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Gemeinsam für mehr maritime Sicherheit - Start des EU-Projekts CASCADe

15.01.2013
Die Schiffsbrücke ist die Schaltzentrale eines jeden Schiffes und stellt in seiner Komplexität einen Risikofaktor in der Schifffahrt dar.
So werden fast 80 % aller Kollisionen und Strandungen auf ein Versagen des Systems „Schiffsbrücke“ zurückgeführt. Um die Sicherheit an Bord der Schiffe zu erhöhen, müssen sowohl die Schiffsbrücke als auch die Arbeitsprozesse des Brückenteams optimal gestaltet und verknüpft werden.

Hier setzt das EU-Projekt CASCADe - Model-based Cooperative and Adaptive Ship-based Context Aware Design an, um die Lücke zwischen Gestaltung des Brückendesigns und von Arbeitsprozessen zu schließen. Im Vordergrund dieses Projekts steht die Optimierung der Mensch-Maschine-Schnittstellen auf der Schiffsbrücke. Untersuchungen haben gezeigt, dass zu viele Informationen z.B. auf Bildschirmen oder zahlreiche Instrumente mit unterschiedlichen Bedienungsoberflächen zu Fehlbedienungen und Fehlentscheidungen bei den Crewmitgliedern geführt haben. Ein Fehler, der einmal auf einer Schiffsbrücke gemacht worden ist, kann später nicht mehr oder nur partiell korrigiert werden.
Bei CASCADe geht es um die menschliche Arbeitsperspektive auf der Brücke. In der Projektarbeit sollen konkrete sicherheitsrelevante Szenarien abgefahren und so die Arbeitsweisen auf der Schiffsbrücke untersucht werden. Potentielle Fehler durch menschliches Fehlverhalten, widersprüchliche oder redundante Bildschirminformationen können so bereits während der Designphase einer Schiffsbrücke aufgedeckt und gelöst werden. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines anpassungsfähigen Brückensystems zur Erfassung und Vorbeugung von menschlichem Fehlverhalten sowie die Erarbeitung einer neuen „menschzentrierten“ Designmethode zur frühzeitigen Analyse des Zusammenspiels von Mensch und Maschine.

Unter der Koordination des OFFIS - Institut für Informatik aus Oldenburg in Niedersachsen arbeiten im Konsortium sieben Projektpartner aus fünf EU-Ländern wie die British Maritime Technology Group Ltd., Raytheon Anschuetz GmbH, Mastermind Shipmanagement Ltd., die Universität Cardiff, Marimatech AS und Symbio Concepts & Products SPRL sowie vier assoziierte Partner wie das Maritime Cluster Norddeutschland, Nautilus International, die NSB Niederelbe Schiffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG und die University of Tasmania gemeinsam an dieser Aufgabe.

Mit dem Projekt CASCADe – gefördert im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU – kann OFFIS seine Kompetenzen im Bereich der maritimen Sicherheit weiter ausbauen. Vom 15. bis zum 17.01.2013 findet in Kiel mit Unterstützung des Maritimen Clusters Norddeutschland die gemeinsame Auftaktveranstaltung mit allen Partnern statt, um das weitere Vorgehen zu diskutieren und festzulegen. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Ansprechpartner:

Dr. Andreas Lüdtke
Gruppenleiter Human Centered Design
Tel: +49 441 9722-530
Mail: andreas.luedtke@offis.de

Dr. Cilli Sobiech
Projektleitung
Tel: +49 441 9722-536
Mail: cilli.sobiech@offis.de

OFFIS - Institut für Informatik
Das Oldenburger Informatikinstitut OFFIS ist ein international tätiges anwendungsorientiertes IKT Forschungs-und Entwicklungsinstitut. Eine wichtige Kernkompetenz ist die Übertragung von technolo-gischem Know-how aus der Forschung in Lösungen für industrielle Problemstellungen. OFFIS wurde 1991 gegründet und ist in der Metropolregion Bremen/ Oldenburg beheimatet. In derzeit ca. 60 Projekten leistet OFFIS mit seinen rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Forschung und prototypische Entwicklungsarbeit auf höchstem internationalem Niveau in den Bereichen Energie, Gesundheit und Verkehr. Dabei kooperiert OFFIS mit weltweit über 400 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Der FuE-Bereich Verkehr hat sich durch seine permanente und enge Zusammenarbeit mit der Industrie anerkannte Kompetenzen erarbeitet und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von ver-lässlichen, kooperativen und assistiven Systemen. Diese Systeme werden im Wesentlichen durch vernetzte Eingebettete Systeme (sog. Cyber-Physical Systems) bestehend aus Software und Elektronik realisiert und interagieren mit menschlichen Nutzern. Daraus ergeben sich erhöhte Anforderungen an die Sicherheit und Zuverlässigkeit solcher Systeme. Der Bereich Verkehr arbeitet auf allen Entwurfsebenen an Methoden, Werkzeugen und Technologien um dies zu gewährleisten. Speziell die Expertise im Bereich der Mensch-Maschine Interaktion und in der Entwicklung komplexer sicherheitskritischer Systeme ist für die Maritime Wirtschaft von Belang.

Ann-Kathrin Sobeck | idw
Weitere Informationen:
http://www.offis.de/
http://www.maritimes-cluster.de/

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