Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pfeilschnell und sparsam: Züge mit neuer Technik

16.12.2010
Mit einer Reihe neuer Technologien macht Siemens Hochgeschwindigkeitszüge zu Meistern im Energiesparen. Im Velaro, einer Weiterentwicklung des ICE 3, reisen die Passagiere mit bis zu 350 Stundenkilometern. Die Züge verbrauchen pro Person umgerechnet rund 0,33 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Dabei schlägt der Zug das Flugzeug bei der Reisezeit bis zu Entfernungen von 1.200 Kilometern, Transfers und Wartezeiten mit eingerechnet.

Intelligente Steuerungen, die Rückgewinnung von Bremsenergie und eine bessere Aerodynamik liefern den Hauptteil der Einsparungen, wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet. Seit seinem Start auf der Strecke Madrid-Barcelona Anfang 2008 rauscht der Velaro mittlerweile durch Russland, China und ab Ende 2011 auch durch Deutschland. Auch der Betreiber des Ärmelkanaltunnels, Eurostar, setzt auf den Hochgeschwindigkeitszug.


Wie der ICE 3 besitzt der Velaro nicht je eine Lok am Zuganfang und –ende, sondern Fahrmotoren auf jeder zweiten Achse. Das bringt Platz für mehr Passagiere, der Zug kann besser beschleunigen und größere Steigungen bewältigen. Rund 8000 Kilowatt, das sind 11.000 Pferdestärken, leisten die Motoren. Etwa ein Drittel der Energie lässt sich wieder nutzen, indem an jedem Radantrieb die beim Bremsen freiwerdende Energie fast vollständig zurück gewonnen wird.

Ein durchgängiges Hochdach vermeidet die Bildung von Luftwirbeln, die Aufbauten normalerweise erzeugen, beispielsweise für Klimaanlagen. Eine neue Kontur verringert auch den Luftwiderstand vor dem Zug, der besonders in Tunnels und im Gegenver­kehr hoch ist. Insgesamt spart die verbesserte Aerodynamik zwischen sechs und acht Prozent Energie. Im Zuginnern ersetzen effiziente LED die bisher üblichen Halogenlampen und reduzieren den Stromverbrauch. Auch die Belastung für die Klimaanlage sinkt, denn LED produzieren deutlich weniger Abwärme. Ein neues Energiemanagement schaltet immer nur so viel Versorgungsblocks zu wie gerade benötigt werden. Die Lüfter sind drehzahlgeregelt und werden nach Bedarf betrieben. Im Stillstand gehen die meisten Stromverbraucher auf Standby-Betrieb oder werden so weit wie möglich heruntergefahren.

Fahrerassistenzsysteme vermeiden unnötiges Bremsen und Beschleunigen und sparen so weitere sechs Prozent Energie. Noch einmal zehn Prozent weniger kann der Zug verbrauchen, wenn die Lokführer in umweltbewusstem Fahren geschult werden, wie es in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz der Fall ist. Die Hochgeschwindigkeitszüge sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 rund 28 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete. (IN 2010.12.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen