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Wenn der Roboter den Kaffeesack nimmt

03.02.2011
ESB-Logistikfabrik erhält EU-Fördergelder in Millionenhöhe

Die logistische Forschung an der Hochschule Reutlingen, genauer gesagt der Bereich Robotik-Logistik, startet durch: Gerade ist es dem Team um Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Echelmeyer gelungen, EU-Fördergelder in Millionenhöhe für das Projekt RobLog (Cognitive Robot for Automation of Logistic Processes) zu gewinnen.

Das Projekt, das vom europäischen RobLog-Konsortium durchgeführt wird, hat ein Gesamtbudget von 7,86 Millionen und erhält insgesamt 5,6 Millionen EU-Forschungsgelder. Die Antragstellung wurde im Vorfeld bereits durch eine Anschubförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Koordinierungsstelle für Forschung des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Bei dem Projekt handelt es sich um Grundlagenforschung im Bereich kognitive Systeme, die auch innerhalb des Projekts in eine konkrete Anwendung überführt wird. Konkret heißt das: Es sollen Lösungen entwickelt werden, damit die heute manuell durchgeführte Entladung von Standardladungsträgern, wie zum Beispiel Seecontainern, zukünftig nicht mehr mit menschlicher Arbeitskraft, sondern mit eigens dafür entwickelten Robotern stattfinden kann.

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Ziel ist die autonome Entladung universeller Stückgüter aus den Containern, insbesondere die Entladung von Kaffeesäcken. Bislang ist die Entladung dieser Güter einerseits für Lagerarbeiter mit hohen Gesundheitsrisiken verbunden, andererseits sind die Personalkosten für die Firmen in diesem Bereich sehr hoch – eine automatisierte Lösung ist daher wünschenswert.

Ziel des RobLog-Projektes ist, Methoden und Technologien hierfür zu entwickeln. Das Entladen der oft chaotisch gepackten Container stellt jedoch hohe Anforderungen an ein Robotersystem. Eine Vielzahl von unterschiedlich geformten Objekten muss zunächst einmal dreidimensional erkannt werden. Dann sind die zu greifenden Objekte häufig verformbar und damit schwierig zu greifen. Weiterhin muss auf den Transportwegen gegebenenfalls Hindernissen ausgewichen werden, zudem müssen sich verändernde Umweltbedingungen berücksichtigt werden. Darüber hinaus muss es für den menschlichen Benutzer möglich sein, mehrere dieser Systeme parallel über eine geeignete Steuerung zu kontrollieren. Die Einbeziehung all dieser Bedingungen in ein realistisches Anwendungsszenario wird es ermöglichen, die Automatisierung der Logistikkette auf ein völlig neues Niveau zu bringen.

Auftraggeber des Projekts ist die Europäische Kommission, Auftragnehmer ist das internationale RobLog Konsortium. Zum Konsortium gehören die Hochschule Reutlingen, vertreten durch Prof. Dr.-Ing. Echelmeyer sowie sechs weitere Teilnehmer: die University of Örebro (ORU), das Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH (BIBA), die Jacobs University gGmbH (JACOBS), die University of Pisa (UNIPI) sowie die Firmen Qubica (QUBICA) und Vollers (VOLLERS). Im Rahmen des Projekts werden zusammen mit den beteiligten Universitäten mehrere interdisziplinäre Promotionsvorhaben durchgeführt.

Koordiniert wird das Projekt durch den Forschungsbereich „ESB-Logistikfabrik“ der Hochschule Reutlingen, der innerhalb des RobLog-Projekts über ein Teilbudget von circa 1,6 Mio. Euro verfügt. Die Teilnahme an diesem EU-Forschungsprojekt ist wegweisend für die gesamte Hochschule Reutlingen, denn in seiner europäischen Ausrichtung passt das Projekt hervorragend zum internationalen Profil der Hochschule Reutlingen. Darüber hinaus fördert ein derartiges Projekt auch hochschulintern die Kooperation, da man fakultätsübergreifend mit der Fakultät Technik zusammen arbeitet. Eine Besonderheit ist weiterhin, dass ein Forschungsprojekt dieser Größe und Ausrichtung von einer Hochschule koordiniert wird.

Über die ESB-Logistikfabrik der Hochschule Reutlingen:

Die ESB Logistikfabrik ist ein logistischer Forschungsbereich an der Hochschule Reutlingen. Sie wurde im Oktober 2009 unter Leitung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Echelmeyer ins Leben gerufen. Die Grundbausteine der ESB Logistikfabrik sind die drei Tätigkeitsfelder Forschung, Beratung und Lehre.

Weitere aktuelle Projekte der Logistikfabrik:
Projekt 1: Machbarkeitsstudie für den Einsatz einer Seilbahn zum Transport von Containern
Projekt 2: Simulation für die Gemischtpalettierung in der Produktionslogistik
Projekt 3: Instandhaltung Containerumschlaggeräte
Ansprechpartnerin:
Kerstin Kindermann
Public Relations / Medienarbeit
Telefon: 07121/271-3070
E-Mail: kerstin.kindermann@reutlingen-university.de

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.esb-logistikfabrik.de
http://www.esb-reutlingen.de
http://www.reutlingen-university.de

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