Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der schnellste Hubschrauber der Welt

21.06.2013
Am 7. Juni 2013 erreichte der Technologie-Demonstrator Eurocopter X3 über dem südfranzösischen Istres eine Geschwindigkeit von 472 km/h.
Jean-Brice Dumont, technischer Leiter des europäischen Hubschrauber-Herstellers Eurocopter (Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS), erklärt: “Er erreicht diese Geschwindigkeit, weil er ein Flugschrauber ist.” Eurocopter hat weltweit etwa 22.000 Beschäftigte, davon allein 12.000 in Marignane (bei Marseille), wo auch der X3 hergestellt wird.

Hubschrauber und Flugschrauber

Ein Hubschrauber hat zwei Rotoren: einen Heck- und einen Hauptrotor. Der Heckrotor verhindert, dass sich der Hubschrauber um die eigene Achse dreht. Der Hauptrotor erzeugt einen Auf- bzw. Vortrieb. Jedoch sind dem Hubschrauber gewisse physikalische Grenzen bei der Flugleistung gesetzt. Der Strömungsabriss führt zu einer Verringerung des Auf- bzw. Vortriebs. Aufgrund dieses physikalischen Phänomens erreichen Hubschrauber selten eine Geschwindigkeit über 250 km/h.

Um dem Strömungsabriss entgegenzuwirken, haben die Forscher in den dreißiger Jahren Flugschrauber entwickelt. Ein Flugschrauber verfügt über zwei seitliche Propeller. Dank dieser Konfiguration tritt der Strömungsabriss nur bei Geschwindigkeiten ab 500 km/h auf. In den fünfziger Jahren erreichte die ″Rotodyne″ [1] eine Geschwindigkeit von 330 km/h. Dominique Fournier, Flugingenieur des X3, erklärt, warum diese Technologie nicht weiterentwickelt wurde: “Das Problem war der hohe Benzinverbrauch.”

Der X3

Der X3 ist ein Hybrid-Hubschrauber, der dank der verbesserten Motorleistung auch bei Rettungseinsätzen oder im militärischen Bereich eingesetzt werden kann. Aus diesem Grund gehörte für Eurocopter auch die Kostenfrage zu den wichtigsten Herausforderungen. Ziel war es, ein Flugzeug zu entwickeln, das maximal 25% teuerer als ein normaler Hubschrauber ist. Der X3 setzt sich aus Teilen anderer Eurocopter-Flugzeuge zusammen. Das Heck, das einem Formel-1-Rennwagen ähnelt, haben die Eurocopter-Ingenieure neu entwickelt. “Wir haben nur dort Innovationen eingeführt, wo es notwendig war”, so Dominique Fournier.

Mit dem Bau des X3 wurde 2009 begonnen und 2010 hatte er seinen Jungfernflug. “In anderen Testflügen erreichte der X3 bereits 450 km/h, aber wir haben auf optimale Wetterbedingungen gewartet, um die maximal verfügbare Leistung auszutesten”, erklärt Dominique Fournier.

Zukunftsaussichten

Der X3 wurde über 140 Flugstunden getestet. Dabei haben die Forscher festgestellt, dass er auch bei maximaler Geschwindigkeit eine ausgezeichnete Stabilität und niedrige Vibrationsentwicklung auch ohne jegliche Schwingungsdämpfung zeigt. Ein nächster Schritt wäre die Erhöhung der Motorleistung, um noch größere Geschwindigkeiten zu erreichen. Jedoch muss zunächst ermittelt werden, ob die Kunden überhaupt ein Interesse daran haben.

[1] Weitere Informationen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Fairey_Rotodyne

Quelle: Artikel aus Le Monde – 10.06.2013 – http://www.lemonde.fr/sciences/article/2013/06/10/le-x3-un-helico-a-472-km-h_3427392_1650684.html

Redakteur: Grégory Arzatian, gregory.arzatian@diplomatie.gouv.fr

Grégory Arzatian | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften