Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nie mehr rote Ampeln für Smartphone-Besitzer

19.09.2012
App mit Kamerazugriff garantiert Autofahrern "grüne Welle"

Die Smartphone-App "SignalGuru" soll Autofahrer vor ärgerlichen roten Ampeln bewahren und gleichzeitig die Umwelt entlasten und den Verkehrsfluss verbessern.

Die Anwendung, die von US-Wissenschaftlern vom MIT und der Princeton University http://bit.ly/QZ4zGy entwickelt wurde, verwendet die Kamera von hinter der Windschutzscheibe fixierten Smartphones, um Ampeln schon von weitem wahrzunehmen. Dann teilt SignalGuru dem Fahrer mit, welche Geschwindigkeit er fahren muss, um die Ampel in einer Grünphase zu erreichen. Bei Testläufen mit einem Prototypen konnte der Benzinverbrauch der Fahrzeuge so um 20 Prozent gesenkt werden.

"Grüne Wellen machen durchaus Sinn, allerdings muss auch die Ampelschaltung entsprechend passen, damit ein solches System funktioniert. Wenn Ampeln wegen zu viel Verkehr oder uneinsichtigen Gemeinden absichtlich so eingestellt sind, dass die nächste rot wird, wenn ich losfahre, macht eine solche App auch wenig Sinn. In Kombination mit einer intelligenten Ampelschaltung spricht aber nichts dagegen", erklärt Max Lang, Cheftechniker beim ÖAMTC http://www.oeamtc.at , gegenüber pressetext.

Hohe Kosten

SignalGuru wird auf ein Smartphone installiert, das dann so hinter die Windschutzscheibe geklemmt werden muss, dass die Kamera des Geräts freie Sicht auf die Fahrbahn hat. So kann die App registrieren, wenn eine Ampel umschaltet. Daraus errechnet SignalGuru, welche Geschwindigkeit gefahren werden muss, um bei Grün zur nächsten Kreuzung zu gelangen. Um möglichst genaue Angaben geben zu können, greift die App auf Crowdsourcing-Daten zu: Die Angaben von Usern zur Dauer der Rot- beziehungsweise Grünphasen werden auf Servern gespeichert und garantieren so stets akkurate Berechnungen.

Das funktioniert allerdings nur in Ländern mit fixen Schalt-Intervallen. In einigen Ländern, wie etwa Singapur, variiert die Länge der Rot- und Grünphasen je nach Verkehrsaufkommen. Trotzdem funktioniert SignalGuru auch im asiatischen Stadtstaat, wie die Forscher mit Tests bewiesen haben. Die Genauigkeit ist aber geringer, da die App raten muss, wie lange eine Ampel ungefähr bei einer Farbe bleibt. Trotzdem lag die Abweichung von SignalGuru laut den Entwicklern auch in Singapur unter zwei Sekunden. Eine Abfrage der Daten direkt von den zuständigen Behörden hat sich leider als unpraktikabel herausgestellt, da sie uneinheitlich sind und nicht immer in maschinenlesbarer Form vorliegen.

Gefahr für Fahrer

Ständiges Anfahren und wieder Abbremsen an Kreuzungen erhöht den Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen drastisch. Durch den SignalGuru kann nicht nur die individuelle Öko-Bilanz von Fahrzeugen verbessert werden, der Verkehr wird insgesamt flüssiger, was zu allgemeinen Treibstoff-Einsparungen führt.

Unfehlbar ist die App natürlich nicht. Die Entwickler halten Nutzer an, SignalGuru nicht blind zu vertrauen. Schaltet eine Ampel durch Fehlfunktion, manuelle Intervention oder eine Intervalländerung nicht wie vorgesehen, hätte ein Befolgen der Anweisungen schlimme Konsequenzen.

Die Forscher raten, wie bei Navigationsgeräten auch, die Augen immer offenzuhalten und die Situation noch einmal zu prüfen, bevor dem Gerät gehorcht wird. "Entscheidend ist auch, wie die Informationen von der App kommuniziert werden. Wenn der Fahrer ständig auf den Bildschirm schauen muss, ist die Ablenkung zu groß. Eine Navi-Lösung wäre optimal", so Lang.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://bit.ly/QZ4zGy

Weitere Berichte zu: APP Ampel Ampelschaltung Grünphasen Kreuzung SignalGuru Smartphone Windschutzscheibe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise