Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Robo-Frettchen jagt Drogen und Waffen

16.06.2009
Entwicklung wird Frachtprüfung revolutionieren

Geht es nach dem Willen britischer Forscher, wird ein neuartiges System die Prüfung von Frachtcontainern revolutionieren.

Sie entwickeln ein Roboter-Frettchen, das der Suche nach Drogen und Waffen, aber auch nach illegal Einreisenden dient. Das 30 Zentimeter große "Cargo Screening Ferret" ist laut Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) das weltweit erste Frachtprüf-System, das darauf zugeschnitten ist, im Inneren normaler Frachtcontainer zu arbeiten. Die Lösung setzt auf empfindliche Sensoren auf laser- und faseroptischer Basis, um winzige Spuren chemischer Substanzen nachzuweisen. Zum Einsatz kommen soll das Robo-Frettchen an Häfen und auf Flughäfen.

"Es ist wichtig, dass wir etwas entwickeln, das leicht zu bedienen ist und in das Grenzorgane vollstes Vertrauen haben können", meint Projektleiter Tony Dodd vom Department of Automatic Control and Systems Engineering der University of Sheffield. Um das zu erreichen, wird das Robo-Frettchen so gestaltet, dass es sich im Inneren eines stählernen Frachtcontainers magnetisch an der Oberseite befestigt und dann automatisch bewegt, um die gesamte Ladung zu durchsuchen.

Dabei soll der Scanner nicht nur die Funktionalität diverser aktueller Suchgeräte in einem System vereinen, sondern bisherige Lösungen in Sachen Genauigkeit auch ausstechen - nicht zuletzt, da es neben der Form und Dichte von Gegenständen auch deren Zusammensetzung bestimmen kann. Dadurch, dass Zoll- und Sicherheitsbeamte Container kaum mehr betreten oder auspacken müssen, wird das System auch Zeit sparen und die Beamten vor etwaigen Gefahren schützen, ist man überzeugt.

Möglich wird das Frettchen dank der Fortschritte im Bereich laser- und faseroptischer Technologie. Durch diese Entwicklungen werden Systeme realisierbar, die winzige Partikel verschiedener Substanzen detektieren. Das Projektteam arbeitet nun daran, Sensoren zu entwickeln, die kompakt genug für das robotische Frettchen sind und den chemischen "Fingerabdruck" illegaler Substanzen auch bei viel geringerer Konzentration entdecken können, als es mit bisherigen Systemen möglich ist. Dabei wird nicht nur auf Drogen oder Sprengstoffe Jagd gemacht. Die Sensoren werden laut EPSRC auch in der Lage sein, jene winzigen Spuren von Kohlendioxid zu messen, die auf versteckte Personen hinweisen. Das könnte Vorteile etwa im Kampf gegen den Menschenschmuggel bringen. Mithilfe kleiner Sonden soll es wiederum möglich werden, die Lage verbotener Substanzen in der Fracht genau zu bestimmen.

Aktuell nähert sich die Arbeit am Cargo Screening Ferret dem Ende des ersten von drei Projektjahren. Einsatzfähige Prototypen sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre entstehen. In etwa fünf Jahren könnten die Robo-Frettchen tatsächlich den Dienst antreten, so die derzeitige Abschätzung.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.epsrc.ac.uk
http://www.shef.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Intelligente Planung und Steuerung für mehr Effektivität und Effizienz bei Autoumschlag in Häfen
14.09.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Umweltfreundliches Segway toppt Rad und Auto bei kurzen Strecken
08.09.2017 | Hochschule Heilbronn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie