Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher machen GPS bis zu 90 Prozent genauer

14.02.2013
Spanier setzen auf Bewegungssensoren wie in Smartphones

Forscher an der Universität Carlos III zu Madrid (UC3M) haben ein System entwickelt, das ihren Angaben zufolge die GPS-Positionierung für Autos innerhalb von Städten um bis zu 90 Prozent genauer macht.


GPS-Navi im Auto: Das geht viel präziser (Foto: Rudolf Ortner, pixelio.de)

Um das zu ermöglichen, setzen die Ingenieure auf eine Verknüpfung der GPS-Daten mit denen aus Beschleunigungsmessern und Gyroskopen - günstige Sensoren also, die heute in praktisch jedem Smartphone verbaut sind. Als nächsten Schritt will das Team versuchen, für die Methode einfach Handy-Sensoren statt einem eigenen Gerät zu nutzen.

"Es ist uns gelungen, die Genauigkeit der Bestimmung einer Fahrzeugposition in kritischen Fällen um 50 bis 90 Prozent zu verbessern", so David Martin vom Systems Intelligence Laboratory der UC3M. Am stärksten macht sich dies dem Team zufolge in Städten bemerkbar, wo viele Hindernisse wie hohe Gebäude GPS-Signale stören. Davon profitieren sollen letztendlich auch intelligente Transportsysteme bis hin zu selbstfahrenden Autos.

Genau trotz GPS-Problemen

Die Positionierungsgenauigkeit in Fahrzeug-Systemen gängiger GPS-Empfänger liegt prinzipiell bei etwa 15 Metern, doch gerade im urbanen Raum leidet sie oft. Hindernisse wie Gebäude, Bäume und enge Straßenschluchten lenken GPS-Signale ab, sodass die Positionsbestimmung laut UC3M oft nicht einmal auf 50 Meter genau erfolgt. Bisweilen - beispielsweise in Tunnels - ist gar kein Signal mehr verfügbar. Zwar nutzen aktuelle GPS-Systeme Kartendaten, um dann noch eine ungefähre Standortbestimmung zu ermöglichen. Das sei aber für intelligente Transportsysteme nicht ausreichend, so Martin.

Der aktuelle UC3M-Prototyp dagegen kann den Forschern zufolge auch in der Stadt die Position eines Fahrzeugs auf ein bis zwei Meter genau bestimmen. Möglich wird das, weil bei dem System eine spezielle Software das GPS-Signal mit Daten aus Bewegungssensoren - drei Beschleunigungsmesser und drei Gyroskope - verknüpft. Die Architektur macht sich kontextabhängige Information zunutze. Ein spezieller Algorithmus erlaubt es, Probleme mit dem GPS-Signal bis hin zu Totalausfällen zu kompensieren.

Breites Anwendungspotenzial

Der Prototyp kann den Forschern zufolge in jeglichem Fahrzeug zum Einsatz kommen. So nutzen sie das System schon in einem Forschungsfahrzeug der Universität, das der Arbeit an intelligenten Fahrzeugsystemen dient. So soll die genauere Positionierungs-Technologie langfristig Anwendung im Bereich kooperativer Kollisionswarnsysteme oder selbstfahrender Fahrzeuge finden.

Dabei könnte anstelle eines eigenen Geräts in Zukunft einfach das Smartphone zum Einsatz kommen. Immerhin haben aktuelle Modelle etliche Sensoren, darunter Beschleunigungsmesser und Dreiachsen-Gyroskop. Somit besitzt praktisch jeder bereits die Hardware - gelingt es, das System für Smartphones umzusetzen, wäre es also noch billiger.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.uc3m.es

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Sicher ans Ziel - Automatisierte Verkehrsleitzentralen
10.08.2015 | Siemens AG

nachricht Neue Software lenkt mit intelligenten Prognosen besser durch den Verkehr
06.08.2015 | Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrofahrzeuge kabellos laden und entladen

Über ein kabelloses Ladesystem können Elektroautos künftig nicht nur tanken, sondern die Energie ins Stromnetz zurückspeisen. Auf diese Weise helfen sie das Netz zu stabilisieren. Das kostengünstige Ladesystem erreicht hohe Wirkungsgrade – über den vollen Leistungsbereich von 400 Watt bis 3,6 Kilowatt. Die Abstände zwischen Auto und Ladespule können bis zu 20 Zentimeter be- tragen. Auf der Internationalen Automobil Ausstellung IAA in Frankfurt stellen Fraunhofer-Forscher den Prototyp vom 15. bis 18. September 2015 vor (Halle 4, Stand D33).

Es regnet in Strömen. Wer jetzt ein dickes unhandliches Kabel zwischen Elektrofahrzeug und Ladesäule einstecken muss, wird patschnass. Doch es nützt nichts,...

Im Focus: Increasingly severe disturbances weaken world's temperate forests

Longer, more severe, and hotter droughts and a myriad of other threats, including diseases and more extensive and severe wildfires, are threatening to transform some of the world's temperate forests, a new study published in Science has found. Without informed management, some forests could convert to shrublands or grasslands within the coming decades.

"While we have been trying to manage for resilience of 20th century conditions, we realize now that we must prepare for transformations and attempt to ease...

Im Focus: Meeresinseln als Heimat einmaliger Pflanzenarten

Warum leben in manchen Ökosystemen auffallend viele, in anderen Ökosystemen nur wenige Pflanzenarten? Wie kommt es, dass einige Arten jeweils nur in einer bestimmten, klar abgrenzbaren Region der Erde zuhause sind? Mit diesen Fragen hat sich Dr. Manuel Steinbauer in einer Reihe wissenschaftlicher Studien an der Universität Bayreuth befasst. Für seine Forschungsarbeiten wird der Bayreuther Ökologe, der zurzeit als Postdoc an der dänischen Universität Aarhus forscht, mit dem diesjährigen Wilhelm Pfeffer-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ausgezeichnet. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

Wenn es darum geht, den Gründen für die Verbreitung pflanzlicher Arten auf die Spur zu kommen und theoretische Erklärungsansätze zu überprüfen, sind...

Im Focus: OU astrophysicist and collaborators find supermassive black holes in quasar nearest Earth

A University of Oklahoma astrophysicist and his Chinese collaborator have found two supermassive black holes in Markarian 231, the nearest quasar to Earth, using observations from NASA's Hubble Space Telescope.

The discovery of two supermassive black holes--one larger one and a second, smaller one--are evidence of a binary black hole and suggests that supermassive...

Im Focus: Optische Schalter - Lernen mit Licht

Einem deutsch-französischen Team ist es gelungen, einen lichtempfindlichen Schalter für Nervenzellen zu entwickeln. Dies ermöglicht neue Einblicke in die Funktionsweise von Gedächtnis und Lernen, aber auch in die Entstehung von Krankheiten.

Lernen ist nur möglich, weil die Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn fortwährend umgebaut werden: Je häufiger bestimmte Reizübertragungswege...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Frankfurter Hochhausfassadentage 2015: Frankfurt UAS veranstaltet Symposium und Hochhausführung

31.08.2015 | Veranstaltungen

Erreger unter Superlupen – Aufbruch in unsichtbare Welten

31.08.2015 | Veranstaltungen

Fehlermeldungen des Gehirns auf der Spur

31.08.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fehlgeleitete Galileo-Satelliten für Forschungsmission freigegeben

31.08.2015 | Geowissenschaften

Frankfurter Hochhausfassadentage 2015: Frankfurt UAS veranstaltet Symposium und Hochhausführung

31.08.2015 | Veranstaltungsnachrichten

Siemens-Lösungen unterstützen Diagnose und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen

31.08.2015 | Messenachrichten