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Konzepte zur Zusammenarbeit von Bahngesellschaften und Sicherheitsorganisationen

06.05.2011
Informationstechnik (IT) gewinnt für die Bewältigung von Notfällen und kritischen Situationen zunehmend an Bedeutung.

Insbesondere gilt dies an großen Kreuzungspunkten des öffentlichen Personenverkehrs, da hier viele Menschen in der Öffentlichkeit bewegt werden müssen, was IT-Systeme zur Steuerung und Sensoren zum Erkennen von Störungen äußerst attraktiv macht. Die Nah- und Fernverkehrsbetreiber sind diesbezüglich nicht untätig geblieben und haben Systeme eingeführt, die einerseits ihre Kunden schützen und andererseits ihre Betriebsprozesse sichern sollen.

Da dieser Innovationsschub jedoch nicht zentral koordiniert wurde, lassen sich die sicherheitsrelevanten Systeme nicht problemlos integrieren. Ein Interoperabilitäts-Ansatz soll daher die verschiedenen existierenden Systeme zu einem Metasystem zusammenfügen und die gemeinsame Bewältigung kritischer Lagen verbessern.

SECUR-ED (Secure Urban Mass Transportation – European Demonstrator) ist das neue Flaggschiffprojekt der EU im Bereich zivile Sicherheit. Ziel ist es, einen Mix von interoperablen Technologien, etwa Sensoren oder Informationssystemen, und Best-Practice-Vorgehensmodellen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Risikomanagement oder Training zu identifizieren und im realitätsnahen Piloteinsatz in den europäischen Großstädten Berlin, Paris, Mailand und Madrid zu erproben. Seine 40 Partner trafen sich nun zur Auftaktveranstaltung am 3. und 4. Mai 2011 in Paris, wo u.a. das dortige Testgebiet des Verkehrsknotenpunkts La Defense besichtigt wurde.

Das Fraunhofer IAO übernimmt in SECUR-ED mehrere zentrale Aufgaben: Auf Grundlage existierender Interoperabilitäts-Ansätze wird ein Meta-System-Ansatz zum konsistenten Zusammenspiel der IT-Systemkomponenten erarbeitet. Dieser umfasst sowohl Bausteine für die Gesamtarchitektur als auch eine Schnittstellensprache zur klaren Definition von Austauschformaten und -prozessen. Darüber hinaus soll ein Multitouch-System entstehen, das es ermöglicht, aggregierte Informationen aus verschiedenen Datenquellen integriert darzustellen und insbesondere in ihrem zeitlichen Verlauf zu analysieren und so Hilfestellung bei der Vorsorge, Bewältigung und Nachbereitung kritischer Situationen gibt. Schließlich erarbeiten die IAO-Experten Modellierungsbausteine und Simulationskonzepte, die es erlauben, verschiedene Szenarien der Zusammenarbeit durchzuspielen. Ferner wird das institutionenübergreifende Kompetenzmanagement für die vielen beteiligten Akteure an Bahnhöfen systematisch unterstützt.

SECUR-ED mit seinen Partnern aus Betreibern, Industrie und akademischen Institutionen stellt eine bis hierhin so nicht dagewesene Initiative zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Eisenbahnverkehr da. Als Demonstrationsprojekt zielt es nicht darauf ab, neue Technologien zu entwickeln, sondern bestehende, unter hohem Aufwand hergestellte Produkte so praxisnah wie möglich dem Markt zuzuführen.

Ansprechpartner:
Fraunhofer IAO, Dr. Wolf Engelbach
Telefon +49 711 970-2128
wolf.engelbach@iao.fraunhofer.de

Claudia Garád | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.swm.iao.fraunhofer.de
http://cordis.europa.eu

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