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Mit dem Frachtschiff in den Urlaub: Prototyp für eine Reiseplattform

29.09.2016

Der Sommer ist vorbei, viele Menschen waren wieder mit dem Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub – dem beliebtesten Verkehrsmittel für große Distanzen. Eine Alternative sind Reisen auf Frachtschiffen, die derzeit nur von wenigen Reedereien angeboten werden. Die Fachhochschule St. Pölten entwickelte im Projekt CargoRider einen Prototyp für eine Plattform, um Reisen am Frachtschiff zu buchen. Testpersonen zeigten sich in einer Umfrage an dieser Reiseform durchaus interessiert.

Reisen mit dem Schiff sind selten geworden, da sie fast nur mehr im Luxussegment angeboten werden. Riesige schwimmende 5-Sterne-Hotels sprechen gut situierte und eher ältere Menschen an, dabei ließe sich bei jungen Menschen Zeit und Abenteuerlust für eine langsame Entdeckung der Welt finden.


Screenshot der Plattform CargoRider

FH St. Pölten / Olivia Wais

Im Rahmen des FFG-Projektes CargoRider aus dem Programm Mobilität der Zukunft entwickelten ForscherInnen der FH-St. Pölten mit Studierenden des Bachelorstudiums Medientechnik eine Plattform, die das Buchen von Reisen mit Frachtschiffen ermöglicht.

Funktionieren soll die Plattform relativ einfach: Mithilfe einer Landkarte werden alle europäischen Binnenhäfen dargestellt. Durch das Klicken auf einen Hafen werden alle Schiffe aufgelistet, die in den nächsten Tagen von dort wegfahren. Registrierte BenutzerInnen können eine Anfrage für ein gewünschtes Schiff stellen. Auf der Plattform ist ersichtlich, welche Häfen von einem gewissen Hafen aus erreichbar sind.

Hohes Interesse an Frachtschiffreisen
„Das Projekt wollte damit ausloten, ob für Schiffe eine dem Interrail bei der Bahn vergleichbare Plattform aufgebaut werden kann, die eine Alternative zum Flugverkehr vor allem für junge Menschen bietet“, erklärt Frank Michelberger, Leiter des Projekts und des Carl Ritter von Ghega Instituts für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten.

Dazu wurde im Rahmen des Projekts neben dem Prototyp der Plattform auch ein mögliches Businessmodell entwickelt. Als Zielgruppe wurden junge Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen und Interesse an entschleunigtem, alternativem Reisen angenommen. Untersucht wurden im Projekt auch rechtliche Rahmenbedingungen, etwa für Beförderungskonditionen, Unterbringung auf den Schiffen, Verpflegung und Rechte und Pflichten der Passagierinnen und Passagiere sowie für Kooperation zwischen Agenturen, Reedereien, Häfen und Schifffahrtsverbänden/-gesellschaften.

Begleitend wurde eine Umfrage zu Einstellung und Wünschen für Frachtschiffreisen durchgeführt und es zeigte sich großes Interesse. Wichtig waren den befragten Personen die Möglichkeit zur gemeinsamen Reise mit Freundinnen, Freunden und Bekannten, die Möglichkeit zu Landgängen und der Kontakt zur Crew. Der Besuch von Städten und das Befahren von schönen Routen wurden als Motivation für die Reisen am häufigsten angegeben.

„Der Service ist für die Zielgruppe interessant und aus technischer und rechtlicher Sicht durchführbar. Es würde ein Nischenprodukt bleiben, hat aber anhand des skizzierten Businessmodells durchaus Chancen. Voraussetzung ist allerdings eine starke Kooperation mit z. B. Reedereien oder Agenturen“, sagt Peter Judmaier, FH-Dozent am Department Medien und Digitale Technologien der FH St. Pölten.

Vom Prototyp zur Realität
Der Prototyp könnte durchaus für die Praxis weiterentwickelt werden. „Für eine spätere Umsetzung könnte ein Agenturbetrieb mit Erlösoptionen vorbereitet und eine Kooperation mit am Markt operierenden Frachtschiffreiseagenturen vereinbart werden. Die Plattform müsste aber auch technisch zu einem voll funktionsfähigen Prototypen entwickelt und im realen Umfeld getestet werden“, sagt Judmaier. Die Plattform könnte schrittweise geografisch erweitert werden: von Österreich und Deutschland auf Europa und in einem weiteren Schritt auch für Hochseereisen.

Innovatives Reisetagebuch
Der erste Prototyp der Plattform bietet neben der Buchungsfunktion ein persönliches Reisetagebuch: Reisende können dort über ihr Mobiltelefon Stimmungen und Eindrücke der Fahrt festhalten.

Projekt CargoRider
Das Projekt CargoRider wurde durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Rahmen des Programms Mobilität der Zukunft gefördert. Das Department Medien und Wirtschaft der FH St. Pölten war an der Entwicklung des Businessmodells beteiligt.
https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/cargorider
http://mc.fhstp.ac.at/projects/2016/cargorider

Foto:
Screenshot Prototyp, Credit: FH St. Pölten / Olivia Wais

Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den sechs Themengebieten Medien & Wirtschaft, Medien & Digitale Technologien, Informatik & Security, Bahntechnologie & Mobilität, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 17 Studiengängen werden rund 2.600 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt zu den oben genannten Themen sowie institutsübergreifend und interdisziplinär. Die Studiengänge stehen in stetigem Austausch mit den Instituten, die laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickeln und umsetzen.

Informationen und Rückfragen:
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Peter Judmaier
FH-Dozent, Department Medien und Digitale Technologien
M: +43/676/847 228 630
E: peter.judmaier@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/judmaier-peter

FH-Prof. Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Ing. Frank Michelberger, EURAIL-Ing.
Institutsleiter Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung
Department Bahntechnologie und Mobilität
M: +43/676/847 228 664
E: frank.michelberger@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/michelberger-frank

Pressekontakt:
Mag. Mark Hammer
Marketing und Unternehmenskommunikation
T: +43/2742/313 228 269
M: +43/676/847 228 269
E: mark.hammer@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/presse
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Mag. Mark Hammer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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