Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Parkhilfe für Brummis im Visier

18.06.2012
Die Möglichkeiten der optimaleren Auslastung von LKW-Parkplätzen an Autobahnen untersuchen Verkehrsforscher der FH Erfurt an der BAB 4.

Drei Tage lang war die Autobahnraststätte Eichelborn-Süd an der Bundesautobahn A 4 Mitte Juni Arbeitsplatz für Professor Dr.-Ing. Elmar Pfannerstill, zwei Mitarbeiter aus dem Institut Verkehr und Raum sowie fünf studentische Hilskräfte.


Ein durchfahrender LKW an den mobilen Induktionsschleifen. Foto: R. Hahn

Das Forscherteam der Fachrichtung Verkehrs- und Transportwesen der Fachhochschule hatte an der Ein- und Ausfahrt der Parkplätze mobile Induktionsschleifen ausgelegt und Messtechnik angeschlossen. Unter Zeltdächern standen Kameras und Laptops.

Schilder verwiesen auf eine „Verkehrszählung“. Die war aber nicht einfach das Führen einer Strichliste. Das Team bearbeitet derzeit das Projektes TeleLab - Telematische Lösungen zur Überbelegung von LKW-Parkplätzen an Bundesautobahnen“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Für Außenstehende zunächst überraschend, gibt es derzeit keine technische Lösung, mit der man die Anzahl der parkenden Lkw an Autobahn-Raststätten zufriedenstellend und automatisiert erfassen kann. Die ausgelegten mobilen Induktionsschleifen, an der FH auf Gummimatten selbst hergestellt und vor Ort wiederabnehmbar verklebt, lieferten nicht nur Daten durch das Überfahren der Matten. Zeitgleich machten die vertriggerten Kameras anonymisierte Bilder der passierenden Fahrzeuge, die den jeweiligen Messwerten zugeordnet wurden. So lassen sich die Messkurven den Fahrzeugtypen eindeutig zuordnen.

Mitarbeiter Andy Apfelstädt zeigte die charakteristischen Messkurven, die den Unterschied zwischen PKW und LKW einerseits und den verschiedenen Lkw andererseits recht gut dokumentieren. Unterstützung bekamen die Erfurter Forscher an 2 Tagen auch von ihren Kollegen der Hochschule Ulm, die mit einem supermodernen Laserscanner aus luftiger Höhe 3-D-Bilder von den gemessenen Durchfahrern machten.

Ziel des Forschungsprojektes „TeleLab - Telematische Lösungen zur Überbelegung von LKW-Parkplätzen an Bundesautobahnen“ ist die Entwicklung einer Technologie, mit deren Hilfe die aktuelle Belegung der raren LKW-Parkplätze entlang der Autobahn ermittelt werden kann. Das erspart den Brummifahrern, die beispielsweise ihre Lenkzeiten einhalten müssen, die oft zeitaufwendige Suche nach einem Parkstand.

Thüringen ist ein Transitland, auf den Bundesautobahnen A 4 und A 9 wälzen sich täglich tausende LKW in Nord-Süd- oder Ost-West-Richtung hindurch, die Parkplätze sind häufig hoch ausgelastet. Eine Zählung der Verkehrsforscher ergab z.B., dass allein auf dem Parkplatz Eichelborn-Süd am Abend des 13. Juni 66 LKW parkten, In einem erfassten Zeitraum von sieben Stunden hatten insgesamt 594 Fahrzeuge, darunter 168 LKW, die Messstellen an der Raststätte passiert.

Professor Pfannerstill rechnet damit, dass sein Forschungsprojekt in 15 Monaten abgeschlossen ist. Dann lässt sich sagen, mit welcher Genauigkeit verlässliche Zahlenangaben möglich sind. Dies ist erforderlich, denn auf den Autobahnparkplätzen gibt es keine Wächter, die etwa den Zähler am Morgen auf Null stellen, damit auch die Zahl der freien Plätze richtig angezeigt wird.

Die Vision der Forscher: Zukünftig bekommt der Brummifahrer in seiner Kabine über sein Navigationsgerät oder über sein „Smart Phone“ die Mitteilung, dass er auf Raststätte A keinen Platz mehr findet, aber nach 20 km noch Plätze bei B frei sind und kann entspannt direkt dorthin fahren.

Roland Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-erfurt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fit2Load – umweltfreundliches Mobilitätskonzept für Filiallieferverkehr
15.02.2018 | Fachhochschule Bielefeld

nachricht Lösungen für die begrenzte Reichweite von Elektrobussen
02.02.2018 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics