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Frostfestes Luftschiff liefert Nachschub in den Norden

06.09.2011
Hightech-Helium-Frachter trägt bis zu 50 Tonnen

Das Leben im nördlichen Kanada bringt mitunter einige Probleme mit sich. Besonders in den Wintermonaten sind viele der entlegenen Siedlungen nur schlecht oder gar nicht erreichbar.


HAV: Hightech-Zeppelin könnte 2014 abheben (Foto: discoveryair.com)

Der Binnenweg über die sogenannten "Ice Roads" ist nicht zuverlässig, der Transport langwierig. Einige Orte verfügen zwar über einen Flughafen, die Landung auf den vereisten Pisten ist aber mitunter ein hochriskantes Unterfangen. Der britische Luftschiffbauer Hybrid Air Vehicles (HAV) bietet nun eine günstige und umweltschonende Lösung an und hat bereits ein erstes Abkommen mit der kanadischen Discovery Air geschlossen.

Ganzjahrestransport

Bei der Luftlinie kennt man die Probleme des harschen Klimas im Norden nur all zu gut, denn das Unternehmen hat seinen Sitz in Yellowknife. Die Hauptstadt der Northwest Territories zählt rund 19.000 Einwohner und liegt etwa 400 Kilometer südlich des Polarkreises an einem Ausläufer des Great Slave Lake. Bereits hier ist der Zugang im Winter problematisch, noch schwerer trifft es Communitys, die weiter gen Arktis siedeln.

Schon bald dürfte das erste Schiff abheben, das die Luftfahrt durch die Kälte revolutionieren könnte. HAV ist dabei, das Problem der Kältebeständigkeit zu lösen, um zukünftig den Transport von Gütern auch in Nordkanada ganzjährig zu gewährleisten, was auch den zahlreichen Minenbetreibern entgegen kommt. "Mit einer Tragkraft von 50 Tonnen und einer Maximalgeschwindigkeit von bis zu 185 km/h denken wir, dass wir die wirtschaftliche Entwicklung von entlegenen, schwer erschließbaren Ressourcen umweltschonend vorantreiben können", so der Luftschiffbauer.

Start 2014 in Reichweite

Die Helium- und düsengetriebenen Luftfahrzeuge der HAV benötigen keine Landebahn, um einen Halt einzulegen. Sie beherrschen aufgrund der Antriebstechnik Senkrechtstart- und Landung und können sich am Boden festsaugen. Dies ermöglicht die Nutzung von eisigem oder verschneitem Untergrund sowie komplikationsarme Be- und Entladung.

Auch so mancher Experte zeigt sich zuversichtlich. "Der Norden hat lange auf eine ganzjährig einsetzbare Schwertransport-Lösung gewartet, Discovery Air zeigt hier eine Möglichkeit, wie Alaska und die kanadischen Territorien ihre wirtschaftliche Zukunft selbst in die Hand nehmen können", so Barry Prentice, Professor für Versorgungsketten-Management an der Asper School of Business in Winnipeg.

HAV und die Discovery Air Innovations, die in Quebec residierende Tochter der Discovery Air, haben bereits einen Vorvertrag abgeschlossen. 2012 soll der Deal über den Kauf einer Flotte - zum Preis von etwa 40 Mio. Dollar pro Stück - abgeschlossen werden. Zwei Jahre später könnte bereits das erste Schiff zu seinem Jungfernflug ins Eis aufbrechen.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://hybridairvehicles.com
http://discoveryair.com

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