Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Griffige Asphaltforschung für sichere Straßen

21.02.2011
Jährlich ereignen sich über zwei Millionen Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen. Häufig ist nasser Asphalt im Spiel.

Die Asphaltforschung arbeitet kontinuierlich daran, für ausreichende Haftung zwischen Fahrzeugreifen und Fahrbahn zu sorgen. Dem Deutschen Asphaltinstitut e.V. (DAI), einer Forschungsvereinigung der AiF, ist es nun gelungen, eine Prüfmethode zu entwickeln, anhand derer die langfristige Griffigkeit von Asphalt prognostiziert werden kann. Damit kann die richtige Asphaltmischung für die je spezifischen Anwendungen gezielt getestet und entwickelt werden.

Die deutsche Asphaltindustrie zählt über 3.000 Unternehmen, die Mischgut herstellen beziehungsweise einbauen. Jährlich werden etwa 55 Tausend Tonnen Asphalt produziert, damit steht Deutschland im europäischen Vergleich an erster Stelle. Qualitätsanforderungen an Asphalt werden in den so genannten Technischen Regelwerken festgelegt, die die Griffigkeit zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Straße bestimmen. Diese Werte müssen Bauunternehmen, die eine neue Straße erbauen, in der Regel für einen Zeitraum von fünf Jahren sicher stellen. Das damit verbundene Regressrisiko war für die beteiligten Firmen bis dato kaum kalkulierbar. Ebenso für Bund, Länder und Gemeinden, die den Straßenbau verantworten. Es fehlte eine Prüfmethode, welche noch vor Verarbeitung des Asphaltmischgutes die Griffigkeit nach längerfristiger Beanspruchung hinreichend genau prognostizieren konnte.

Ein solches Verfahren zu entwickeln, ist dem Deutschen Asphaltinstitut gemeinsam mit dem Zentrum für angewandte Forschung und Technologie (ZAFT) an der Hochschule für Wirtschaft und Technik Dresden gelungen. Dem gingen langfristige Forschungsarbeiten voraus, die von den vorwiegend mittelständischen Straßenbaubetrieben – ca. 95 Prozent der Unternehmen im Bereich Straßenbau sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – allein nicht zu stemmen wären. Da es sich dabei auch um eine Problematik handelte, die eine ganze Branche betrifft, war das ein prädestiniertes Thema für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), ein Förderprogramm, das aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird. Für den praxisnahen Verlauf der Forschungsarbeiten sorgten fünf Unternehmensvertreter aus der Asphaltwirtschaft, davon vier KMUs.

In einem dreieinhalbjährigen Projekt wurde ein Prognoseverfahren entwickelt, das im Labor die Beanspruchung der Asphaltdeckschicht durch Verkehr und die mehrjährige Entwicklung der Griffigkeit simuliert. Parallel wurden die Messungen auf einer Versuchsstrecke auf der Bundesstraße B 186 südlich von Leipzig empirisch fundiert - unter realistischer Verkehrsbelastung und Witterungslage. Dabei wurde festgestellt, dass die als Asphaltbeton bezeichnete Mischung sich als besonders griffig herausstellte.

Die Möglichkeit, die Qualität des Asphalts und die Entwicklung der Griffigkeit im Laufe der Zeit zu beurteilen, bedeutet für KMU mehr Sicherheit. Sie wissen bereits im Stadium der Erarbeitung der Rezeptur für ein Asphaltmischgut, für welchen Zeitraum die verlangten Parameter gewährleistet werden können. Dadurch bleiben den Unternehmen Regressforderungen erspart und den Autofahrern einige Ausrutscher auf der nassen Fahrbahn.

Die Ergebnisse dieses DAI-Forschungsvorhabens stießen im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auf großes Interesse, sodass dieses jetzt ein Anschlussforschungsvorhaben finanziert, in dem die Erprobungsstrecke weitere drei Jahre untersuchungstechnisch begleitet wird.

Über die AiF
Die AiF – Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. – fördert seit 1954 Forschung und Entwicklung zugunsten mittelständischer Unternehmen. Als Dach eines Netzwerks mit 101 Forschungsvereinigungen bietet sie praxisnahe Innovationsberatung. Sie ist Träger der Industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut gemeinsam mit der AiF Projekt GmbH, ihrer einhundertprozentigen Tochter, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Pro Jahr fließen über die AiF ca. 400 Millionen Euro öffentliche Mittel in mehrere Tausend Forschungsprojekte.
Ansprechpartner Projekt:
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH), Prof. Dr.-Ing. Volker Rauschenbach,Telefon: 0351 462 3307, rauschenbach@htw-dresden.de

Deutsches Asphaltinstitut (DAI) e.V., Dipl.-Ing. André Täube, Telefon: 0228 97965-0, t@asphalt.de

Pressearbeit:
AiF, Anita Widera, Telefon: 0221 37680-10, presse@aif.de
DAI, Bernd Hinrichs, Telefon: 0228 97965-0, hinrichs@asphalt.de

Anita Widera | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de
http://www.asphalt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie