines Bahnhofs in 1.000 Metern Tiefe noch nicht zu sein. "Derzeit ist das allerdings kein Thema", meint Zgraggen gegenüber pressetext. Bis 2012 sei diese Idee auf Eis gelegt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.alptransit.ch
http://www.visiun-porta-alpina.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten