Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konzept zur Produktionsversorgung für eine flexible Mixmontage

19.06.2009
Claas, der bekannte Hersteller von Landmaschinen, produziert seine Mähdrescher und Häcksler im Stammwerk Harsewinkel, das als eine der modernsten Produktionsstätten der Branche weltweit gilt.

Als jedoch ein neuer Feldhäckslertyp gemeinsam mit den beiden anderen Typen auf einer Montagelinie gebaut werden sollte, mussten die Abläufe gänzlich umgestaltet werden. Das Unternehmen zog das Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML zur Beratung hinzu.

Dass Claas seinen Geschäftserfolg auch einer ausgefeilten Logistik verdankt, wurde bereits deutlich durch die Verleihung des Logistik-Preises 2007 für die "integrierte logistische Gesamtkonzeption" des Unternehmens.

Bei der Einführung des neuen Jaguar-Feldhäckslers stand Claas vor einer neuen logistischen Herausforderung. "Aufgrund eines akuten Flächenengpasses am Standort musste das Unternehmen den neuen Typen gemeinsam mit den beiden bereits vorhandenen auf einer gemeinsamen Montagelinie aufbauen", erklärt Dr.-Ing. Frank Ellerkmann vom Fraunhofer IML die Ausgangssituation.

"Dem Build-To-Order-Ansatz folgend, sollte dies in einer von Claas so genannten restriktionsfreien Mixmontage der drei Feldhäckslertypen erfolgen. Diese Anforderung lässt sich nur mit einer permanenten Teileverfügbarkeit für alle Typen und Varianten auf den begrenzten Flächen der Montagelinie ermöglichen."

Bislang hatte Claas immer ein Produkt über eine längere Zeit auf der Montagelinie mit einer Kapazität von bis zu zehn Häckslern pro Tag aufgebaut, um anschließend ebenfalls über einen längeren Zeitraum das andere Produkt zu fertigen. Dieser Zustand ließ kein angemessen flexibles Reagieren auf Bestellungen zu. Deshalb wollte man zukünftig eine Mixmontage erreichen, bei der ohne jegliche Einschränkungen mehrere verschiedene Produkte an einem Tag zusammengebaut werden können.

Die Logistikexperten des Fraunhofer IML entwickelten dazu ein völlig neues Versorgungskonzept. Es umfasst eine Verlagerung einzelner geeigneter Vormontagen zu den Lieferanten, die Forcierung der Anlieferung einbaufertiger Module in Sequenz sowie die Bereitstellung kommissionierfähiger Teile aus einem Supermarkt direkt an der Montagelinie.

Das Ergebnis erforderte viel planerische Feinarbeit, wie Dr. Frank Ellerkmann berichtet: "Mit einer detaillierten Layoutplanung und der Auswahl der erforderlichen Förder- und Lagertechnik ist es dem Projektteam gelungen, einen Lösungsansatz zu entwickeln, der neben den bereits erwähnten Platzproblemen auch die Verstetigung des Personalbedarfs an der Montagelinie bei einem Typenwechsel unterstützt." (MK/RFN)

Stefan Schmidt | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iml.fhg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb
19.10.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften – Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel

nachricht Wie E-Autos effizient genutzt werden
16.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise