Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schiff statt Brummi - UDE an europäischem Projekt für die Donauregion beteiligt

23.07.2013
Sie verstopfen die Autobahnen, sind laut und stinken – und doch läuft im europäischen Güterverkehr nichts ohne LKW. Schienen und erst recht Wasserstraßen spielen nur eine kleine Rolle.

„Dabei transportieren Schiffe viel wirtschaftlicher und umweltfreundlicher als Brummis“, sagt Prof. Dr. Rudolf Juchelka. Der Wirtschaftsgeograph der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Kollegen von neun europäischen Einrichtungen wollen den Transport in Binnengewässern nun attraktiver machen. Ihr Projekt heißt NEWS, ihr Ziel: aufs Schiff mit den Containern!

„Binnenfrachter sind lärm- und abgasarm, können viel und kostengünstig transportieren. Andererseits fahren sie sehr langsam; oft muss umgeladen werden, weil die Wasserstraßen nicht optimal vernetzt sind und Kanäle, Schleusen und Durchfahrtshöhen nicht für alle geeignet“, erklärt Projektmitarbeiter Nico Flüthmann.

Die baulichen Nachteile betreffen vor allem den zweitgrößten und zweitlängsten Strom Europas – die Donau. Obwohl sie durch zehn Länder fließt, ist der Güterverkehr im Vergleich zum Rhein gering. „Flaschenhälse, also Stellen mit niedriger Fahrwassertiefe, und die Schleusengrößen lassen nur bestimmte Schiffe zu. Das gleiche gilt für den Main-Donau-Kanal.“ Verkehrsgeograph Flüthmann nennt ein weiteres Problem: „Auch das Frachterkonzept ist veraltet. Es stammt aus einer Zeit, als es noch keine Container gab.“

Das kann sich ändern: Am Beispiel der Donauregion wollen die zehn Partner ihr Projekt durchführen. Es gibt technische Herausforderungen – etwa ein neues Binnenschiff zu entwickeln, das eine andere Hülle bzw. Form hat. So könnte es doppelt so viele Container laden wie heute üblich und niedrige Brücken unterfahren, weil sich der Ballasttank bei Bedarf fluten ließe. Und für den neuen Frachter ist eine bessere Logistikinfrastruktur erforderlich; die nehmen sich die UDE-Forscher vor: Auf 2.415 Kilometern überprüfen sie bestehende Wassertiefen, Brückenhöhen, Schleusendimensionen und Wartezeiten, in den Häfen die Umschlagmengen und -plätze. Dann erarbeiten sie ein Konzept.

Was in der Donauregion entworfen wird, soll später in eine Gesamtstrategie für das Transportsystem Wasserstraße münden. Nichts anderes heißt nämlich NEWS: Development of a Next generation European Inland Waterway Ship and logistics system. Das ist ganz im Sinne der EU, die das Projekt bis Spätsommer 2015 mit knapp 1,8 Millionen Euro fördert. Professor Juchelka ist überzeugt: „Mit klug geplanten Transportketten und modernen Containerschiffen wären Flüsse ökologisch und ökonomisch eine echte Alternative zu Schiene und Autobahn.“

Weitere Informationen:
Nico Flüthmann, Tel. 0201/183-6125, nico.fluethmann@uni-due.de

Ulrike Bohnsack | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Zurück im Depot: AERO-TRAM schließt Messungen ab
13.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften