Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KIT startet Linienbetrieb mit Wasserstoffbussen

11.06.2013
Wasserstoff (H2) ist einer der Energieträger der Zukunft – sei es als Speicher für Sonnen- und Windenergie oder als Treibstoff für brennstoffzellengestützte Elektromobilität.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erforscht und entwickelt sichere, effiziente und nachhaltige Wasserstofftechnologien. Am Campus Nord eröffnete das KIT heute auch eine Wasserstoff-Tankstelle.


Eröffneten die Wasserstoff-Tankstelle am KIT: Helmfried Meinel, Ministerialdirektor im baden-württembergischen Umweltministerium (links) und KIT-Vizepräsident Dr. Peter Fritz (rechts)
(Foto: Sandra Göttisheim)

Sie versorgt unter anderem die zwei neuen Brennstoffzellenbusse, die ab sofort im Shuttle-Service zwischen den KIT-Standorten in Betrieb sind. Die Anschaffung der Tankstelle und der Busse hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg maßgeblich unterstützt.

„Der Start der Wasserstoff-Tankstelle und der Busse ist ein Meilenstein im Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur am KIT. Wir werden hier eine Technologieplattform für Forschung und Entwicklung aufbauen, bei der künftig mehr und mehr der ‚grüne‘ Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen im Mittelpunkt stehen wird“, sagt Dr. Peter Fritz, KIT-Vizepräsident für Forschung und Innovation.

Das Vorhaben des KIT wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit über 3,2 Millionen Euro gefördert. „Künftig werden wir Wasserstoff als Energieträger und -speicher aus erneuerbaren Energien gewinnen. Brennstoffzellen sind hoch effiziente Energiewandler und damit Schlüsseltechnologien der Zukunft - sowohl für eine nachhaltige Mobilität als auch für eine saubere und dezentrale Strom- und Wärmeversorgung von Gebäuden“, sagte Helmfried Meinel, Ministerialdirektor des Umweltministeriums.

Die neue Tankstelle kann 80 Kilogramm Wasserstoff pro Tag abgeben – das entspricht etwa drei Busbetankungen – und gehört damit zu den Wasserstoff-Tankstellen mit der höchsten Abgabemenge in Süddeutschland. Eine Betankung dauert derzeit etwa 20 Minuten. Der KIT-H2-Shuttle wird zwischen den KIT-Standorten Campus Nord und Campus Süd pendeln. Er löst damit die bislang auf dieser Linie eingesetzten Dieselbusse ab. Ab 12. Juni ist auch der Campus Ost (Mobilität und Innovation) an die Linie angebunden. Beschäftigte und Studierende des KIT können den Service weiterhin kostenlos nutzen.
„Bei dem Linienbetrieb mit etwa 80.000 Fahrgästen pro Jahr ist eine durchgehend hohe Abgabe an der Tankstelle garantiert: So können wir die neu installierten H2-Technologien intensiv nutzen und damit ihre Alltagstauglichkeit sowie die Anwendungsmöglichkeiten für eine große Zahl von Nutzerinnen und Nutzer demonstrieren“, sagt Dr.-Ing. Thomas Jordan, Leiter der Arbeitsgruppe Wasserstoff am KIT.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten an fortschrittlichen Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen. Ein Beispiel ist die Herstellung von Wasserstoff aus Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung.
Am KIT wurden Verfahren entwickelt, um die verschiedenen Qualitäten von nachhaltiger Biomasse verarbeiten zu können. Die Verfahren wurden im Pilotanlagenmaßstab realisiert, so dass das KIT in Kürze in der Lage sein wird, seinen eigenen „grünen Wasserstoff“ zu Testzwecken für den Betrieb der Wasserstoff-Busse zur Verfügung zu stellen.

An Technologien zum Herstellen, Speichern und Nutzen von Wasserstoff arbeiten am KIT derzeit rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen. Dabei geht es unter anderem um Speichermaterialien sowie um Verfahrens-, System- und Sicherheitstechnik. Das KIT setzt dabei auf einen systemischen Ansatz - die untersuchten Aspekte bilden die gesamte Kette der Energiewandlung ab: von der Primärenergie über die Produktionsverfahren bis zum direkten Einsatz in der Mobilität. „Uns geht es dabei auch um die Wechselwirkungen mit den Nutzerinnen und Nutzern: Im KIT-Shuttle können sie eine neue, faszinierende Technologien als Teil ihres Alltags erleben“, so Thomas Jordan.

Weiterer Kontakt:
Margarete Lehné
Pressereferentin
Tel.: +49 721 608-48121
Fax: +49 721 608-43658
E-Mail: margarete.lehne@kit.edu

In der Energieforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine der europaweit führenden Einrichtungen. Das KIT unterstützt die Energiewende und den Umbau des Energie-systems in Deutschland durch seine Aktivitäten in Forschung, Lehre und Innovation. Hier verbindet das KIT exzellente technik- und naturwissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichem sowie rechtswissenschaftlichem Fachwissen. Die Arbeit des KIT-Zentrums Energie gliedert sich in sieben Topics: Energieumwandlung, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Energieverteilung, effiziente Energienutzung, Fusionstechnologie, Kernenergie und Sicherheit sowie Energiesystemanalyse. Klare Prioritäten liegen in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Energiespeicher und Netze, Elektromobilität sowie dem Ausbau der internationalen Forschungszusammenarbeit.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu/h2shuttle
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten