Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutz in der Logistik kann Kosten senken

21.10.2008
Gemeinsames Projekt von Öko-Institut, dem Logistiklehrstuhl der Technischen Universität Dortmund und der Deutschen Post AG stellt fest: Wenn ein Paket-Dienstleister seine Treibhausgase mindert, senkt er oftmals gleichzeitig die Kosten / Heute Präsentation der Ergebnisse in Bonn

Es gibt gute Nachrichten für alle Logistikunternehmen und für die Umwelt: Wenn ein Kurier-, Express oder Paketdienstleister seine Treibhausgas-Bilanz verbessert, hilft er damit nicht nur dem Klimaschutz. Er senkt gleichzeitig auch seine Kosten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsvorhaben, bei dem das Öko-Institut und der Lehrstuhl für Verkehrssysteme und logistik der Technischen Universität Dortmund mit der Deutschen Post AG zusammen gearbeitet haben. Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Am Beispiel des Standard-Netzes von DHL Paket Deutschland, dem Paketdienstleister der Deutschen Post AG, haben die Projektpartner verschiedene Maßnahmen untersucht, wie sich im stationären und im mobilen Bereich von Logistikunternehmen die klimaschädlichen Treibhausgase mindern lassen. Die Projektpartner haben vor allem solche Maßnahmen identifiziert, die sich ökologisch wie auch ökonomisch rechnen und kurzfristig in der Praxis umsetzen lassen. Andreas Marschner, Leiter der Abteilung Produktionsplanung, -strategie und Performance Management bei DHL Paket Deutschland: "Besonders die praxisnahen und gut umsetzbaren Vorschläge der Wissenschaftler haben uns überzeugt. So profitieren der Klimaschutz und die Unternehmen gleichermaßen."

Über 700 Millionen Sendungen (ohne Express) transportiert DHL Paket pro Jahr innerhalb Deutschlands. Dabei fallen rund 450.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen an - von der Abholung beim Kunden oder der Postfilialen über den Umschlag in den Paketzentren bis zur Zustellung. Zwar hat DHL schon in der Vergangenheit seine Emissionen nachhaltig reduziert, jedoch konnten die Wissenschaftler vom Öko-Institut und der TU Dortmund weitere Maßnahmen identifizieren, die Treibhausgase und gleichzeitig Kosten senken. Die Bewertung und Auswahl der Maßnahmen erfolgt dabei mit Hilfe der Ökoeffizienz-Methode, die im Vorhaben für die Anwendung im Logistikbereich weiterentwickelt wurde. DHL Paket hat, wo dies kurzfristig möglich war, die ökoeffizienten Maßnahmen noch während der zweijährigen Projektlaufzeit umgesetzt.

Einige Beispiele:

1. Das Paketzentrum Krefeld wurde im Juni 2008 auf energieeffiziente Beleuchtung umgestellt. Damit wurde der Stromverbrauch um über 21 Prozent gesenkt, was rund 175.000 kWh pro Jahr entspricht. Insgesamt kann die Umwelt damit um 112 Tonnen Treibhausgase pro Jahr entlastet werden. DHL plant, die übrigen 32 Paketzentren ebenfalls mit energieeffizienter Beleuchtung nachzurüsten. Damit lassen sich jährlich über 3.300 Tonnen Treibhausgase vermeiden. Die Investitionen von rund 1,5 Millionen Euro werden sich innerhalb von knapp zweieinhalb Jahren amortisieren.

2. Seit Mitte 2007 läuft bereits ein Modellvorhaben zum Auslastungsmanagement der Transporte zwischen den einzelnen Paketzentren. Die Zahl der transportierten Wechselbrücken ist dadurch um rund fünf Prozent, die Lkw-Fahrleistung um rund drei Prozent gesunken. Damit spart das Logistikunternehmen jährlich 4.400 Tonnen an Treibhausgasen und mehrere Millionen Euro ein.

Darüber hinaus haben die Wissenschaftler weitere Maßnahmen vorgeschlagen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden können. Im Fahrzeugbereich wurde beispielsweise aufgezeigt, wie durch fahrzeugtechnische Maßnahmen und durch den Einsatz alternativer Antriebe und Kraftstoffe Treibhausgasemissionen gesenkt werden können. Beim Transport zwischen den Paketzentren kann der Einsatz von Volumenwechselbrücken einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gesamtprojekt-Leiter und Logistikexperte Martin Schmied vom Öko-Institut: "Die bereits umgesetzten und vorgeschlagen Maßnahmen zeigen, dass Klimaschutz und eingesparte Kosten in der Logistik Hand in Hand gehen können."

Wichtig dabei: Von dem Forschungsvorhaben profitiert die gesamte Logistikbranche. Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen vom Lehrstuhl für Verkehrssysteme und -logistik an der TU Dortmund: "Viele unserer Ergebnisse lassen sich auf andere Unternehmen problemlos übertragen. Wir haben sie im Rahmen des Projektes bereits Klein- und Mittelständlern zur Verfügung gestellt."

Die Ergebnisse aus dem Projekt "Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgas-Emissionen stationärer und mobiler Prozesse in Logistikunternehmen am Beispiel Deutsche Post World Net (StaMoLo)" werden am heutigen Dienstag, 21. Oktober 2008, in Bonn bei einer Tagung vorgestellt. Hier können Sie das Programm herunterladen: http://www.oeko.de/files/aktuelles/application/pdf/stamolo_080917_flyer.pdf.

Das Projekt gehört zum BMBF-Förderschwerpunkt "klimazwei".

Mehr Informationen zu dem Forschungsvorhaben: http://www.stamolo.de

Ansprechpartner für die Presse:

Martin Schmied, Öko-Institut e.V., Büro Berlin, Institutsbereich Infrastruktur & Unternehmen, Telefon 030/280 486-82, m.schmied@oeko.de

Nicole Mommsen, Deutsche Post World Net, Konzernkommunikation, Pressestelle, Telefon 0228/182 9944 pressestelle@deutschepost.de

Simon Deymann, Technische Universität Dortmund, Lehrstuhl für Verkehrssysteme und -logistik, Telefon: 0231/755 7339, deymann@vsl.mb.tu-dortmund.de

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Augmented Reality in der Logistik: Packen mit der Datenbrille
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics