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Fahrerlose U-Bahn vom Louvre zum Triumphbogen

08.03.2012
Die Pariser Verkehrsbetriebe RATP stellen derzeit die Linie 1 der Metro auf einen vollautomatischen und damit fahrerlosen Betrieb um.

Siemens verantwortet dabei die Modernisierung der Automatisierungstechnik. Das neue System arbeitet energieeffizienter und ermöglicht eine verbesserte Zugfolge von 85 statt bisher 105 Sekunden. Die Linie 1 ist mit bis zu 725.000 Fahrgästen täglich die am stärksten befahrene Linie in Paris.


Die U-Bahnlinie 1 ist besonders stark frequentiert, da sie an Sehenswürdigkeiten wie dem Louvre oder dem Triumphbogen vorbeiführt. Kaum vorstellbar, diese 17 Kilometer lange Strecke auch nur für kurze Zeit stillzulegen. Die Umstellung erfolgt daher „unter rollendem Rad". Die Installation der Leittechnik und des Telekommunikationssystems, die Ausrüstung der Fahrzeuge und die Ausstattung der neuen Leitzentrale müssen also parallel zum normalen Betrieb erfolgen.

Die Bahnautomatisierungssparte von Siemens nahm daher Umbauten in der Nacht vor. Derzeit werden alte gegen neue Züge nacheinander ausgetauscht. Im März 2012 fuhren bereits 14 Züge auf der Linie 1 fahrerlos. Anfang 2013 sollen alle neuen 49 U-Bahn Züge mit Automatisierungstechnik ausgerüstet sein, so dass die volle Transportkapazität erreicht wird. Die Taktfrequenz der Züge lässt sich flexibel an den Bedarf anpassen. Spezielle Bahnsteigtüren sorgen für Sicherheit an den Stationen. Die neuen Züge nutzen das Zugsicherungs- und Steuerungssystem Trainguard MT, das weltweit in vielen Großstädten eingesetzt wird. Auch in New York soll demnächst eine U-Bahn Line damit ausgerüstet werden.

Das neue Steuerungssystem erhöht die Energieeffizienz und erreicht eine höhere Zuverlässigkeit: Bisher musste es während der Pausen angeschaltet bleiben, wenn die Züge z.B. nachts im Betriebshof parken, um Positions- und Zustandsdaten kontinuierlich zu prüfen und zu speichern.

Das neue System erkennt nach dem Wiederanschalten durch eine intelligente Kommunikation zwischen Zug und Streckenausrüstung automatisch die Position des Zuges. Es kann daher über Nacht ausgeschaltet werden, was Energie spart. Genauso kann sich der Zug nach einem Systemausfall auf der Strecke selbstständig wieder orten und erkennt auch, ob ein anderer Zug in der Nähe ist. Ist die Strecke frei, fährt er ohne menschliche Hilfe sicher zur nächsten Station, wo sich Service-Ingenieure um eine eventuelle Störung kümmern können.

So werden speziell bei hoher Taktfrequenz Verzögerungen durch technische Defekte minimiert. (IN 2012.03.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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