Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemälde sicher transportieren

01.12.2009
Wertvolle Gemälde müssen mitunter lange Reisen überstehen. Damit sie dabei keinen Schaden nehmen, verpackt man sie in Transportvitrinen. Sensoren erkennen künftig sofort, ob sich in diesen Vitrinen gasförmige Schadstoffe befinden, etwa aus Klebstoffen.

Von New York wandert die Ausstellung nach Paris, anschließend sind die wertvollen Ölgemälde in Berlin zu sehen. Um die Kunstwerke auf dem Transport und bei der Lagerung in Archiven vor Umwelteinflüssen zu schützen, verpackt man sie in Transportvitrinen aus Kunststoff, Holz und Glas.

In diesen Vitrinen bildet sich ein Mikroklima aus, das einen Großteil der Schadstoffe von außen fernhält. Der Transport birgt dennoch Risiken für die Kunstwerke: Aus den Klebstoffen, dem Holz und den Kunststoffen können Substanzen ausgasen, beispielsweise Essig-säure. Die Schadstoffe reagieren mit den Ölfarben und zerstören sie langsam. Auch die Gemälde selbst können schädliche Gase abgeben, die sich in der Vitrine anreichern. Das gleiche Problem kann auftreten, wenn die Gemälde in Depots aufbewahrt oder in Museen in Schutzrahmen präsentiert werden.

Künftig messen unterschiedliche Umweltsensoren in den Vitrinen, welche Gase sich anreichern. Entwickelt wurden die Sensoren von Forschern am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg, gemeinsam mit verschiedenen europäischen Projektpartnern. Einer der eingesetzten Sensoren ist ein Glasdosimeter. »Es reagiert insbesondere auf Säuren«, erklärt Dr. Gerhard Schottner, Geschäftsfeldleiter am ISC. »Die Säure greift die Glasoberfläche an und laugt sie aus. Nach einigen Tagen bildet sich eine Reaktionsschicht, die wir mit einem Infrarotspektrometer quantitativ messen können. Einige Wochen später bilden sich häufig auf der Oberfläche der Gläser auch kristalline Produkte, anhand derer wir bestimmen können, um welche Säure es sich handelt.« So wirken auch Schadstoffe aus der Luft sauer, etwa Stick- und Schwefeloxide. Die Sensoren der Partner weisen aggressive organische Substanzen in der Vitrinenatmosphäre nach.

»Die Sensoren geben Aufschluss darüber, welche Stoffe in den Vitrinen ausgasen oder welche von außen hineingelangen. So lassen sich Vitrinen bauen, die keine Emissionen aufweisen. Das Mikroklima um die wertvollen Gemälde kann substantiell verbessert werden«, sagt Schottner. Auch die Frage der Haftung lässt sich mit den Sensoren besser klären: Ist ein Bild nach dem Transport beschädigt, können die Hersteller der Vitrinen mit Hilfe der Sensoren genau nachweisen, ob Emissionen aus der Vitrine zu den Schäden geführt haben oder andere Gase. Erste Pilotstudien haben die Forscher bereits durchgeführt.

Dr. Gerhard Schottner | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/12/gemaeldeschutz-sensoren.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Verkehrsmanagement in Ballungsgebieten
08.12.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Projekt RadVerS – Welcher Radfahrtyp sind Sie?
24.11.2017 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik