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Lkw-Sicherheit im Tunnel mit RFID und Kamera

05.05.2010
Siemens entwickelt neue Technologien, um das Risiko oder die Folgen eines Tunnelbrands zu mindern.

Das System erkennt heiß gelaufene Lkw-Teile wie zum Beispiel Bremsen schon vor dem Tunnel und kann im Gefahrfall Alarm schlagen, wie die demnächst erscheinende Ausgabe der Zeitschrift Pictures of the Future berichtet.


Ein RFID-System ermittelt Informationen über den Inhalt von Gefahrguttransportern bereits vor deren Einfahrt in den Tunnel und gibt sie an die Tunnel-Leitzentrale, damit die Feuerwehr im Brandfall das passende Löschmittel parat hat. Ab Mai wird das System im Aubinger Tunnel bei München erprobt.

Tunnelbrände werden vor allen Dingen von defekten Fahrzeugen verursacht, wobei besonders hohe Schäden auftreten, wenn Lkw am Unfall beteiligt sind. Gefahrguttransporter sind aus diesem Grund nur für bestimmte Tunnels zugelassen. Sie tragen eine Plakette mit Informationen über die Gefährlichkeit der Ladung und die erlaubte Tunnelkategorie. Videokameras am Tunnel prüfen anhand der Plakette, ob das Fahrzeug passieren darf.

Siemens Corporate Technology (CT) hat nun eine Lösung entwickelt, die schon vor dem Tunnel mögliche Risiken erkennt. Das System prüft mit Hilfe kombinierter Video- und Wärmebildaufnahmen, ob bestimmte Lkw-Teile wie Räder, Bremsen oder Motor gefährlich überhitzt sind. Eine Bildverarbeitungssoftware identifiziert zunächst das aufgenommene Fahrzeug z.B. als Lkw. Danach erstellt das Programm ein Modell des Lasters und markiert die zu prüfenden Fahrzeugteile.

Mit Hilfe von Daten über erlaubte Temperaturverteilungen zwischen den Komponenten kann es aus der Überlagerung von Video- und Wärmebild heiß gelaufene Teile erkennen.

Weil die Plaketten von Gefahrguttransportern bei schlechtem Wetter kaum lesbar sind, entwickelten die Forscher RFID-Tags, die genaue Informationen über die Ladung an ein Lesegerät vor dem Tunnel senden. Mit Hilfe spezieller Algorithmen kann diese Datenabfrage sogar bei voller Geschwindigkeit des Lkw ablaufen. Wegen der nötigen Reichweiten von 50 Metern verwendet das System batteriebetriebene, aktive RFID-Tags. Um Energie zu sparen, werden die Tags aktiviert, wenn sie von den Lesegeräten aufgefordert werden. Zusätzlich haben die Entwickler die Übertragungsprotokolle entsprechend optimiert. Ein von CT entwickelter Kryptochip verhindert das Abhören und Fälschen der übertragenen Daten. Der Chip ist für schnelle Datenübertragung und niedrigen Energieverbrauch optimiert.

Beide Systeme werden im Rahmen des Forschungsprojekts SKRIBT- „Schutz kritischer Brücken und Tunnel im Zuge von Straßen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt. (IN 2010.05.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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