Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobilitätswandel: Dienstleistungen leichter kombinieren

20.02.2015

Unser Mobilitätsverhalten verändert sich: Attraktive öffentliche Verkehrsangebote oder flexible Dienste wie Carsharing gewinnen stetig an Bedeutung. Wie sich solche Angebote noch besser aufeinander abstimmen und in den Alltag von Nutzerinnen und Nutzern integrieren lassen, untersucht das Projekt „BiE – Bewertung integrierter Elektromobilität“.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert BiE im Rahmen des Regierungsprogramms „Elektromobilität“. BiE ist Teil des Spitzenclusters Elektromobilität Süd-West. Die cantamen GmbH ist Koordinator des Verbundprojekts, an dem auch Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beteiligt sind.


Carsharing und öffentlichen Nahverkehr clever kombinieren? Wie das gelingen kann, untersucht das Verbundprojekt „BiE“.

(Foto: RAC)

Im Projekt BiE untersuchen die Partner aus Wissenschaft und Industrie gemeinsam, wie sich Elektromobilität möglichst nahtlos in das alltägliche Leben einfügen lässt. Dafür erstellen sie Prognosemodelle, welche die Reichweite und Planbarkeit von Flottenfahrzeugen verbessern.

Auf dieser Grundlage erarbeiten die Partner ein auf die Besonderheiten der Elektromobilität zugeschnittenes Buchungssystem, welches beispielsweise den Kunden eines Carsharing-Unternehmens das für ihn optimal geladene Elektrofahrzeug zur Verfügung stellen wird.

Außerdem entwickeln sie ein Interaktionsmodell, das es Nutzern erlaubt, unterschiedliche Dienste und Dienstleistungen einfach zu kombinieren und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Dienstleistern, etwa Carsharing-Anbietern, ÖPNV oder auch Unternehmen, unterstützen soll.

Auf dieser Grundlage erarbeiten die Partner eine integrierte Elektromobilitätsassistenz, die Einzelpersonen und Dienstleister bei der Nutzung der Elektromobilität unterstützt und gleichzeitig die Bedarfsplanung erleichtert. Nutzerinnen und Nutzer können sich damit beispielsweise auf einem Smartphone anzeigen lassen, welche Strecken sie ideal mit dem Elektrofahrzeug zurücklegen können. Darüber hinaus soll das Assistenzsystem aber auch den Mobilitätsbedarf im Alltag erkennen, etwa wenn eine Fahrt zum Supermarkt ansteht, und das Fahrzeug entsprechend vorbereiten.

Ein im Weiteren angestrebtes Beratungssystem soll ähnlich einem „Wahl-O-Mat“ durch die Eingabe verschiedener Parameter wie Organisationsgröße (z. B. Hausgemeinschaften oder Kommunen), Personenzahl und Mobilitätsverhalten verlässliche Aussagen ermöglichen, ob und zu welchen Konditionen die Einführung von Elektromobilität sinnvoll ist. Das Ergebnis wird eine individuell zugeschnittene Mobilitätsarchitekturberatung für die beschriebene Organisation sein. Es sollen so Aussagen über Investitionsgrößen und Infrastrukturen, Auslastung und Wirtschaftlichkeit von E-Mobilitätslösungen zu fast jedem beliebigen Umfeld möglich werden.

Gesamtziel des Projekts ist ein Bewertungssystem für die Integration der Elektromobilität in den Alltag, welches anhand von Kennzahlen konkrete Berechnungen und Aussagen zu den Möglichkeiten der Elektromobilität in verschiedenen Bereichen erlaubt. In diesem System werden mögliche Nutzungsszenarien vor der Umsetzung zunächst simuliert.

So wird es unter anderem möglich sein, geeignete Ladeinfrastrukturen für Fahrzeugflotten zu identifizieren, Kooperationsmöglichkeiten verschiedener Anbieter zu erkennen oder Verkehrsflüsse zu analysieren. Das Projekt BiE erforscht dazu sowohl Konzepte der nahtlosen Kooperation unterschiedlicher Mobilitätsdienstleister als auch die optimierte Planung größerer, elektrisch betriebener Carsharing-Flotten. Neue Angebote und geeignete Potenziale für Fahrzeugflotten werden in den Regionen Stuttgart, Rhein-Neckar und Karlsruhe untersucht.

Das BMBF fördert BiE – Bewertung integrierter Elektromobilität in der zweiten Förderphase des Spitzenclusters Elektromobilität Süd-West über eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren mit mehr als zwei Millionen Euro. Wesentliche Grundlagen für die Integration der Elektromobilität schufen bereits die Arbeiten in der ersten Förderphase. Aufbauend auf diesen Ergebnissen untersucht und bewertet das neue Forschungsprojekt verstärkt die Auswirkungen des Mobilitätswandels auf Mobilitätsangebote.

Engagierte Partner

Elf Partner aus verschiedenen Branchen arbeiten aktiv in BiE mit: Das FZI Forschungszentrum Informatik und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit den Instituten für Verkehrswesen (IfV) und Produktentwicklung (IPEK) bringen neueste wissenschaftliche Aspekte ein. Aus der Industrie engagieren sich die Firmen Bosch, cantamen GmbH, esentri AG, RA Consulting GmbH, Raumobil GmbH und TWT GmbH Science & Innovation. Mit Stadtmobil Karlsruhe und Stadtmobil Rhein-Neckar stehen zudem zwei große Carsharing Betreiber aus der Region als Pilotpartner für die technische Erprobung zur Verfügung.

Spitzencluster Elektromobilität Süd-West

Mit rund 80 Akteuren aus Industrie und Wissenschaft ist der Spitzencluster Elektromobilität Süd-West einer der bedeutendsten regionalen Verbünde auf dem Gebiet der Elektromobilität. Der Cluster, der von der Landesagentur e-mobil BW GmbH gemanagt wird, verfolgt das Ziel, die Industrialisierung der Elektromobilität in Deutschland voranzubringen und Baden-Württemberg zu einem wesentlichen Anbieter elektromobiler Lösungen zu machen. Der Spitzencluster wird vom BMBF im Rahmen der Hightech Strategie der Bundesregierung über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 40 Mio. Euro gefördert. Ziel der Spitzenclusterförderung ist es, regionale Potenziale entlang der gesamten Innovations- und Wertschöpfungskette zu bündeln. Unter dem Motto „road to global market“ nutzt der Cluster die einmaligen Möglichkeiten der Region Karlsruhe – Mannheim – Stuttgart – Ulm, um renommierte große, mittlere und kleine Unternehmen aus den Bereichen Fahrzeug-, Energie-, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie dem Querschnittsfeld Produktionstechnologie untereinander und mit Forschungsinstituten vor Ort zu vernetzen.

Weiterer Kontakt:
Margarete Lehné, Pressereferentin, Tel.: +49 721 608-48121, Fax: +49 721 608-43658, E-Mail: margarete.lehne@kit.edu

Das Zentrum Mobilitätssysteme bündelt die fahrzeugtechnischen Aktivitäten des KIT: An den methodischen und technologischen Grundlagen für die Fahrzeuge der Zukunft arbeiten derzeit knapp 40 Institute mit rund 800 Mitarbeitern. Ziel ist es, Konzepte, Technologien, Methoden und Prozesse für die Mobilität der Zukunft zu erarbeiten. Die Wissenschaftler berücksichtigen dabei das komplexe Zusammenspiel von Fahrzeug, Fahrer, Verkehr, Infrastruktur und Gesellschaft.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vereint als selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts die Aufgaben einer Universität des Landes Baden-Württemberg und eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft. Seine drei strategischen Felder Forschung, Lehre und Innovation verbindet das KIT zu einer Mission. Mit rund 9 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu

Monika Landgraf | Karlsruher Institut für Technologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen
26.06.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie