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Gegenwart und Zukunft des Straßenverkehrs

18.09.2015

Eine Stunde im Auto gesessen, aber nur 15 Kilometer zurückgelegt. Für viele Menschen in Deutschland und weltweit ist das eine alltägliche Situation. Das wachsende Verkehrsaufkommen in Städten belastet nicht nur die Verkehrsteilnehmer sondern auch die Umwelt. Besonders Ballungsgebiete stehen damit vor großen Herausforderungen: Heute werden schon 64 Prozent aller Fahrtkilometer im Stadtgebiet zurückgelegt. Bis 2050 dürfte sich der Umfang der Fahrten in urbanen Gebieten gegenüber dem Wert von heute verdreifachen.

Für den Erfolg urbaner Gebiete ist es entscheidend, dass die Menschen sich schnell, bequem und ohne größere schädliche Auswirkungen auf die Umwelt in ihnen fortbewegen können. Urbane Mobilität erfordert jedoch immer mehr Ressourcen. Darüber hinaus leben wir in einer Welt, die zunehmend vom Wettbewerb regiert wird; Städte rund um den Globus konkurrieren miteinander, um für Steuern zahlende Investoren sowie für Industriebetriebe und ihre Mitarbeiter attraktiv zu sein. Eine effiziente Verkehrsinfrastruktur ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Wirtschaft und Wohlstand.

Doch wie können vorhandene Verkehrsnetzte optimal genutzt werden?

Die Antwort lautet: mit intelligenten Verkehrsinformations- und managementsystemen. Mit sogenannten Telematiklösungen und Leittechnik von Siemens werden Staus minimiert, werden Unfälle und unnötiger Energieverbrauch vermieden und die CO2-Emissionen um bis zu 20 Prozent gesenkt.

Siemens-Verkehrstechnik begleitet Reisende auf ihrem Weg auf tausenden Straßenkilometern. Moderne Kontrollsysteme des Unternehmens passen die Verkehrsleitung automatisch an Verkehrsaufkommen und aktuelle Wettersituation an und helfen so, die Zahl der Staus zu reduzieren. Weniger Staus erhöhen die Sicherheit, schonen die Umwelt und sparen Kosten: Allein in Deutschland kosten verstopfte Verkehrswege nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Industrie pro Jahr über 100 Milliarden Euro. Innovative Technologien helfen, die Verkehrsströme optimal zu leiten.

Innovationen in der Straßenverkehrstechnik

Sitraffic Stream: Freie Fahrt für Bus und Rettungswagen

  • Im Ernstfall zählt jede Sekunde: Rettungsfahrzeuge müssen schnellstmöglich und sicher zum Ziel kommen – ohne dabei andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden und ohne den Querverkehr mehr als unbedingt nötig zu beeinträchtigen. Mit dem neuen, satellitengestützten Bevorrechtigungssystem Sitraffic Stream lässt sich dies nun verwirklichen – bei minimalen Eingriffen in das Verkehrsgeschehen. Stream steht für „Simple tracking realtime application for managing traffic lights and passenger information“ und sorgt dafür, dass das Einsatzfahrzeug an jeder Kreuzung automatisch Grün bekommt.
  • Mit Sitraffic Stream ist aber auch der öffentliche Personennahverkehr schneller am Ziel. Wenige Sekunden bevor sich ein Bus der roten Ampel nähert, übermittelt er seine Position per GPS-Empfänger und Mobilfunknetz (GPRS) an einen Computer. Kurz darauf signalisiert die Ampel dem Fahrzeug freie Fahrt.
  • Im Gegensatz zu herkömmlichen funkbasierten Systemen sind die Kosten für Stream, das von Siemens und Partnern entwickelt wurde, für Kommunen überschaubar und aufwändige straßenseitige Installationen entfallen.

Sitraffic smartGuard: Verkehrssteuerung per Cloud

  • Verkehrstechnik einfach über mobile Endgeräte steuern und überwachen? Auf einen Blick sehen, welche Ampel gerade eine Störung hat, wie die Verkehrslage ist, ob alle Detektoren im Stadtgebiet einwandfrei arbeiten, wie die Belegung der Parkhäuser ist? Mit Sitraffic smartGuard wird dies für Stadtverantwortliche zu einer alltäglichen Angelegenheit – und zwar auch dann, wenn die Stadt über keinerlei Verkehrszentrale verfügt.
  • Projekte in Deutschland, Österreich, Polen, Ungarn, Norwegen, Griechenland und Finnland haben bewiesen, dass diese innovative, internetbasierte Verkehrstechnik-Lösung ideal geeignet ist, um bei heutigen städtischen Haushaltsbudgets eine intelligente Verkehrssteuerung und zuverlässige Störungszentrale zu realisieren. Derzeit sind mehr als 5000 Lichtsignalanlagen an Sitraffic smartGuard angeschlossen.

Dynamische Umweltorientierte Verkehrssteuerung

  • Wissenschaftler sind sich einig: Feinstaub kann Allergien und Erkrankungen der Atemwege auslösen. In vielen Ländern der Welt gibt es deshalb eine Obergrenze für Feinstaubpartikel, die nicht überschritten werden darf. In einigen Städten allerdings ist dieses Limit nur schwer einzuhalten. Im Straßenverkehr blasen vor allem Dieselmotoren den gefährlichen Feinstaub in die Luft.
  • Siemens baut deshalb vorhandene Verkehrsmanagementsysteme zu einer Umweltorientierten Verkehrssteuerung aus, die den Schadstoffgehalt in der Luft nachhaltig senken kann. Denn: Besonders hohe Emissionsbelastungen entstehen beim ständigen Anfahren und langen Leerlaufzeiten der Motoren im Stau.
  • Ziel der Umweltorientierten Verkehrssteuerung ist es deshalb, den Verkehr gleichmäßiger fließen zu lassen. Dazu wertet ein Verkehrscomputer nicht nur die Daten zum Verkehrsaufkommen aus, er empfängt auch Messwerte zu Wetterlage und Schadstoffbelastung und steuert auf Basis dieser Informationen Lichtsignalanlagen in stauträchtigen Straßen. Die Ampelsteuerung kann somit direkt auf angespannte Verkehrslagen reagieren. Damit nimmt die Verkehrsdichte ab, Staus können vermieden werden und kann der Verkehr zügig fließen.

Car2x-Kommunikation

  • Siemens erprobt neue Technologien zur Verkehrssteuerung: Grundprinzip ist die Kooperation aller Verkehrsteilnehmer, egal ob Fahrzeuge, Fußgänger oder der Schienenverkehr. Sie tauschen Informationen miteinander, aber auch mit Infrastrukturelementen wie Lichtsignalanlagen (Ampeln etc.) oder Verkehrszeichen aus – in Echtzeit und bei hohen Geschwindigkeiten.
  • Mit einer besseren Vernetzung von Autos untereinander und mit Ampelanlagen oder Hinweisschildern soll der Straßenverkehr effizienter werden. Der Austausch von Daten über Verkehrsdichte, Straßenzustand oder Ampelschaltzeiten macht den Verkehr flüssiger und auch sicherer. Für das optimale Energiemanagement von Elektroautos sind diese Informationen besonders wichtig. Bei der so genannten Car2X-Kommunikation verständigen sich Fahrzeuge entweder mit anderen Fahrzeugen (Car2Car) oder mit der Verkehrsinfrastruktur (Car2Infrastructure).
  • In Fahrzeugen sammeln Sensoren ständig Informationen – zum Beispiel über die Geschwindigkeit, die Umgebung oder den vorausfahrenden Verkehr. Vernetzt man die Autos, so können sie nachfolgende Fahrzeuge vor Glatteis, Staus oder ähnlichen Situationen warnen. Kreuzungen oder mehrspurige Straßen werden sicherer, wenn die Fahrzeuge sich gegenseitig „im Auge“ behalten.

Virtuelle Informationstafeln

  • Störungen im Verkehrsnetz sind nie zuverlässig vorhersehbar. Darüber hinaus ist eine Information über eine Störung immer nur auf einen definierten, geografischen Punkt, nämlich den Schilderstandort, bezogen.
  • Siemens entwickelt eine technische Lösung, mit der Schilderinformationen ereignisorientiert an jedem beliebigen Ort platziert werden können.
  • Beim Passieren sogenannter virtueller Schilder-Standorte wird dem Verkehrsteilnehmer ein Text mittels einer App angezeigt, beispielsweise „Ab morgen ist dieser Teilabschnitt wegen Baustelle gesperrt. Bitte großräumig umfahren.“ Im Zuge der C2Infrastructure-Kommunikation können diese Informationen auch direkt in die Navigationssysteme der Fahrzeuge übertragen werden und dort beispielsweise per Sprachmeldung ausgegeben werden.
  • Diese kollektiv-geografisch relevante Information kann eine Verkehrslenkung optimieren und damit Verkehrsteilnehmer, Stadt und Umwelt entlasten.
  • Anwendungsgebiete sind:
  • Planbare Ereignisse wie Fußballspiele, Veranstaltungen oder Baustellen. In diesem Fall empfiehlt die App alternative Routen.

  • Info zu Verkehrsstörungen. Aufgrund detektierter Störungen im Verkehrsnetz können Informationen über den Störungsort und die Störungsart weitergeleitet werden.

  • Wegesicherung. In Abhängigkeit von Ort, eigener Geschwindigkeit und der Klassifizierung „Unfallschwerpunkt“ kann auf die maximale Höchstgeschwindigkeit hingewiesen werden.

  • Parkleit-Information. Die Inhalte von Parkleitschildern können an zusätzlichen Orten, also an virtuellen Schild-Standorten, wiederholt werden.

  • Umweltstörungen. Flächige Ereignisse wie beispielsweise Sperrungen oder Zufahrtsbeschränkungen für gesamte Gebiete können dem Verkehrsteilnehmer angezeigt werden.

  • Zusätzliche Schulwegsicherung. In Abhängigkeit von Zeit, Ort und eigener Geschwindigkeit kann auf einen Schulweg hingewiesen werden.

Evelyn Necker | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

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